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Apple und die iCig – Reloaded

Änderung der Firmenpolitik zu Dampfer Apps

Wie vapers.guru erst vor zwei Tagen berichtet hat, hat die Anmeldung eines Patents von Apple für einen Verdampfer ausgereicht, um Spekulationen durch das Netz zu jagen.
Vom unabhängigen Qualitätssender RT bis zur eGarage wurde wild gemutmaßt, ob Apple nun in den boomenden Dampfer Markt einsteigt.
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(Der Artikel dazu ist hier…)
Die Tatsache, dass nicht alles was Dampf erzeugt auch mit E-Zigaretten zu tun hat, dürfte irgendwie einleuchtend gewesen sein.
Freundlicherweise hat uns dann gestern einer unserer Leser auf einen Artikel (hier…) aufmerksam gemacht, der der ganzen Spekulation nochmal einen neuen Spin gibt. Aber irgendwie ganz anders.
Und diese Nummer ist gelaufen bevor öffentlich über eine Apple iCig spekuliert wurde.

England war in der Entwicklung einer Vaper Community immer schneller und professioneller als andere. Beispielsweise wird der Aufbau eines der ersten Online Foren auch in der Vape Doku A Billion Lives angesprochen.

Planet Of The Vapes

Der Planet der Dämpfe (Foto: POTV)

Planet Of The Vapes (POTV) ist ebenfalls ein solcher Vorreiter aus Großbritannien. Die Betreiber haben das 2012 gegründete Forum inzwischen tatsächlich professionalisiert, eine Firma gegründet, betreiben einen Shop und Affiliate Marketing. Übergeordnete Threads können hier auch schon mal auf über 300.000 Kommentare kommen. Die Nummer ist also wirklich groß.

POTV im App Store

Das liegt vielleicht auch daran, dass POTV eine eigene App auf Tapatalk umgesetzt hat, die in den entsprechenden Stores angeboten wird. Auf Android wurde die App 10k – 50k Mal heruntergeladen.
Bereits im November hatte POTV dann ein Update für diese App an Apple übersendet, worauf sie aber erst am vergangenen Dienstag Antwort erhielten.

24.01.2017
Absender: Apple

Wir haben festgestellt, dass Ihre App den Verkauf von Tabak oder Nicotin bezogenen Geräten unterstützt oder promotet, einschließlich aber nicht beschränkt auf Zigaretten, Pfeifen, Shishas und/oder E-Zigaretten, was im App Store nicht gestattet ist.

Weitere Schritte:
Bitte überprüfen Sie das Konzept Ihrer App und ermitteln Sie, ob Sie Inhalte und Features einbinden können, die in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des App Store sind.

POTV hat die Richtlinien dann natürlich geprüft und dort stand in diesem Zusammenhang lediglich, dass Apps keine Minderjährigen zum Missbrauch von Drogen, Alkohol oder Tabak ermutigen sollen. (Guidelines section 1.4.3)
Die Antwort an Apple ging sofort raus, und Apple sagte dann ein persönliches Telefonat innerhalb der nächsten drei Tage zu.
Der Anruf kam dann auch tatsächlich am vergangenen Donnerstag. Nach einem kurzen Austausch wurde den Betreibern bestätigt, dass Apple hier die Firmenpolitik geändert habe.
Um das zu verifizieren bat man dann um das Gespräch mit einem Vorgesetzten. Auch das kam recht schnell und die junge Frau erklärte dann…

Ja, hierbei handelt es sich um eine Änderung der Firmenpolitik. Politik ändert sich von Zeit zu Zeit. Und in der Vergangenheit war das alles ok, aber jetzt akzeptieren wir keinerlei Inhalte zu Tabak oder Nikotin mehr.

Selbstverständlich wurde mehrfach der Hinweis gegeben, dass es sich bei der E-Zigarette nicht um ein Tabak Produkt handelt, Nikotin keine verbotene Substanz ist und POTV ausschließlich für Volljährige ist. Also auch nicht gegen die Richtlinien verstoßen wurde. Denn von E-Zigaretten oder Nicotin steht ja nichts drin.
Daher war auch die Frage berechtigt, ob Apple das in den Bestimmungen entsprechen ändern würde. Um die neue Firmenpolitik abzubilden.

Das steht so nicht auf der Website und mir sind keine Pläne bekannt die veröffentlichten Regeln zu aktualisieren.

Das Gespräch wurde von Apple mit dem Kommentar beendet:

Das ist eine Geschäftsentscheidung und wir werden sie nicht weiter begründen.

(Zitate des Gesprächs gemäß POTV)

Werden alle Dampfer Apps gelöscht?

Bei einem so großen Konzern kann man nie wissen, ob und wie weit das nun wirklich umgesetzt wird. Oder ob sich hier nur ein Support rausgeredet hat. Die POTV App ist nach wie vor im Store verfügbar, wird aber offensichtlich nicht mehr aktualisiert.
Sollte diese neue Firmenpolitik tatsächlich so umgesetzt werden, wären auch deutsche Apps zum Mischverhältnis von Liquids oder Wickelrechner betroffen.

Kostenlos als App: Schöner saufen mit Apple

Natürlich sind nach wie vor auch weiterhin Apps zu Bier, Wein und sogar Cocktails frei im Store. Obwohl diese auch nach der alten Firmenpolitik reglementiert sind. Alleine zu Whiskey (oder Wiskey, oder Whisky, oder Wizzky) sind dutzende Apps online.

Auch die erwähnte Doku A Billion Lives hatte bereits ähnliche Probleme, da kurz nach Veröffentlichung ihre Facebook Seite zumindest überprüft und kurzzeitig vom Netz genommen wurde. Und auch vapers.guru hatte schon Probleme, da nach langer Prüfung eine Werbeanzeige nicht von Facebook zugelassen wurde. Weil vapers.guru Tabak unterstützt.

Es bleibt viel zu tun

Bevor jetzt aber wieder ein Wutdampfer® „Lügenpresse“ und „Meinungsfreiheit“ brüllt, muss man klar feststellen, dass es sich hier um die Firmenentscheidungen von privaten Unternehmen handelt. Und die können nun einmal bewerben und Apps verbimseln wie sie lustig sind.
Es zeigt aber sehr deutlich, dass Vaping in den Führungsetagen von Apple, Facebook, Google und Konsorten offenbar nicht verstanden wurde. Hier wären die Interessenverbände auch international gefordert, mit diesen Unternehmen zu sprechen. Denn eine Verbannung von diesen Plattformen könnte dem Dampfen wirklich wehtun. Weil es die Verbreitung verlangsamen würde.

Wenn jetzt tatsächlich noch jemand glaubt, Apple würde in die E-Zigarette einsteigen, weil sie einen Verdampfer patentiert haben, der sollte vielleicht doch mal mit jemandem sprechen. Das Verhältnis zur Realität scheint da doch eher ein oberflächliches zu sein.

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.