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Was bedeuten Watt und Ohm?

Crash Kurs in Dampfmenge

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Wir wurden in den vergangenen Wochen mehrfach gebeten, diese Nummer mit den Ohm und den Watt zu erklären. Denn die meisten inzwischen verkauften Geräte sind E-Zigaretten der dritten Genration und damit einstellbar.
Viele Vape Newbies und Umsteiger sind erst einmal verwirrt, wenn es an die Ohm geht. Und erfahrene Vaper vergessen das oft, philosophieren direkt von dreistelligen Wattzahlen auf dem Akkuträger, während der Umsteiger sich im Kopfkino noch fragt, ob Subohm ansteckend ist und welche Farbe die Geschlechtsteile dann bekommen.
Ein großes Missverständnis können wir hier direkt ausräumen: Ja, Subohm ist ansteckend. Es ist die Vorstufe des HWV.

Das nächste Problem ist, dass viele direkt strunzend mit dem Ohmschen Gesetz kommen. Wahrscheinlich sind das die gleichen, die in Naturwissenschaften fürchterlich verkackt sind. Da wird dann jetzt sofort der physikalische Roundhouse Kick ausgepackt.
Aber oftmals sieht man an den Erklärungen, dass die Leute das selber nicht so ganz verstanden haben. Denn für den normalen Menschen, also den, der so garnix mit Physik am Arsch hat, ist es erst einmal unlogisch, dass man bei weniger Widerstand mehr Power braucht.
Aber machen wir es einmal für Doofe. Waren nämlich alle mal. Denn man braucht dafür weder ein Studium der Raketenwissenschaften, noch muss man sich mit dem Ohmschen Gesetz auseinandersetzen.

Wat soll dieses Ohm?

Der Coil, oben mit der Watte für das Liquid, unten mit Power

In der E-Zigarette ist ein Heizdraht, der so genannte Coil. Dieser Coil hat einen bestimmten Widerstand. Und der wird gemessen in Ohm. Benannt nach Georg Simon Ohm für seine herausragenden Leistungen im Bereich des Nervens von Schülern.
Anhand des Widerstandes kann man sehen, wieviel Dampf der Coil produziert. Einfacher Merksatz: Umso geringer die Ohmzahl, umso mehr Dampf. Das ist eigentlich schon das ganze Geheimnis.
Das Zeichen für Ohm ist das griechische Omega = Ω.

Die Skala reicht dabei etwa von 0,2 Ohm für die ganz kopfkranken, bis zu 1,8 Ohm für die M2L Dampfer, die damit nur Ihre Zigarette ersetzen wollen.
Die guten Umsteiger Geräte, wie die Kangertech Evod II oder der alte aber immer noch hervorragende Aspire Nautilus, bieten solche Coils von 1,5 bis 1,8 Ohm an.
Alles was sich unterhalb von 1,0 Ohm abspielt nennt man deshalb unterohmig, also subohm. Das eine ist eher die Zigarette, das andere eher die Shisha oder Pfeife.

Und wat is mit Watt?

Nur mit dieser Info alleine riskiert vapers.guru aber nicht nur den nächsten Shitstorm von aufgebrachten Vape Nerds, sondern auch eine Flut von Mails, weil Anfänger mit Coils zuhause sitzen und keinen Dampf herausbekommen.
Denn es kommt ein zweiter, sehr wichtiger Aspekt dazu.

Strom ist ja quasi nichts anderes als Druck. (Lifehack: Sagt das einem Physiklehrer, wenn Ihr mal einen Herzinfarkt oder Amoklauf live sehen wollt.)
Der Strom wird durch den Heizdraht gedrückt und macht ihn damit heiß. Jetzt könnte man ja meinen, dass wenn weniger Widerstand da ist, bräuchte man auch weniger Power. Das ist aber genau falsch, und an diesem Punkt vergallopieren sich auch viele Klugscheißer mit diesem Ohmschen Gesetz. Denn wir wollen ja nicht nur Strom zum Fließen bringen, sondern wir wollen ja dass es glüht und Liquid verdampft.
Das ganze versuchen wir aber mal mit einem Bild, das man sich sehr leicht merken kann.

Eselsbrücke

Marilyn Monroe in Ihrem VHS Kurs „Dampfen für Blondinen“, 1958

Jeder hat als Kind einmal Wasser durch einen Strohhalm geschossen. Man braucht sich nur die Backen vollmachen, und spritzt das Zeug dann meterweit.
Jetzt kann sich aber jeder leicht vorstellen, dass das anders aussieht, wenn man Wasser durch einen Gartenschlauch spucken will. Da kann man sich den Mund noch so voll machen, auf der anderen Seite tröpfelt es dann vielleicht einmal lustlos ein bisschen heraus.
Spuckt man bei Gibraltar einen Mund voll Wasser ins Meer, ist es unwahrscheinlich, dass ein Tsunami Marokko wegspült.
Umso weniger Widerstand ich habe, umso mehr Power brauche ich, damit sich überhaupt etwas tut.
Und deshalb brauche ich für einen Coil mit 0,5 Ω viel mehr Power als für einen Coil mit 1,5 Ω.
Gebe ich bei einem Coil mit beispielsweise 1,5 Ohm aber zu viel Stoff, kann es sein dass der einfach durchknallt wie eine Glühbirne. Denn die sind dafür einfach nicht ausgelegt.

Beim Vaping hat sich inzwischen die Angabe in Watt durchgesetzt. Es gibt auch noch Akkuträger, die den Power in Volt anzeigen. Aber das ist für einen Umsteiger erst einmal zu vernachlässigen.

Wieviel Watt bei wieviel Ohm?

Natürlich wollen jetzt viele Umsteiger wissen, wieviel Power, also Watt, sie für welchen Coil benötigen. Und das ist das eigentliche Problem, das kann man so pauschal nicht sagen.
Aber auf den meisten Coils steht inzwischen schon ganz klein ein Betriebsbereich drauf. Die meisten Händler geben auch einen Bereich an. Es reicht sich danach zu richten und erst einmal heranzutasten.
Bei Geräten der zweiten Generation, also solchen Umsteiger Geräten wie der Evod II, muss man sich gar nicht damit auseinandersetzen. Denn da kann man den Akku gar nicht einstellen.

Aber nur um den Newbies auch einen Eindruck zu geben: Beispielsweise hängt das auch vom Material ab. Die neuen Keramik Coils sind viel träger und benötigen dann vergleichsweise mehr Power, damit sie in die Hufe kommen. Kanthal Draht hat einen großen Widerstand, ist also sehr schnell auch sehr heiß. Und so weiter.
Hinzu kommt, dass die Coils ja auch für die Leistung beim Nachfluss des Liquids ausgelegt sein müssen. Kommt nicht schnell genug Liquid nach, zieht man sich einen Dry Hit.

Die CCell Coils von Vaporesso, hier mit 0,5 Ω und einem empfohlenen Betriebsbereich von 20 – 35 Watt

Es gibt auch noch ganz verschiedene Modi, in denen die meisten Akkuträger betrieben werden können. Im vergangenen Jahr 2016 ist das Temperaturdampfen beispielsweise immer populärer geworden. Da wird einfach die Höchsttemperatur und die Watt Zahl eingestellt, und wenn kein Liquid mehr nachfließt regelt der Akkuträger von selber ab.

Aber haltet es für den Umstieg so einfach wie möglich. Keep it quite simple.
Je kleiner die Ohm Zahl auf dem Coil, umso mehr Dampf gibt es. Umso mehr Power braucht Ihr.
Schaut beim Händler einfach nach, was als Watt Bereich angegeben ist und dampft drauf los. Fangt unten an, und dann tastet ihr Euch mit Watt und Luftzufuhr da ran. Bis ihr das habt, was ihr wollt.
Das müssen Vollprofis übrigens auch bei jedem neuen Verdampfer. Man hat zwar so ungefähr seinen Bereich, aber jeder Verdampfer ist wieder anders. Schmeckt es kokelig, hat man zu viel Power, fängt es an zu blubbern oder spucken, hat man zu wenig.

Die richtige Menge Dampf zum Umstieg

Macht Spaß und schmeckt, für die Umstiegsphase aber suboptimal: Subohm.

Und noch etwas, dass für Anfänger sehr wichtig ist.
Oftmals werden Umsteigern die falschen Geräte empfohlen. Nämlich von vornherein viel zu viel Dampf (zu niedrige Ohm Zahl) und ein zu offenes Mundstück. Das ist suboptimal zum Umsteigen. Denn die meisten haben lange Zigaretten geraucht, und brauchen für einen Umstieg ein Gerät, das diese Zigaretten einfach entsprechend substituiert (ersetzt). Wird mit einem falschen Gerät umgestiegen, ist das so, als wolle man sich die Zigaretten mit der Pfeife oder der Shisha abgewöhnen. Und das klappt in den meisten Fällen nicht.
Erst Laufen lernen, dann Fliegen. Den meisten Umsteigern reicht für die ersten Monate ein Gerät der zweiten Generation vollkommen aus. Ist man von den Zigaretten weg, ändert sich auch das Suchtverhalten und man kann sich austoben wie man lustig ist.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:
Wer direkt möglichst große Dampfmengen erzielen will, beispielsweise mit ungeregelten Akkuträgern, der kommt am Ohmschen Gesetz nicht vorbei. Denn der muss u. a. auch wissen, ob die Akkus, die er verwendet, die Leistung abgeben können, die er benötigt. Sonst kann ihm die ganze Geschichte nämlich um die Ohren fliegen. Wie es auch schon mehrfach passiert ist. Das sind dann aber meist junge Poser, die auch auf jeder Fete direkt schreien: „Halt mal mein Bier, ich mach das.“
Bei den „normalen“ Geräten besteht da keinerlei Gefahr. Es braucht keiner Angst haben, dass ihm die Zahnleiste fehlt, weil er mal ein paar Watt mehr eingestellt hat.

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Ehemaliger Unteroffizier, Kaufmann für Bürokommunikation und Studium (Marketing und Psychologie). Derzeit als Marketingberater und Mediengestalter bei einem gemeinnützigen Verein. Nebenbei selbstständiger Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress.
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