header-advert

Smok Alien Mod

Kleines Biest mit Macken

Der Smok Alien wird mit dem Slogan beworben „Betten than you expect“. Das kann ich schon mal verneinen. Aber dazu kommen wir noch, eins nach dem anderen.

header-advert

Smok ist eigentlich nur eine Marke. Der Hersteller von Smok ist die Firma IVPS Technology Co Limited mit Sitz in der Vape Welthauptstadt Shenzhen.
Mit der Auslegung ihrer Produkte zielt Smok sehr deutlich auf junge, hippe Babos und Vape Checker, die fetten Dampf produzieren wollen. Power ist muss. Farbige Displays bei den Akkuträgern, Verdampfer in acht Farben, individuell aber fresh.
Sehr bekannt und beliebt ist der TFV8 Verdampfer, für den es unter anderem vierfache (patentierte Quadruple) Coils gibt, mit einem Widerstand von 0,15 Ohm. Viel tiefer geht es nicht. Deshalb wird das Teil auch „Cloud Beast“ genannt. Der Name ist Programm.
Für so ein Teil braucht man natürlich auch entsprechende Akkuträger, die überhaupt genug Stoff liefern können. Und in die Richtung marschiert Smok dann auch bei seinen Mods.

Der Smok Alien

Sehr gutes Display, knifflige Bedienung

Vor einigen Wochen kam nun der Smok Alien auf den Markt. Mit einem ziemlich spacigen Design, dass es auch noch in fünf verschiedenen Farbkombinationen gibt.
Und durch seine Leistungsangaben sind sehr viele sofort darauf angesprungen. Mit seinen zwei 18650er Akkus kann er nämlich bis zu 220 Watt raushauen. Voll auf die zwölf.
Ein weiterer Vorteil ist, dass er recht breit ist. Die üblichen Verdampfer sind 22mm im Durchmesser und schließen auch auf den meisten Akkuträgern sauber ab. Der Alien ist fetter, bei ihm passen Verdampfer bis 24,5mm. Trotzdem liegt er sehr gut in der Hand, ist nicht besonders groß und überraschend leicht.

Spannend ist auch die Feuertaste. Sie ist kein Druckknopf, sondern wirklich ein Kipptaster, der fast die ganze Stirnseite einnimmt. Das Display ist auf der Seite angebracht, ein Konzept das Smok bei verschiedenen Akkuträgern umsetzt.
Wer also ein kleines, interessant designtes Biest sucht, ist beim Alien an der richtigen Adresse.

Wenn die Farbe einmal ab ist…

Das war es aber leider mit den Vorzügen dann auch. Dem Ganzen folgt die Ernüchterung. Denn immer mehr Leute berichten in verschiedenen Gruppen und Foren, dass die Farbe sehr leicht abgeht. Auch bei mir waren schon nach einer Woche die unteren Kanten blank. (Ich stelle die Teile meist.) Aber ich habe auch schon Fotos vom Alien gesehen, wo die Farbe an den Rändern richtig abgeblättert ist.
Und es nützt auch das geilste Design nichts, wenn das Teil nach zwei Wochen aussieht wie Resident Evil. Angeblich ist eine neue Mage im Umlauf, bei der das nicht so sein soll. Aber wie bei der Software stellt sich auch hier die Frage: Warum nicht gleich so?

Etwas enervierend fand ich auch die Tastensperre. Die schaltet das Gerät nämlich nicht aus. Wie bei einem Fernseher, den man per Fernbedienung nur auf Stand by, aber nicht ausschalten kann.
Es ist auch für Europäer irgendwie naheliegend, dass man mit dem höher liegenden Schalter auch hoch schaltet. Offenbar sehen Chinsesen das anders. Die Bedienung des ansonsten guten und aufgeräumten Displays ist nicht gerade intuitiv.

Offenbar ungenau im TC

Die Seite mit Applikation und Firmen Logo

Die Power ging wohl auch zu Lasten der Genauigkeit. Klar werden die meisten, die sich ein solches Gerät zulegen, brachial im Wattmodus dampfen. Aber wenn es denn dann auch über Temperature Control verfügt, muss das auch stimmen.
Ich habe mir im Test mehrfach einen Dry Hit reingehauen. Was im TC eigentlich gar nicht möglich ist. Das kann nur passieren, wenn nicht abgeriegelt wird. Sei es, weil die Temperatur ungenau geregelt wird, oder weil sie durch die Widerstandsmessung gar nicht sauber erkannt wird. Was fatal wäre, denn dann wird der Widerstand nie richtig erkannt. Und auch das musste ich beobachten. Abweichungen der Angabe des Widerstandes um bis zu 0,3 Ohm. Auch nach Abkühlen und Neustart. Und das geht dann mal gar nicht mehr.

Inzwischen wird bei den Händlern darauf verweiesen, dass der Alien gar keine Schutzschaltung habe. Was bedeuten würde, dass er zwar TC kann, aber den größten Vorteil des TC gar nicht hat. Nämlich dass abgeriegelt wird, wenn kein Liquid nachkommt. Es ist ja schön, wenn mein Auto mich warnt, wenn ich gleich auf den Vordermann auffahre. Nur doof, wenn es keine Bremse hat.

Leider bin ich kein Elektroniker und kann das Teil nicht durchmessen. Ein bekannter Reviewer lehnte es mir gegenüber ab das Ding durchzumessen. Weil er nach seinen bisherigen Erfahrungen mit Akkuträgern von Smok weder Zeit noch Geld investieren wollte.
Und da hört der Spaß für mich dann auf, meine Eindrücke wurden bestätigt.

Dass das Teil offenbar auch unausgereift auf den Markt kam, sieht man an der Tatsache, dass bei den ersten Geräten öfter der „Bug“ auftrat, dass er plötzlich nicht mehr feuerte. Das sollte inzwischen mit einem Software Update behoben sein. Allerdings muss man nur einmal in eine Facebook Gruppe gehen, und man wird nicht lange scrollen müssen, bis man auf Problemmeldungen stößt.

Als Biest ok

Der Alien liegt jetzt in der Schublade. Da kann auch die Tatsache, dass man für vergleichsweise kleines Geld viel Leistung – also wirklich im Sinne von Power – bekommt, nix rausreißen.
Auch ein Ferrari, den man für den Preis eines Smart bekommt, ist kein Ferrari. Zumindest wenn die Farbe abblättert, er doof zu bedienen ist und bei hundert Sachen macht was er will. Sondern es ist billiger Kernschrott.
Als Power Biest mag er ok sein. Als Akkuträger, den man täglich auch flexibel nutzt, kann ich ihn echt nicht empfehlen. Da wurde ein preiswert produziertes Teil möglichst schnell auf den Markt geworfen.
Schade.

Mindestens genauso schade finde ich, dass sehr viele Umsteiger auf das Ding einsteigen. Erstens können die nicht vergleichen, was ein guter Akkuträger ist. Weil sie meist keinen kennen. Und zweitens werden sie durch die Produkte von Smok schon an die obersten Leistungsgrenzen geführt, die nicht mehr zu steigern sind. Kein Anfänger benötigt für irgendetwas mehr als 100 Watt. Und es ist dann schwer zu erklären, dass man mit viel weniger Watt genauso viel Dampf und einen vielleicht noch besseren Geschmack erreichen kann.

Ich hänge Euch trotzdem mal das Review von Steamshots an. Er kommt zwar zu einem etwas anderen Resümee, spricht aber einige Dinge auch an.

Die Einschätzung:

Smok Alien Mod

Smok Alien Mod
5

Verarbeitung

2/10

    Bedienbarkeit

    3/10

      Leistungsbereich

      10/10

        Genauigkeit

        5/10

          Preis/Leistung

          5/10

            Pros

            • 220W für kleines Geld
            • Liegt gut in der Hand

            Cons

            • Knifflige Bedienung
            • Schlechte Verarbeitung
            • TC mangelhaft
            • Softwareprobleme
            • Plastik
            The following two tabs change content below.
            Joey Hoffmann

            Joey Hoffmann

            Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
            Marketingberater und Mediengestalter bei einem gemeinnützigen Verein (angestellt). Selbstständiger Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.
            Joey Hoffmann

            Neueste Artikel von Joey Hoffmann (alle ansehen)