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Informationkrieg: Die Gegner der E-Zigarette – Teil 1

Öffentlichkeit, Wissenschaft, Tabakindustrie und Tabak Lobby

  • Das Thema E-Zigarette findet in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung
  • Die Tabakindustrie ist kein Feind der E-Zigarette, aber auch kein Freund
  • Einige Händler und Hersteller der E-Zigarette suchen ihr Heil bei den Lobbyisten der Tabakindustrie

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Immer wieder kommt von Dampfern das Argument, die Tabakindustrie und gekaufte Politiker würden etwas gegen die E-Zigarette unternehmen.

Das ist schlicht und ergreifend falsch. Und es gibt kein besseres Wort dafür, als es falsch zu nennen. Denn lässt man bei einer mathematischen Gleichung etwas weg, kann die Gleichung nicht mehr stimmen.
In einer konsequenten Welt gibt es kein „bisschen richtig“.

Es ist allzu menschlich, sich Feindbilder zu schaffen. Denn der Mensch denkt in Schubladen. Er vereinfacht sich die immer komplexer erscheinende Welt damit.
Diese Vereinfachung birgt Gefahren.

Das Feindbild der bösen Tabakindustrie und der gekauften Politiker verschiebt die Perspektive. Das führt dazu, dass die tatsächlichen Feinde und Gefahren nicht erkannt werden.
Das mündet dann beispielsweise in einem Aufschrei, wie wir ihn gerade durch die härtere Regulierung bei YouTube erleben.
Dadurch besteht wiederum die Gefahr, dass die Unterstützer und Konsumenten von E-Zigaretten mit ihren grundsätzlich völlig rationalen Forderungen nicht mehr ernst genommen werden.

Deshalb möchte ich zum Abschluss eines wirklich schlimmen Jahres für die E-Zigarette und dem Start in ein neues Jahrzehnt die Gelegenheit ergreifen, die Motivationen und Hintergründe der vermeintlichen Gegner der E-Zigarette zusammenzufassen.
Ein Beitrag um aufgeklärt, realistisch und vielleicht auch etwas schlauer in das neue Jahr zu gehen.

Ich werde dazu das Bild des Krieges nutzen. Das tue ich nicht leichtfertig, eigentlich ist es ein Stück weit auch kontraproduktiv.
Aber zum einen halte ich das für geeignet, um „den Frontverlauf“ (sic!) zu verdeutlichen.
Und zum zweiten befinden wir uns tatsächlich in einem Krieg. In einem Informationskrieg, in dem – unbeachtet von der breiten Masse – Schlachten um Argumente und Feldzüge um die Deutungshoheit geführt werden.

Dieser Themenschwerpunkt ist auch ein Stück weit ein Resümee meiner Arbeit des Jahres 2019.

Öffentlichkeit

Dampfer haben, wie alle Menschen, eine egozentrische Perspektive. Manchen gelingt es leichter als anderen sich davon zu befreien und die Sichtweise anderer einzunehmen.
Das ist nötig, um zu verstehen.

Rauchen ist in der öffentlichen Wahrnehmung unserer Gesellschaft eines der unwichtigsten Themen, die man sich überhaupt vorstellen kann.

Selbst wenn man anbringt, dass in Deutschland so viele Menschen an den Folgen des Rauchens sterben, als würde täglich ein vollbesetztes Flugzeug abstürzen. Das Thema Rauchen interessiert tatsächlich wenige.

Je nach Bundesland ein Bild aus vergangenen Tagen: Die verrauchte Kneipe um die Ecke.

Rauchen ist immer nur ein Nebenkriegsschauplatz, selbst für Raucher.
Das konnte man am Rauchverbot in Gaststätten sehen. Nach einer Empörungswelle der Raucher und einer Panik der Gastwirte ist von diesem Thema heute nichts mehr geblieben. Vor jeder Kneipe stehen Raucher und begnügen sich mit ihrem Suchtexil.

Wenn das selbst bei Rauchern so ist, wie soll es dann erst beim Thema E-Zigaretten sein?
Kaum ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung konsumiert Nikotin. Und nur ein geringer Bruchteil davon durch E-Zigaretten.

Wenn ich Kommentare auf Social Media lese, dass YouTube demnächst pleitegeht weil sie Inhalte verbieten, ist das für mich lediglich das Zeichen dafür, dass der Kommentator jegliche Relation verloren hat.

Die wenigsten Raucher würden eine politische Entscheidung davon abhängig machen.
Dampfer sicher etwas häufiger, aber bei weitem nicht alle.
Kaum ein Dampfer würde seine nächste Stimmabgabe bei einer Wahl davon beeinflussen lassen, wie eine Partei sich zur E-Zigarette positioniert. Was dann konsequent dazu führt, dass es bis heute kaum eine Partei tatsächlich getan hat.

Das Thema E-Zigarette ist der breiten Öffentlichkeit schlicht egal. Ein verballhorntes Kinderlied des WDR erhitzt die Gemüter mehr als über 50 Tote in den USA durch gepanschte Liquids.

Der Informationskrieg um die E-Zigarette ist weit weg. Nur manchmal bekommt man eine Postkarte von der Front.

Wissenschaft

Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft.

Nun, eigentlich schon.
Aber von außen werden häufig Dinge als Wissenschaft eingestuft, die gar keine Wissenschaft sind. Oder deren Erkenntnisgewinn sich doch eher im unteren Bereich der Skala bewegt.

In der Öffentlichkeit besteht das Bild der Götter in Weiß, obwohl die wenigsten Wissenschaftler weiße Kittel tragen. Das Bild der Nerds, die in ihren Superlaboren täglich bahnbrechende neue Erkenntnisse generieren.

Das Bild ist bereits falsch.
Wann immer über einem Bericht steht, Wissenschaftler hätten etwas Entscheidendes herausgefunden, sollte man skeptisch werden.

Denn es ist eben nicht so, dass irgendetwas beforscht wird und dann zu einer radikal neuen Erkenntnis führt. Die allermeisten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind so strunzlangweilig, dass niemand darüber berichtet. Von der chemischen Verbindung von Fußgeruch bis zur Ausscheidung von Salmonellen durch Schweine die Spaß haben.

Was die Menschheit weiterbringt sind nicht einzelne, herausragende Erkenntnisse. Sondern das Zusammenspiel von vielen kleinen. Und was andere, nicht weniger gebildete, dann daraus machen.
Das Internet, der Akku, die Datenübertragung per Funk, nichts von all dem wurde von einem einzigen Wissenschaftler „erfunden“. Und solche bahnbrechenden Entdeckungen wie die Radioaktivität oder das Penicillin sind streng genommen auf dem Mist von vielen gewachsen.

Deshalb unterliegen Wissenschaftler einem quasi-kapitalistischem Zwang.
Ihre Studien müssen finanziert werden. Sie müssen sich häufig selber darum kümmern Geld heranzuschaffen. Deshalb schwingt natürlich, selbst bei aller wissenschaftlichen Neutralität, immer diese Motivation mit. Und einige Wissenschaftler lassen sich dann dazu verleiten, die Bedeutung ihrer Erkenntnisse aufzubauschen. Sie betreiben Eigenwerbung.

Für einen jungen Wissenschaftler ist es ein Geschenk, beispielsweise Gelder dafür zu bekommen, dass er Zellen mit Dampf aus E-Zigaretten bedampfen kann und dafür auch noch jemand bezahlt. Es ist vollkommen menschlich diese Erkenntnisse dann möglichst wichtig darzustellen.

Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man mal wieder in einer Zeitung liest Wissenschaftler hätten die Schädlichkeit der E-Zigarette bewiesen. Die Fragestellung ist bereits so komplex, es ist wissenschaftlich eigentlich unmöglich, das in einem Versuch zu beantworten.

Bleiben wir bei dem Bild des Informationskrieges, sind Wissenschaftler wohl eher als Helfer zu sehen. Helfer, die bewusst oder unbewusst für die Propaganda der einen oder anderen Kriegspartei benutzt werden.

Tabakindustrie

Die Tabakindustrie ist nicht der Feind der E-Zigarette. Sie ist aber auch nicht ihr Freund.

Der Informationskrieg um die E-Zigarette ist ein Krieg mit vielen Fronten und verschiedenen Kriegsparteien.
Leider ist das für viele Menschen schwer zu verstehen, wie Jugoslawien und Syrien gezeigt haben.

Die Tabakindustrie verfolgt ihre eigenen Ziele. Die durchaus mit den Interessen der E-Zigarette konform gehen können. Doch man sollte sich auch klar machen, dass die Tabakindustrie die E-Zigarette sofort fallen lassen würde, wenn es ihren Interessen entspricht.

Eigentlich gibt es sieben beherrschende Konzerne, die den Tabakmarkt bestimmen. Allerdings spricht man immer nur von den großen Fünf (Big Five).

An der Spitze steht China National Tobacco (CNTC). Doch dieser Konzern gehört dem chinesischen Staat. Und die kommunistische Regierung veröffentlicht keine Umsatzzahlen.
Für 2012 wurde der Umsatz auf 170 Millarden Dollar geschätzt, er dürfte seitdem erheblich gestiegen sein. Derzeit produziert CNTC über 2,5 Billionen Zigaretten jährlich, was etwa 43% der weltweiten Produktion entspricht.

Das Schlusslicht bildet ITC Limited aus Indien. Doch der Konzern wird nicht zu den Big Five gezählt, weil es ein Mischkonzern ist. ITC unterhält auch Hotels und macht in allem, womit sich Geld verdienen lässt. Von Grußkarten bis Tütensuppen.

Dazwischen befinden sich die Big Five. Dazu gehören

  • Imperial Brands (ca. 30 Mrd. €, 2015)
  • British American Tobacco BAT (ca. 23 Mrd. €, 2017)
  • Japan Tobacco (ca. 19 Mrd. €, 2014)

Richtig, das sind nur drei.
Das soll verdeutlichen, dass selbst die differenzierte Vorstellung von Big Tobacco als Big Five bereits ungenau und überholt ist.

Der vierte im Bunde wäre der amerikanische Konzern Reynolds gewesen. Doch 2017 wurden die verbleibenden 57% von BAT übernommen, Reynolds gehört seitdem vollständig den Briten.

Der letzte im Bunde ist der Platzhirsch. Doch auch da stellt es sich komplizierter dar.
Philip Morris International ist mit über 70 Milliarden Euro Jahresumsatz der Größte. Aber erst 2008 wurde PMI von seinem Mutterkonzern Altria ausgegründet.
Altria unterhält weiterhin Philip Morris USA, die auch weiter die Rechte an Marlboro in den USA haben. Doch PMI und der ehemalige Mutterkonzern agieren unabhängig voneinander. Was Kooperationen und gemeinsame Ziele natürlich nicht ausschließt.
Zur Altria Group gehört u.a. auch AB-InBev, die weltweit größte Brauerei Gruppe. (u.a. Budweiser, Corona, Löwenbräu, Beck’s, Hasseröder, etc.)

Deshalb fallen statistische Bewertungen häufig verwirrend uneinheitlich aus. Mal wird PMI zu Altria gezählt. Mal wird Altria einzeln bewertet und fällt damit aus den Big Five (oder Big Four) heraus.

Entscheidend zu verstehen ist jedoch eins: Diese großen Konzerne sind börsennotiert. Ihr einziger Zweck ist das Geldverdienen. Den Konzernen ist es völlig gleichgültig, womit sie das tun.



Tabakkonzerne machen, was Tabakkonzerne können

Auch das Nikotin in E-Zigaretten stammt nun einmal aus der Tabakpflanze. Daher ist es für die Konzerne naheliegend, auf diesem Markt tätig zu werden. Das nennt man Risikominimierung durch Streuung. Sie haben die Möglichkeiten, Kapazitäten und Handelswege.

British American Tobacco hat mit der Vype Linie inzwischen nicht nur vergleichsweise vernünftige E-Zigaretten am Markt, sondern auch die größte deutsche Ladenkette Highendsmoke übernommen.
Offenbar gibt es Bestrebungen, diese nach Vorbild der Apple und IQOS Shops in Vype Shops „umzubranden“. Ein Flagstore in Berlin wurde bereits umgebaut.

Der deutsche Tabakhersteller Reemtsma, Teil von Imperial Brands, hat 2017 den österreichischen Hersteller Von Erl übernommen. Die Übernahme lief über Vontem Ventures in Holland. Dieser kam ebenfalls nicht aus dem reinen E-Zigaretten Geschäft, hatte aber mit dem Kartuschengerät blu eine richtungsweisende Punktlandung abgeliefert.
Inzwischen bewirbt Reemtsma die blu massiv. Es ging also gar nicht um Von Erl, sondern man hat kurzerhand die ganze Firma gekauft, um an das Produkt zu kommen.

Diese beiden Beispiele zeigen, dass die Konzerne das versuchen, was sie von der Tabakzigarette kennen.
Über 80% der Raucher haben eine lebenslange Markentreue. Das versuchen die Konzerne nun bei der E-Zigarette ebenso umzusetzen. Mit jeweils einem Produkt, einer Marke, welche die Kunden durch geschlossene Podsysteme an die Marke bindet.

Ob dies am dynamischen Markt der E-Zigarette, der nahezu täglich neue Geräte aus chinesischen Firmen und europäischen Manufakturen ausspuckt, erfolgreich sein kann und wird, wird die nahe Zukunft zeigen.
Immerhin ist es blu und Vype inzwischen gelungen, im Sortiment von Lekkerland aufgenommen zu werden. Wir sehen sie bereits in vielen Tankstellen und Kiosken.

Noch spannender wird allerdings sein, was die Konzerne tun, wenn sie damit scheitern.
Denn es ist dann ja eine Wahlmöglichkeit entweder aggressiv gegen die E-Zigarette vorzugehen um die Konkurrenz zu bekämpfen, oder aber auf offene Systeme und Vielfalt umzuschwenken.
Letzteres wäre eine Abkehr vom Bestreben nach Markenbindung. Und ein Ozeanriese braucht nun einmal Zeit, um die Richtung zu ändern.

Wie unkoordiniert die Konzerne dabei vorgehen, zeigt das Beispiel Juul. Das beweist, dass diese Konzerne eben nicht mit dem strategischen Mastermind operieren, den viele ihnen verschwörungstheoretisch unterstellen.

Erst Ende 2018 war Altria bei dem E-Zigaretten Hersteller Juul Labs in San Francisco mit knapp 13 Milliarden Dollar eingestiegen. Ein Unternehmen, das ebenfalls nur ein Produkt am Markt hat und somit eine Markentreue verspricht. Es war dafür prädestiniert, Tabakkonzerne anzulocken.

Nicht nur, dass Juul damals bereits stark in der öffentlichen Kritik stand. Es hat seitdem eine Talfahrt hingelegt. Kaum ein Jahr nach der Investition korrigierte Altria seine Bilanz und schrieb über 4,5 Milliarden Dollar ab.
Mehr noch. Zu dem Zeitpunkt war bereits geplant die IQOS in den USA an den Markt zu bringen. Mit guten Aussichten die Zulassung der FDA – die inzwischen erteilt wurde – zu bekommen. Und Altria sollte von der ehemaligen Tochter PMI, ähnlich wie bei der Marke Marlboro, die Rechte erhalten, die IQOS in den USA zu vertreiben.
Damit hat Altria also 4,5 Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres verbrannt, indem sie auf ein absteigendes Konkurrenzprodukt des eigenen Portfolios gesetzt haben.
Es fällt schwer, dahinter anderes als schlichte Blödheit zu erkennen. Nicht einmal Altria hat 13 Milliarden zu verschenken, nur um ein Konkurrenzprodukt zu Gunsten eines unsicheren anderen Produktes herunterzuwirtschaften.

Philip Morris International ist indes der einzige Konzern, der öffentlich die Abkehr vom verbrennbaren Tabak zum Ziel erklärt hat.
Dass dies mehr als ein vollmundiges Versprechen ist erscheint glaubwürdig. Denn PMI ist auch der einzige Konzern, der sich dies auch wirklich etwas kosten lässt.
Während alle anderen vor allem bestehende Hersteller (oder Vertriebsnetze) übernommen haben, hat PMI selber entwickelt und sogar geforscht. In seinem Forschungszentrum in Neuchâtel in der Schweiz werden nicht nur Millionen in die Entwicklung der IQOS investiert, sondern es wird auch an im Bereich der „traditionellen“ E-Zigarette geforscht.

Tabak Lobby

Da die meisten Menschen nur eine sehr diffuse Vorstellung von Lobby Arbeit haben, wird sehr schnell das Gespenst der Tabak Lobby bemüht.
Doch das muss man ins rechte Licht rücken.

Lobbyarbeit hat prinzipiell zwei Ziele. Die eigenen Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik zu vertreten. Doch der Leumund der Tabakzigarette hat in den vergangenen Jahrzehnten zumindest in der westlichen Hemisphäre derart gelitten, da ist in der Öffentlichkeit wenig zu holen.

Daher sind Politiker auch nicht sehr zugänglich für die Belange der Tabaklobby.
Kein Politiker, der noch halbwegs an seinem Job hängt, würde sich gerne mit Lobbyisten der Tabakindustrie sehen lassen. Die einzigen beiden Argumente, die die Tabaklobby im Gepäck hat, sind Arbeitsplätze und Steuern.
Da Steuern aber ein diffuses Thema sind, dürften sie bei vielen Politikern kaum verfangen. Zumindest nicht so weit, dass sie die Wählergunst verspielen würden.

Abzulesen ist das beispielsweise an den ausgestellten Hausausweisen des Bundestages. Kein anderes Thema hat so wenig Hausausweise bei einem derartig hohen Steueraufkommen.

Die Tabaklobby als Kern einer Verschwörung anzunehmen hält einer realistischen Betrachtung nicht stand.
Zwar wurden im Vorfeld der Entscheidung der EU zur Tabakproduktrichtlinie 2014 entsprechende Versuche der Einflussnahme geleakt. Doch dabei ging es vor allem darum, die strengen Regulierungen von der Tabakzigarette abzuwenden. Die diese viel mehr getroffen hat als die E-Zigarette es bis heute konnte.

So kommt es dann auch zu Absurditäten, wie die Übergabe eines Preises des Deutschen Zigarettenverbandes an einen Vape Shop für sein „verantwortungsvolles Engagement beim Jugendschutz“.

Nach kurioser wird es allerdings, wenn man sich den im September gegründeten Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse BVTE ansieht.
Dort haben sich nicht nur Tabakhersteller – unter anderem British American Tobacco, Japan Tobacco und Reemtsma – als Lobby zusammengefunden. Mit von der Partie sind auch die „E-Zigaretten Unternehmen“ Riccardo, Quantus (Highendsmoke bzw. BAT) und Niko Liquids. Als entgegenkommen wurden auch Stephan Endler von Niko Liquids und Henry Schütz von Riccardo in den Vorstand berufen.

BVTE
Der Vorstand des neuen Lobbyverbandes BVTE (v.l.n.r.): Ralf Wittenberg (British American Tobacco), Jessy Philipp (TMCC), Michael Kaib (Reemtsma), Hans-Josef Fischer (Heintz van Landewyck), Stefan Endler (Niko Liquids), Henry Schütz (Riccardo), Marc von Eicken (von Eiken). (Foto: BVTE / Christian Kruppa)

Es gab Pläne, dass der Verband des eZigarettenhandels VdeH dort Mitglied werden sollte. Nachdem dies aber auf vapers.guru in einem Interview mit dem ursprünglichen Gründer Dac Sprengel geleakt wurde, hat die Mitgliederversammlung dies einstimmig und nach Berichten zum Teil empört abgelehnt.

Entgegen der Wahrnehmung in der Online-Dampfer-Blase dürfte die E-Zigarette für die Tabakindustrie derzeit wenig bedrohlich erscheinen.
Aber die geschilderten Vorgänge zeigen deutlich, dass die Tabaklobby versucht, die E-Zigarette unter ihre Kontrolle zu bekommen. Und einige dabei auch bereitwillig mitspielen. Selbst wenn sie dadurch die einzig relevanten politischen Argumente zugunsten des Geldes aus der Hand geben.
Riccardo, Niko Liquids und Highendsmoke muss man seit 2019 zur Tabaklobby zählen.

Auf der strategischen Karte dieses Informationskrieges spielt die Tabaklobby eine eher untergeordnete Rolle. Die man allerdings nicht unterschätzen sollte, da einige Unternehmen tatsächlich so dumm waren zum Feind überzulaufen.

Diese Ausrichtung der Tabakindustrie, ihrer Lobby und der willfährigen Mitläufer ist es zu verdanken, dass die E-Zigarette in der Politik, von dem Medien und in der Öffentlichkeit mehr und mehr als Teil der Tabakindustrie wahrgenommen wird.
Dass sie als Grassroot Bewegung entstanden ist und vor allem in Europa aus klein- und mittelständigen Unternehmen stammt, die aus dieser Grassroot erwachsen sind, geht verloren.
Diesen Eindruck zu revidieren wird in den nächsten Jahren die Informationsarbeit zur E-Zigarette begleiten.

Was die Kriegsparteien der Pharmaindustrie so aufs Schlachtfeld bringen soll im zweiten Teil dieses Themenschwerpunktes betrachtet werden.


Informationskrieg Teil 1: Die Tabakindustrie und ihre Lobby
Informationskrieg Teil 2: Die Pharmaindustrie, die Gesundheitsindustrie und ihre Lobby
Informationskrieg Teil 3: Die Medien, die Politik und Social Media


Niko Liquid vs. Juul: https://www.vapers.guru/2019/09/21/verkaufsverbot-gegen-juul/
Angeblich krebserregend: https://www.vapers.guru/2019/09/17/angeblich-krebserregender-stoff-in-e-zigaretten-entdeckt/

E-Zigarette schädlich wie Tabak: Offener Brief an die Tagesschau

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.