Ende der Tabak Zigarette angekündigt

Philip Morris möchte mit den Regierungen zusammenarbeiten

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Philip Morris International ist einer der derzeit größten Hersteller von Tabakzigaretten der Welt. Der Hauptsitz befindet sich zwar in der Schweiz und die Heimat ist New York, weltweit arbeiten aber über 82.000 Menschen für den Konzern. Im Jahr 2014 wurde der Umsatz mit etwa 80 Milliarden Euro angegeben. Das ist mehr als die jährlichen Bundeshaushalte für Verkehr, Verteidigung, Gesundheit, Familie, Entwicklung und Bildung zusammen.

Bereits vor acht Jahren begann Philip Morris mit der Entwicklung einer „Ersatz Zigarette“. Drei Milliarden Euro später ist dabei die IQOS herausgekommen. Bei diesem Gerät werden Tabak Kartuschen eingelegt, die dann nur noch erhitzt und nicht mehr verbrannt werden.
Der Konzern geht selber davon aus, dass der Rauch dieser Geräte 90% weniger schädlich als die normale Tabak Zigarette ist.
Andere Unternehmen haben ähnliche Produkte angekündigt, Philip Morris ist hier aber sicher deutlicher Vorreiter.

Der Ausstieg aus der Tabakzigarette

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Andre Calantzopoulos, Chief Executive Philip Morris International

Zur Markteinführung dieses Geräts in England sprach der Chief Executive Andre Calantzopoulos vor wenigen Stunden mit dem BBC Radio.
Darin gestand er freimütig, dass sein Unternehmen wisse, dass seine Produkte den Konsumenten schädigen. Er möchte mit den Regierungen in Richtung eines Ausstiegs aus der konventionellen Tabak Zigarette („phase out“) zusammenarbeiten.
Im weiteren Gespräch gab er klar zu verstehen, den Rauchern die auf dem Stand der Technik seiner Meinung nach beste Möglichkeit bieten zu wollen.

Natürlich sprach man auch über die E-Zigarette. Calantzopoulos sieht den Nachteil der E-Zigarette vor allem darin, dass sie Raucher nicht „effektiv“ zum Umstieg bringen würde. Bei Tests in Japan seien 70% der Raucher bei diesen Geräten geblieben, hingegen nur 20% der Raucher bei E-Zigaretten. Daher hält er die Tabakerhitzung für den momentan besten Weg.

Kampf gegen den Kodak Moment

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Grandios verkackt: Eclipse

Natürlich darf man das differenziert bewerten.
Im Marketing spricht man gerne von einem Kodak Moment.
Die renommierte Firma Kodak hatte den Umstieg auf die digitale Fotographie strategisch falsch bewertet, ihn so verschlafen und ist inzwischen daran gescheitert. Der ehemals führende Weltkonzern existiert heute nur noch in Nischen.

So hat Philip Morris offensichtlich vor acht Jahren die Entwicklung tatsächlich vorantreiben wollen um keinen solchen Kodak Moment zu erleben, steht nun aber mit einem Produkt da, dass der Entwicklung der E-Zigarette weit hinterherhinkt. Was der Innovation und Flexibilität der vielen kleinen Hersteller von E-Zigaretten und Liquids zu verdanken ist.
Aber jetzt muss der Mist ja irgendwie verscherbelt werden.

Man sollte vielleicht auch erwähnen, dass die Idee gar nicht so neu ist wie Calantzopoulos sie anpreist. RJ Reynolds (Pall Mall, Winston) versuchte etwas Ähnliches bereits in den 1980ern mit der Premier und in den 1990ern mit der Eclipse. Beide male sind sie spektakulär abgekackt.
In beiden Fällen waren die Versuche aber halbherzig. Sollte Philip Morris hier tatsächlich den Mut aufbringen und eigene Marktanteile riskieren, könnte eine spannende Entwicklung stattfinden.

Gut fürs Dampfen

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Nach wie vor das Sicherste: Vaping. Ganz ohne Tabak.

Dem Dampfen kann dies dennoch helfen. Aus zwei Gründen.
Zum ersten sieht man daran, dass Big Tobacco durchaus flexibel reagiert und die Zeichen der Zeit verstanden hat. Sie wollen sich neuen Marktbedingungen anpassen. Es hat ein Umdenken stattgefunden.
Und zum zweiten ist das vielleicht ein weiterer Anstoß, dass Entscheidungsträger wie Politiker und die Öffentlichkeit sich mit dem Thema Nikotin ohne Rauch auseinandersetzen. Dann kommen sie unweigerlich auch zu den Vorteilen der E-Zigarette. Die dürften nämlich auch gegenüber diesen Geräten unbestreitbar sein.
Und es wird ja kein Vaper wieder auf ein solches Gerät zurück wechseln.

Erst vor wenigen Tagen kündigte der französische Hersteller Gaulouises an, seine letzte Produktionsstätte in Frankreich endgültig zu schließen.
Wir leben in großen Zeiten.

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Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.