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Dampfen in englischsprachigen Ländern

Eine kurze Übersicht

In Europa ist derzeit natürlich alles mit der Umsetzung der TPD beschäftigt. Die Harmonisierung des europäischen Marktes gestaltet sich auch aufgrund der mit wenig Sachverstand beschlossenen Regulierung schwierig.
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Aber es tut sich auch international so einiges. Am meisten Bewegung im Dampf ist wohl derzeit in den englischsprachigen Ländern zu verzeichnen.
Eine Übersicht.

Traumland Großbritannien

Großbritannien entwickelt sich weiter zum Traumland für Vaper.
Nachdem die staatliche Gesundheitsbehörde Public Health England bereits 2015 das Risiko von E-Zigaretten untersucht hatte, hatte es sich auf ein 95% geringeres Risiko als gegenüber Tabak Zigaretten festgelegt. Dies wurde dann tatsächlich auch in der Politik wahrgenommen, wie an öffentlichen Debatten zu erkennen war. Der ehemalige Premierminister David Cameron hatte selber mit der E-Zigarette dem Tabak abgeschworen.

Im vergangenen Jahr unterstrich das international renommierte Royal College of Physicians – eine Art Ärztekammer – nicht nur diese Zahl. Es forderte die Regierung auch auf, die E-Zigarette weit zu unterstützen. [Bericht hier…]

Inzwischen wird die E-Zigarette von den Stop Smoking Sevices als adäquates Mittel zum Ausstieg empfohlen und die britischen Universitäten liefern eine positive Meldung nach der anderen. [Bericht hier…]

Chaos in den USA

Blick auf das Ballungszentrum von Montana.

Die Situation in den USA ist für außenstehende schlicht unübersichtlich. Haben viele Deutsche bereits Schwierigkeiten die verwirrende Situation mit den verschiedenen Ordnungsbehörden hierzulande zu verstehen, endet das in den USA gänzlich.
Das Problem ist, dass die USA eine föderale Republik wie Deutschland sind. Aber hier gibt es eben nicht 16 Bundesländer, sondern 50. Und jedes Land reguliert die E-Zigarette selbstverantwortlich.

Als letztes Bundesland plant Montana die Besteuerung von E-Zigaretten. Der ursprünglich eingebrachte Vorschlag beziffert hier 24%, allerdings ist die Debatte noch im Gange und auch 14% waren schon zu lesen.
Ausgerechnet die demokratische Senatorin Mary Caferro, die diesen Antrag eingebracht hat, argumentiert hier mit mehr Einnahmen für das Gesundheitssystem und einer Verminderung der Jugendgefährdung.

Gerade veröffentlicht: Gemeinsame Erklärung von 120 Fachleuten.

Über den gesamten USA schwebt derzeit weiter das Damokles Schwert der FDA Regulierung. [Bericht hier…] Diese würde ab August 2018 wirksam werden. Aber selbst dann würde sie noch nicht marktwirksam werden, da verschiedene Fristen eingeräumt sind.
Auch bundesweit ist der Stand der Dinge nur schwer zu erfassen. Denn es sind noch Verfahren gegen diese Regulierung anhängig. Einige Regulierungen wurden bereits vom Weißen Haus unter Obama zurückgezogen. (Beratungsverbot in Shops, etc.)

In der öffentlichen Diskussion scheint sich hier der Wind zu drehen. Stimmen der Befürworter werden lauter. So wurde gerade erst eine Arbeit von 120 führenden Fachleuten aus dem Bereich Tabak Kontrolle veröffentlicht, die einen vernünftigeren und wissenschaftlicheren Umgang mit dem Thema fordert.

Kanada gegensätzlich zu England

In Kanada ist die Gesetzeslage ebenfalls sehr unübersichtlich. Während die E-Zigarette in British Columbia eigentlich gar nicht reguliert ist, sind in anderen Bundesländern sogar aromatisierte Liquids untersagt.

Entgegen der Gerüchte besteht Kanada nicht nur aus Schnee und Wald. (Vancouver)

Die Regierung plant derzeit ein Gesetz, dass die E-Zigarette noch weiter einschränken würde, und das sogar bundesweit. Beispielsweise würde mit dem Gesetz nicht nur Werbung verboten werden, sondern sogar der Hinweis dass E-Zigaretten weniger gefährlich als Tabak sind.

Dagegen formiert sich in der öffentlichen Diskussion breiter Widerstand. Gerade hat die Canadian Constitution Foundation (CCF), eine gemeinnützige Organisation, die wissenschaftliche Arbeit „Vaping and the Law“ herausgebracht. Diese unterstreicht die positiven Chancen, die für die öffentliche Gesundheit in der E-Zigarette stecken.

Kanada könnte hier auch zu einem besonderen Fall werden. Denn Kanada verfügt über eine Art Grundgesetz, die Charta der Rechte und Freiheiten. Und diese Charta schützt eindeutig das Recht den eigenen Körper zu schützen.
Würde es also zu einer strengen Regulierung der E-Zigarette kommen, könnte es sich dabei um den Verstoß gegen diese Charta handeln. Und die ist ein gleichsam heiliges Gut. In der Debatte um die E-Zigarette wird bereits so argumentiert. Ob das natürlich gerichtlich anfechtbar wäre ist die nächste Frage.

Kein Nikotin in Australien

Eine ähnliche Situation finden wir auch in der öffentlichen Debatte in Australien. Hier hat die Therapeutic Goods Administration, die zuständige Gesundheitsbehörde, gerade bekannt gegeben, weiter an ihrer bisherigen Politik festzuhalten. Das führte wiederum dazu, dass sich 16 Ärzte, Akademiker und Experten für Öffentliche Gesundheit zusammengeschlossen haben. Sie bezeichneten die Regierungspolitik gerade in einem gemeinsamen Statement als „unethisch und unwissenschaftlich“.

In Australien dürfen E-Zigaretten zwar gehandelt und eingeführt werden, doch alle nicotinhaltigen Flüssigkeiten sind hier streng verboten. Was die E-Zigarette für Raucher als mögliche Alternative natürlich sehr unattraktiv erscheinen lässt.

Lichtblick Neuseeland

Da lacht der Kiwi!

Die gesetzliche Regelung ist bisher in Neuseeland identisch mit der Australischen.
Doch hier hat offenbar tatsächlich ein Umdenken eingesetzt.

Neuseeland war das erste Land, in dem die Vaper Doku A Billion Lives [Bericht zur Doku hier…] gezeigt wurde, ein Festival gewann und auch einige Politiker erreicht werden konnten.

Die Ausgangssituation in Neuseeland ist nochmal eine etwas andere.
Die Minderheit der Maori gehört zu großen Teilen der untersten sozialen Schicht an. Über ein Drittel der Maori rauchen.
Hinzu kommt, dass Tabak enorm hoch besteuert ist. Eine Schachtel Marlboro kostet hier leicht über 17,- € (26,50 NZD). Das hat tatsächlich zu einer Beschaffungskriminalität geführt.

Zwar dürfen keine nikotinhaltigen Liquids verkauft werden. Dieses Gesetz wird aber nicht rigoros verfolgt. Viele Tabak Läden und sogar die wenigen Vaper Shops verkaufen relativ offen nicotinhaltige Liquids.
Am vergangenen Mittwoch erklärte die Regierung nun, dieses Gesetz aufzuheben. Die Freigabe könnte dann im Folgenden Jahr umgesetzt werden.

Die Gesundheitsministerin Nicky Wagner erklärte jedoch, nicotinhaltige Liquids seien ab sofort für jeden Volljährigen frei erhältlich. Und sie stellte sogar klar fest, dass es keine zusätzliche Besteuerung auf die Produkte geben werde.
Damit könnte sich auch Neuseeland zum Vaper Traumland entwickeln.

 

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.