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Warum Covidioten Idioten sind

Befreiungsschlag aus Notwehr

Das ewige Stakkato an Kommentaren durch Covidioten bringt mich an meine psychische Belastungsgrenze. Tatsächlich entwickele ich Burn Out Symptome. Denn ich arbeite auf und mit Social Media und kann mich dem nicht entziehen.

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Ich vernachlässige meine normale Arbeit. Das Interesse an meinem Kernthema geht zurück, was inzwischen auch an den Klickzahlen ablesbar ist. Von denen auch ich zumindest indirekt und mittelbar abhängig bin.
Menschen haben nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Und wer den ganzen Tag mit Corona Meldungen beballert wird, liest weniger Beiträge zu anderen Themen.

Zweimal habe ich lange Beiträge zum Thema Corona verfasst. Weil ich das Gefühl habe, mich befreien zu müssen. Beide Artikel habe ich wieder verworfen.

Denn auch ich springe immer wieder auf die unsägliche Diskussion an, die immer den gleichen Mechanismen folgt. Covidioten posten irgendwelche Behauptungen ohne Nachweis. Befeuert von halbgaren Thesen eines Bhakdi oder Wodarg. Oder noch nicht einmal Thesen: Zweifeln.

Also komme ich jedes mal wieder in den Automatismus, Aussagen widerlegen zu wollen. Faktenchecks zu machen. Grundlagen zu erklären. Letztendlich muss aber auch ich einsehen, dass es nichts bringt.

Ja, unsere Gesellschaft spaltet sich. Aber wie kann ich deutlich machen, warum sie sich meiner Ansicht nach spaltet? Wie kann ich erklären, warum viele bestimmte Grundlagen einfach nicht verstanden haben? Wie kann ich deutlich machen, warum Diskussionen erfolglos bleiben müssen?

Ich halte Covidioten inzwischen wirklich für Idioten.
Es tut mir auch nicht mehr leid, wenn ich jemanden damit verletze oder angreife. Denn ich bin in dem gleichen emotionalen Zustand angekommen, in dem sich offenbar viele Covidioten befinden. Diese Menschen greifen mich an.
Nicht dadurch, dass sie keine Maske tragen wollen. Sondern durch ihre selbstsüchtige Idiotie und Faktenresistenz. Und da ist langsam Schluss mit lustig.

Ich habe die Geduld verloren überzeugen zu wollen.
Daher machen wir das jetzt mal umgekehrt. Ich versuche mal sehr vereinfacht zu veranschaulichen, wie jemand zu einem Covidioten wird. Nicht Montagsphilosophie sondern Küchenpsychologie.

Darf ich vorstellen: Jutta

Jutta ist 46 und Schuhverkäuferin. Sie ist eher schlecht ausgebildet und hat Angst um ihren Job. Sie hat eine latente Zukunftsangst. Die Welt wird immer schneller und komplexer, sie fühlt sich abgehängt.

Jutta hat nie viel gelesen. Sie hat keine ausgeprägte Medienkompetenz.
Auf der Arbeit muss sie ein Faceshield tragen. Nach der Arbeit geht sie in den Supermarkt und sieht überall Menschen mit Masken. Das alles macht ihr Angst. Denn das ist Juttas Erlebnishorizont, nach dem beurteilt sie alles und bildet sich Meinungen. Außerdem ist Juttas Mann starker Raucher und hat COPD. Jutta liest ganz viel von verstorbenen und beatmeten Patienten mit Vorerkrankungen. Und das macht ihr noch mehr Sorgen.

Denn die Informationen bekommt Jutta jetzt frei auf ihr Handy geliefert. Durch Social Media, vor allem durch Facebook. Sie muss dafür nicht mehr zum Kiosk, in die Bibliothek oder auf die Seite einer Online Zeitung.

Belogen und betrogen

Dann liest Jutta ein Posting auf Facebook. Es sterben gar nicht so viele Menschen. Und plötzlich fühlt Jutta sich betrogen und an der Nase herumgeführt.
Wenn Corona doch gar nicht so gefährlich ist, wozu dann das Faceshield und die Masken, wozu die Ängste und Sorgen?

Also liest sie mehr solche Postings. Da wird erklärt, dass Infektionszahlen, die in den Schlagzeilen stehen, gar nicht bedeuten, dass diese Menschen alle krank werden. Und außerdem sterben fast nur Menschen über 70.
Sie kommt auf ein YouTube Video mit Sucharit Bhakdi, immerhin ein ehemaliger Professor. Und der fordert sogar das Ende aller Maßnahmen.

Juttas Angst verwandelt sich in Wut. Sie fühlt sich nicht nur betrogen, sondern belogen. Und das muss ja einen Grund haben. Sie kann sich nicht erklären, warum jemand andere Menschen zwingen sollte Masken zu tragen.
Doch dann erfährt Jutta durch Facebook, dass Bill Gates ja so eine Stiftung hat und alle Menschen impfen lassen will. Das ist eine naheliegende Erklärung. Bill Gates will damit Geld verdienen.

Inzwischen ist Jutta zur Detektivin geworden. Umso mehr sie liest, umso mehr durchschaut sie den Plan, der dahintersteht. Bill Gates finanziert die WHO, die WHO erklärt Corona zur Pandemie… es ergibt alles einen Sinn.

Die Angst vor Fremdbestimmung

Ihre neuen Erkenntnisse will Jutta mit anderen teilen. Sie postet sonst wenig, einfach weil sie keine Ahnung von Politik hat und auch sonst wenig zu erzählen. Außer für ihre Freunde mal ein Foto von ihrem Hund.

Aber nun kommentiert Jutta unter einer Meldung einer großen Zeitung zu Corona. Sie rechnet damit, Aufmerksamkeit zu bekommen oder sogar Dankbarkeit. Doch stattdessen schlagen Jutta innerhalb von Minuten zwanzig Kommentare entgegen. Was Jutta völlig überfordert.

Jetzt empfindet Jutta neben Ihrer Wut auch Frust.
Sie kann es sich nur so erklären, dass alle anderen schon so manipuliert sind, dass sie die Augen vor der Wahrheit einfach verschließen. Also fängt sie an Gleichgesinnte zu suchen und freut sich darüber, wenn sie einmal Zuspruch in den Kommentarspalten bekommt.

Das alles macht Jutta nur noch mehr Angst. Denn wenn alle so manipuliert sind, wie soll man sich dann noch dagegen wehren?
Sie fühlt sich ausgeliefert und bekommt das Gefühl fremdbestimmt zu sein. Andere wollen sie zu etwas zwingen. Nicht nur zum Maskentragen. Bestimmt auch zu einer Impfung.



Das Kartenhaus, das nie einstürzt

Jutta ist nicht mehr abholbar. Denn Jutta befindet sich in einer Spirale.
Nichts im Menschen ist so stark wie der Drang, das eigene Selbstbild zu erhalten und zu verteidigen. Dafür gehen Menschen auch in den Tod.

Jeder Versuch Jutta durch Fakten zu überzeugen, wird nur dazu führen, dass sie ihrem inzwischen geschlossenen Weltbild neue Gedankenkonstrukte hinzufügt.
Es ist wie ein Kartenhaus. Versucht man eine Karte herauszuziehen, wird Jutta von der anderen Seite eine Karte nachschieben. Und gleichzeitig versuchen, das Kartenhaus noch stabiler zu machen. Sie wird anbauen, mit Dachterrasse und Pool.

Und das führt dann immer weiter in Verschwörungsmythen. Denn Verschwörungserzählungen sind nichts anderes, als ein Versuch, sich die Welt erklärbar zu halten. Wissenslücken oder Unwägbarkeiten werden durch Meinungen und Glauben ausgefüllt. Der Meinung, die man vorher bereits im Kopf hatte.

Schlechte Ausgangsvorraussetzungen

Das alles klingt plausibel und nachvollziehbar. Und so gar nicht nach Idiot.
Aber die überwiegende Mehrheit der Menschen hat die gleichen Informationen. Und kommt zu völlig anderen Schlüssen. Es muss also ein Ausschlusskriterium geben, eine Differenzialdiagnostig. Irgendetwas läuft bei Jutta anders, als bei anderen.

Jutta hatte von vorn herein eine andere Ausgangsposition und hat dann einige sehr grundlegende Fehler gemacht. Und genau weil sie diese nicht erkannt hat und erkennen will, halte ich Jutta für einen Idioten.

Zunächst steht Jutta auf der sozialen Leiter eher unten. Ausreichend weit unten, um sich generell als wenig selbstbestimmt zu empfinden. Das hat tatsächlich nur bedingt etwas damit zu tun, dass Jutta schlecht ausgebildet ist und Zukunftsängste hat. Aber es ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Doch auch gut gebildete oder gut verdienende Menschen können ein „Mindsetting“ haben, in dem sie eine sehr geringe Selbstwirksamkeitserwartung haben. Und sowas ist immer ein Einfalltor für Verschwörungsmythen.

Und dann hat Jutta keine ausgeprägte Medienkompetenz. Sie hat nie gelernt Texte zu interpretieren und zu hinterfragen, von wem sie kommen und welche Motivation der Verfasser vielleicht hatte.
Für sie ist das alles irgendwie das Gleiche. Ein Interview mit einem ehemaligen Professor oder ein Video von einem ehemaligen Amtsarzt auf YouTube ist für Jutta gleichwertig mit einer Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts.

Denn Jutta weiß nicht, wie Wissenschaft funktioniert. Sie weiß nicht einmal genau, was in Universitäten abläuft. Sie sieht nur, dass irgendein Wissenschaftler etwas im Fernsehen erklärt und ein anderer „Wissenschaftler“ auf YouTube scheinbar etwas anderes behauptet.

Das Lügenpresse Paradoxon

Für Jutta wird das alles zu einem Informationsbrei, den sie nicht mehr auseinanderhalten kann. Und da begeht Jutta den zweiten Fehler. Sie unterliegt dem Confirmation Bias.
Der so genannte Bestätigungsfehler bringt uns dazu Informationen zu bevorzugen, die unsere bereits gefasste Erwartung bestätigen. Und so glaubt Jutta einem Bhakdi oder einem Ganser und hinterfragt diese nicht mehr. Sie glaubt ihnen mehr als den Medien, denen sie eh nicht mehr vertraut.

Und das ist ein weiterer, fundamentaler Fehler von Jutta. Denn wenn sie Medien nicht mehr vertraut, muss sie ihnen ja irgendwann vertraut haben.
Juttas Fehler ist also nicht, dass sie Medien nicht vertraut. Sondern dass sie offenbar irgendwann einmal Informationen aus den Medien als „Wahrheit“ eingeordnet hat. Und jetzt endtäuscht ist und sich betrogen fühlt. Weil sie merkt, dass Medien nicht „die Wahrheit“ sagen.

Medien waren nie dafür da, zu informieren. Sondern mit Informationen etwas zu bezwecken. Mindestens Geld zu verdienen. Wem das bewusst ist, der wundert sich auch nicht darüber, dass in Überschriften immer die extremsten Zahlen und die dramatischsten Bilder stehen. Das machen alle so und haben es schon immer so gemacht.

Wenn man Informationen aus Medien konsumiert – und im Informationszeitalter ist es ein Konsum – muss man in der Lage sein, sie einzuordnen. Wer das nicht kann, läuft große Gefahr, irgendwann endtäuscht zu werden. Und sich betrogen zu fühlen wie Jutta.
Es ist kein Betrug. Und es steckt kein großer, geheimer Plan dahinter. Man muss von Menschen erwarten, das selber einordnen zu können.

Letztendlich hat Jutta noch mehr Fehler gemacht. Beispielsweise hat sie sich öffentlich geäußert, ohne die dafür nötigen Kompetenzen zu besitzen. Denn Meinungsfreiheit steht auch immer dem zu, der widerspricht. Und da muss man gegenhalten können.

Ein alter Spruch sagt, Gott hat den Menschen geschaffen und Samuel Colt hat sie gleich gemacht. Ich würde eher sagen, die Evolution hat Menschen unterschiedlich gemacht und Mark Zuckerberg hat ihnen das Gefühl gegeben gleich zu sein.

Auf Social Media sehen wir nur Profile. Und vergessen dabei, dass dahinter auch Vollidioten und Gehirnchirurgen stecken können. Meinungen sind eben nicht gleich viel wert, das ist eine Illusion. Und vor allem sind Meinungen nicht gleichwertig mit Fakten.

Diskussion zwecklos

Es gibt also gleich zwei Gründe, warum es keinen Sinn macht, mit Jutta zu diskutieren.

Jutta ist mit der Komplexität der Situation heillos überfordert. Denn Jutta versteht weder, wie es zu politischen Entscheidungen auf Landesebene kommt, noch warum diese getroffen werden.
Es macht keinerlei Sinn mit jemandem zu diskutieren, der den Unterschied zwischen absoluten und relativen Zahlen nicht verstanden hat, den Unterschied zwischen Infektionszahlen und Letalität auf Social Media erklärt bekommen muss oder exponentielles Wachstum nicht versteht.

Zum zweiten bewegt Jutta sich auf der emotionalen Ebene. Sie hat Angst; erst vor dem Virus, dann vor Fremdbestimmung. Was auch der Grund ist, warum Covidioten allen anderen Angst unterstellen.
Aber es bringt nichts, mit Fakten gegen Emotionen zu argumentieren. Denn jemand der sich in dieser emotional aufgeladenen Spirale befindet, wird immun gegen Fakten.

Covidioten interessiert es nicht, dass es keine Impfung gegen Corona gibt und eine Zwangsimpfung nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Covidioten interessiert es nicht, dass Bill Gates keinen Cent an Impfungen verdient. Und ihre Inkompetenz demokratische Mittel zu nutzen wird umgedeutet in eine Diktatur.

Genau deshalb halte ich Covidioten für Idioten.
Weil sie es selber in der Hand hätten, sich zu informieren. Weil sie es selber in der Hand hätten, ihre empfundene Angst mit den Realitäten in Abgleich zu bringen. Und zwar völlig egal, ob Angst vor Covid oder Angst vor Regulierungen. Weil sie es selber in der Hand haben, gegebene Mittel dieser freiheitlichen Demokratie zu nutzen anstatt auf sinnlosen Demos mitzulatschen oder Kommentarspalten zu bombardieren.

Wer seine Entscheidungen, Ansichten und Handlungen von Emotionen bestimmen lässt, ist schwach. Und Covidioten geben anderen dafür die Schuld.

Offensichtlichkeiten, die jeder zu wissen hat

Jutta ist nur ein Beispiel. Und es spielen sehr viel mehr Faktoren eine Rolle. Sowohl bei Jutta selber, als auch bei der Gruppe der Covidioten.
Beispielsweise die Instrumentalisierung durch Rechtspopulisten, das Gefühl der Notwehr und auch ein bunter Blumenstrauß weiterer Kognitiver Verzerrungen.

Und inzwischen gibt es das gleiche Phänomen auf der anderen Seite. Menschen die mehr Sicherheit haben wollen und deshalb wissenschaftliche Aussagen fehlinterpretieren und strengere Maßnahmen fordern. Und völlig ignorieren, dass wir noch nicht einmal genau wissen, wo die meisten Übertragungen stattfinden.
Um ehrlich zu sein, sind diese Menschen nicht viel besser als Jutta. Aber sie sind nicht so laut und fluten die Kommentarspalten nicht mit ihrem Sendungsbewusstsein der Idiotie.

Durch einen Hinweis eines Lesers habe ich mir den Vortrag von Daniele Ganser vom September angeschaut. Und ich war erschüttert.
Dieser Historiker und Pfarrerssohn verdient tatsächlich Geld damit, den Menschen Offensichtlichkeiten zu erklären, die jeder zu wissen hat. Vierzig Minuten Schulstoff, vorgetragen von einem Doktor, abgestimmt auf das Interesse von „Skeptikern“. Die daraus Thesen und Realitäten basteln, mit denen sie dann Wochenlang auf Facebook, YouTube und Twitter anderen Menschen auf den Sack gehen.

Am Schluss empfahl er, man solle sich genau anschauen, wie viele Menschen an Corona gestorben sind und wie voll die Krankenhäuser sind. Dem widerspreche ich energisch.
Das sollten die Menschen sich nicht angucken. Dass hätten die Menschen sich angucken müssen, bevor sie eine Karte für über zwanzig Euro kaufen, damit ihnen einer erklärt, was vollkommen offen überall zu finden ist.

Die Spaltung der Gesellschaft

Ja, unsere Gesellschaft spaltet sich. Aber nicht in Pro und Contra Regulierungen. Oder Pro oder Contra Flüchtlinge.
Sondern die Spaltung verläuft dort, wo Menschen in der Lage sind, Informationen zu hinterfragen, zu bewerten und logisch und faktisch damit umzugehen. Und auf der anderen Seite den Menschen, die überfordert dazu nicht in der Lage sind. Denjenigen, die Meinungen für gleichwertig mit Fakten halten und ihre Emotionen über alles andere stellen.

Vielleicht wäre es sinnvoll, einfach mal für drei Monate Social Media abzustellen.
Das würde nicht nur diesen Untergangspropheten die Möglichkeit nehmen, ihren unterbelichteten Scheißdreck zu verbreiten. Und gleichzeitig die Bedeutung von Meinungsfreiheit nochmal zu veranschaulichen. Es würde auch die Berichterstattung der Medien auf ein gesundes, panikarmes Maß zurückschrauben.

Selbstverständlich kann und muss man über die Regulierungen diskutieren. Aber das findet nicht in den Kommentarspalten statt. Dort gibt es keine Demokratie.
Und wenn jemand weniger Regulierungen fordert, möge er mir drei sehr einfache Informationen geben. Wie viele Menschen an Covid sterben werden, wie viele Menschen an Spätfolgen leiden werden und was das dann die Wirtschaft kosten wird.
Konnte seit März kein einziger.

Ich befinde mich inzwischen selbst in dem emotionalen Zustand einer empfundenen Notwehr. Und deshalb nehme ich auch keine Rücksicht mehr.
Diese Menschen sind Idioten.


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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.
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