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Liquids werden verboten

Geheimpläne des rot-grün versifften Systems

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Wir erhalten tatsächlich häufig Anfragen zu unserer Einschätzung.
Anlass zu diesem Artikel gab eine E-Mail mit einer sehr netten Anfrage. Wie so häufig geht es um das Verständnis, ob Vaping nun verboten werden könne oder nicht. Beziehungsweise wie ein Verbot der Bestandteile bei nikotinfreien Liquids ablaufen sollte. (Wobei der zweifellos intelligente Schreiber uns prinzipiell recht gab)
Offenbar ist die breiten Vaper-Öffentlichkeit immernoch so verunsichert, dass selbst informierten Menschen die Zusammenhänge immer noch nicht so ganz klar sind. Das beängstigende Damokles Schwert am Horizont.
Das muss doch -verdammtnochmal- endlich mal auszurotten sein.

Im Kommunikationszeitalter tendieren wir dazu, nur noch Überschriften zu lesen. Es wird immer schlimmer. Social Media macht uns zu Analphabeten. (Nicht Anal Phabeten!) Die Medien versuchen immer schneller zu werden, und werden dabei immer schlampiger.

Ein Fallbeispiel

Konstruieren wir einmal ein Fallbeispiel.
Das DKFZ kämpft gegen das Dampfen. Einfach weil es wie Rauchen ist. Wir haben über die Zusammenhänge mehrfach berichtet. Also kommt irgendjemand im DKFZ auf den grandiosen Hirnfurz, und hält Aromen für gefährlich. Weil sie ja wie Alko-Pops die armen Kinder dazu verleiten können, eher zur Dampfe und dann auch zur Zigarette zu greifen.
Dass inzwischen alle erhobenen Statistiken das Gegenteil beweisen spielt dafür keine Rolle. Die Gefahr ist da.

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Einmal was zu melden haben: Der Troll

Also bringt das DKFZ eine Pressemitteilung heraus, die die Gefährlichkeit von Aromen in Liquids herausstellt. Dazu werden dann ein oder zwei Statistiken oder Untersuchungen herangezogen, die das belegen sollen. Und es spricht dann die Empfehlung aus, alle Aromen außer Tabakaromen in Liquids zu verbieten.
Das bekommt jetzt ein Bundestagsabgeordneter per Mail. Denn das DKFZ ist gut vernetzt. Und weil es eigentlich einen guten Ruf hat, glaubt der Abgeordnete dem auch. Er ist gelernter Jurist, hat aber damit von empirisch wissenschaftlichem Arbeiten und solchen Dingen wie Statistik keine wirkliche Ahnung. Also glaubt er auch mal den angegebenen Untersuchungen. (Gerne genommen: Untersuchungen mit Smoking Machines, die bei unsachgemäßem Gebrauch selbstverständlich Schadstoffe messen.) Also gibt er eine Pressemitteilung heraus, in der er sich der Einschätzung des DKFZ anschließt.

Das bekommt dann ein pickeliger Journalist auf den Tisch, der gerade sein Studium in Vergleichenden Religionswissenschaften abgeschlossen hat und für ein Online Käseblättchen schreibt. Weil er keinen Job findet. Denn vergleichende Religionswissenschaftler finden nicht besonders viele Jobs und tun gut daran, im ersten Semester schon die Frage „Das Sparmenü mit Cola?“ zu lernen.
Der muss jetzt aber bis zum Abend noch 500 Worte beim Chefredakteur abliefern. Also saugt er sich dazu etwas aus den Fingern. Dabei hinterfragt er weder die Statistiken, noch den Sinn. Geschweige dass er Ahnung vom Dampfen hat. Er titelt einfach mit „DKFZ fordert Aromenverbot für E-Zigaretten“. Und dann schreibt er wahrheitsgemäß da rein, dass dieser eine Bundestagsabgeordnete das genauso sieht. Danach ist für ihn der Fisch geputzt, und er kann mit seinen schwäbischen Kumpels am Prenzlauer Berg Strawberry Margeritas schlürfen gehen

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Ich hab’s im Fernsehn gesehen, also stimmt es!

Irgendwer liest das jetzt im Internet, regt sich fürchterlich darüber auf, und teilt das auf Facebook oder Twitter. Und jetzt geht der Scheiß erst richtig los.
Eine Empörungswelle läuft an. Denn es gibt Menschen, die aus rein psychologischen Gründen Gefallen daran finden, möglichst Panik zu verbreiten. Im Netzdeutsch nennt man so etwas auch „klickgeil“. Die Gründe sind aber vielschichtiger, so Menschen fühlen sich dann einmal wichtig, bestätigt und sie haben durch die Resonanz einmal Aufmerksamkeit. Das ist psychologisch der gleiche Mechanismus, warum Kinder gerne nerven. Sie wissen, es gibt dafür Aufmerksamkeit. Auch wenn es mal mit einer Backpfeife enden kann, aber das ist in dem Moment egal. Backpfeifen sind auch Liebe.

Am anderen Ende sitzt dann jemand, der gerade von dreißig Zigaretten täglich aufs Vaping umgestiegen ist. Und der bekommt jetzt in irgendwelchen Foren mit, dass Aromen in Liquids verboten werden sollen. Und der ist natürlich zu Recht schockiert und verunsichert. Und kauft im schlimmsten Fall wieder eine Schachtel Kippen.

Die Fakten

Schauen wir uns doch mal die nackten Tatsachen an.
Mal abgesehen davon, dass das DKFZ keine Gesetze erlassen kann, der Prozess der Gesetzgebung viel komplizierter ist; und man eh nix glauben soll, was im Internet steht.

Kommen wir zu den Fakten. So wie sie jetzt und für immer unverbrüchlich in Stein gemeißelt sind.

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Milchviehbauer Hartmut, Hardcore Liquid User

Die Hauptbestandsteile von Liquid sind 1,2-Propandiol (Propylenglykol, kurz PG) und Glycerin (üblicherweise bei Vapern als VG bekannt). Damit dampft es schon mal.
Das sind chemische Grundstoffe, die zu hunderttausenden Tonnen im Jahr verarbeitet werden. In Cremes, in Shampoos, in Duschgels, als Futtermittel in der Landwirtschaft, als Arzneimittel, in Asthma Inhalatoren und vielem mehr. Gerne von dampferfeindlichen Medien wird auch darauf verwiesen, dass es in Enteisungsmitteln ist. Aber jedes Mettbrötchen dass wir zu uns nehmen hat in seinem vorherigen Leben schon einmal Glycerin gefressen.
Man kann diese Grundstoffe also gar nicht verbieten. Zumindest in der Praxis nicht. Es wäre ungefähr so sinnvoll, als wolle man Zucker oder Stahl verbieten.

Das ist vielen Politikern aber gar nicht klar. Und das wird gerne einmal vergessen. Denn Politiker können sich nicht mit allem auskennen. Sie müssen über pränatale Genforschung, erneuerbare Energien und die Steuerlast für Erben eines Betriebes auseinandersetzen. Da geht der Dampfkram schon einmal unter.

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Denkt 3000 Menschen sterben am Nichtrauchen: Die Drogenbeauftragte

Schön ist auch, wenn das Liquid dann auch Nikotin enthält. Wir alle lieben das, es wird inzwischen von Wissenschaftlern aber mehr und mehr mit Coffein verglichen. Die Tasse Kaffee am Morgen. Und das Gleiche funktioniert übrigens auch, wenn Coffein im Liquid ist.
Nikotin ist aber ein Reinstoff. Der auch in Kartoffeln und Tomaten vorkommt. In allen Nachtschattengewächsen. Und aus allen kann man Nikotin gewinnen. Reinstoffe kann man nicht verbieten. Das wäre so, als wolle man Helium verbieten.
Natürlich kann man die Verbreitung verbieten. Aber wir sehen ja am Cannabis, wie gut das funktioniert.

Und als letztes haben wir Aromen. Aber wir sind ständig umgeben von Aromen. Vom Duft Baum im Auto über das Auto selber bis zum Erdbeer Joghurt. Auch das kann man nicht verbieten. Man würde sich mit den Größten der Branche anlegen. Denn die allermeisten Aromen werden ganz sicher nicht für Liquids hergestellt.

Man kann Liquids nicht verbieten

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VG Dealer Ring in Bulgarien hochgenommen

Und deshalb sagen wir, bevor Panik losbricht, Liquids kann man nicht verbieten. Denn das halten wir für weit sinnvoller, als jemandem der mit Hilfe der Dampfe umsteigen will zu erzählen „die Regierung“ will alles verbieten.
Was verboten werden kann, und was in der Umsetzung auch machbar ist, ist dass diese Stoffe zusammengeschüttet und als Liquid zum Dampfen verkauft werden können. Aber das war es dann auch.
Alles was ein Dampfer braucht ist PG, VG, Aroma und vielleicht Nikotin. Und so etwas wie einen Tauchsieder, womit er das Ganze auf 200° bis 300° erhitzen kann.
Und man darf doch davon ausgehen, dass irgendein findiger Kaufmann Mittel und Wege finden würde, das dann beispielsweise als kleines Gebinde zum Zusammenschütten anzubieten. Irgendwie ist der Glaube in die Triebfeder „Freie Marktwirtschaft“ erstaunlich mangelhaft. Aber das ist genau das Gleiche, was mit Basen und Aromen bereits läuft. Nur dass in den Basen direkt Nikotin mit drin ist.

Es geht in dieser ganzen Debatte und der Angstmacherei eigentlich gar nicht darum, ob wir weiter dampfen können. Oder ob die Regierung das verbieten kann. Sondern es geht um den Wohlfühlfaktor. Die Komfortzone. Es geht darum, ob wir die fertigen Liquids mit der Nikotinmenge unseres Bedarfs im Online Versandhandel bestellen können. Denn dass es immer möglich sein wird, daran kann es gar keinen Zweifel geben. Und zur Not müssen dann alle halt selber mischen. Ist auch keine Raketenwissenschaft.

Trotzdem wichtig!

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Vielfalt muss erhalten bleiben.

Und bevor wieder böse Mails kommen: Wir halten es trotzdem für wichtig und lohnenswert dafür zu kämpfen. Denn es ist leichter einen Raucher von einer Alternative zu überzeugen, die er im Laden um die Ecke kaufen kann. Zumindest leichter, als ihn davon zu überzeugen sich im Landwirtschaftlichen Einzelhandel 100 Liter PG und VG zu kaufen und das zusammenzumischen. Die Vielfalt muss erhalten bleiben.
Aber man muss doch bitte einmal die Relationen sehen.

Dampfen ist in der Welt. Es wird nicht mehr verschwinden.
In Deutschland dampfen etwa zwei Millionen Menschen, in England fast drei. In Italien explodieren die Zahlen trotz steuerlicher Maßnahmen (von 2015 zu 2016 um 370%), in Frankreich toppen Ärzte die Einschätzungen des Royal College of Physicians. Erhitzte Grundstoffe die inhaliert werden und so eine Chance für Millionen weniger Krebstote bieten. Sowas geht nicht einfach weg, nur weil ein Sesselfurzer in einer genussfeindlichen Vereinigung meint, da müsse man doch etwas gegen machen.

An dieser Stelle entschuldigen wir uns für die reißerische Überschrift. Aber wenn Ihr es bis hier hin geschafft habt zeigt das ja, dass ihr nicht zu denen gehört die nur Überschriften lesen.
Wir lieben unsere Leser. Knutscha!

Ps.: Die Anal Phabeten bekommt Ihr nie wieder weg.

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.