header-advert

BfR: Liquids in Deutschland unbedenklich

Die Behörde testete Stichproben


  • Nur in einer Probe fanden sich geringe Mengen Vitamin-E-Acetat
  • THC in CBD Liquids entdeckt
  • BfR fordert internationale Standards

Im vergangenen Jahr sind laut Pressemeldungen angeblich mehrere Menschen nach dem Gebrauch einer E-Zigarette gestorben. So stand es zumindest in den deutschsprachigen Medien.

header-advert

Die Ursache war jedoch eine andere.
Vor allem junge Leute hatten Akkuträger von E-Zigaretten genutzt, um zu kiffen. Da die zugelassenen THC-haltigen Liquids jedoch in den Bundesstaaten, in denen die Fälle auftraten, verboten waren, haben die Konsumenten auf illegale Produkte zurückgegriffen. Und die waren von den Dealern mit Vitamin-E-Acetat gestreckt worden.

Dieses wasserunlösliche Öl führt bei Inhalation zu einer Lipidpneumonie.
Während die Ursache durch die Behörden recht schnell aufgeklärt wurde, berichteten Medien hierzulande noch fälschlich von „der E-Zigarette“.

Inzwischen sind 86 Menschen an den gepanschten Liquids verstorben, 2807 mussten stationär behandelt werden.

Die Liquids waren unbedenklich

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung am Monat mitteilt, hat es die Sorgen aufgegriffen und Liquids für E-Zigaretten gemessen.
Das Ergebnis ist eindeutig: Die Liquids waren unbedenklich.

Nur in einer einzigen von 57 Stichproben fanden sich überhaupt geringe Mengen des Vitamin-E-Acetats.
Dies kann daran liegen, dass Abfüllanlagen häufig mit solchen Stoffen gereinigt werden. Die Rückstände liegen jedoch weit unterhalb jeder bedenklichen Konzentration.

In 20 der Proben konnte THC nachgewiesen werden. Das kann jedoch nur bei den ebenfalls getesteten CBD Liquids der Fall gewesen sein.
CBD ist wie THC ein Cannabinoid, das aus dem Hanf Cannabis Sativa gewonnen wird. Das jedoch keine psychoaktive Wirkung hat und daher derzeit noch eine juristische Grauzone darstellt.
Offenbar arbeiten einige Unternehmen dieser derzeit boomenden Sparte nicht so, wie die Vorschriften es voraussetzen.



BfR fordert Standards

Die Tests wurden vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeinsam mit den Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern (CVUAs) Karlsruhe und Sigmaringen durchgeführt.
Das BfR und das CVUA Sigmaringen entwickelten eigens für diese Tests neue Methoden, um Vitamin E und Vitamin-E-Acetat in E-Liquids nachzuweisen. Das CVUA Karlsruhe erarbeitete ein neues Nachweisverfahren für THC, CBD und verwandte Substanzen in Liquids.

Das BfR fordert, dass international standardisierte Nachweismethoden für Inhaltsstoffe von E-Liquids etabliert werden

„Dieses Resultat spricht dafür, dass von E-Liquids, die deutschen Regelungen entsprechen, keine Gefahr durch Vitamin-E-Acetat ausgeht“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Umso mehr ist davon abzuraten, E-Liquids selbst zu mischen und damit ein gesundheitliches Risiko einzugehen.“

Damit ist das Panschen von irgendwelchen Flüssigkeiten gemeint. Nicht das so genannte Selbermischen von zugelassenen Halbfertigprodukten wie Base oder den so genannten Shake & Vape Produkten aus dem Fachhandel.


The following two tabs change content below.

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.

Neueste Artikel von Joey Hoffmann (alle ansehen)