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Staatliche Kampagne empfiehlt E-Zigarette

In Großbritannien wird es wieder Stoptober

Im Oktober startet die britische Gesundheitsbehörde wieder ihre Stoptober Kampagne. Nachdem sie im vergangenen Jahr bereits die E-Zigarette mit berücksichtigt hat, wird sie in diesem Jahr sogar als das erfolgreichste Mittel empfohlen.
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Das Gesundheitssystem ist in Großbritannien anders organisiert als beispielsweise in Deutschland. Die Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) untersteht direkt dem Gesundheitsministerium. Bei ihr sind alle Menschen mit Wohnsitzt in Großbritannien Pflichtversichert.

Der Unterschied zur Krankenversicherung ist, dass der NHS nicht über eine Sozialabgabe, sondern über die Steuer finanziert wird. Dadurch sind die Beiträge dem Einkommen angepasst und der Arbeitnehmer zahlt ebenfalls die Hälfte.
Es gibt viele Probleme. Unter anderem lange Wartezeiten für Operationen, weil es einen Ärztemangel gibt. Großbritannien ist auch Auswanderungsland für viele Ärzte aus dem deutschsprachigen Raum.

Vorteil für die E-Zigarette

Ein großer Vorteil ist aber, dass die Gesundheitsführsorge damit sehr unmittelbar im Interesse des Fiskus und damit der Regierung liegt. Denn einen höheren Krankenstand bekommt der Staat ganz unmittelbar zu spüren. Geht es den Menschen besser, wird weniger ausgegeben. Dieser Mechanismus findet mit einer Sozialversicherung nur sehr mittelbar statt.

Krankenshaus des NHS

Das dürfte auch einer der stärksten Gründe für die britische Regierung sein, die E-Zigarette zu fördern. Sie macht sich weniger Gedanken um Langzeitstudien und Restrisiken. Sondern folgt durch dieses System automatisch der Harm Reduction, der Reduzierung der Schädigung durch Tabak.

Mindestens 95% weniger Risiko

Dazu unterhält das NHS eine Art Forschungsabteilung, Public Health England. Und die hat in einer Metastudie bereits 2015 überschlagen, dass die E-Zigarette mindestens 95% weniger Risiko im Gegensatz zur Tabakzigarette beinhaltet. Die verbleibenden 5% sind lediglich der Möglichkeit einer Abhängigkeit geschuldet, die in diese Rechnung mit einflossen.
Das bedeutet, dass der NHS bei 95% weniger Risiko eventuell auch 95% der Behandlungskosten bei Folgeerkrankungen durch Tabak sparen könnte. Und das ist erst einmal alles, was interessiert.

Die Stoptober Kampagne

Durch diesen anderen Mechanismus lässt der NHS sich auch immer wieder recht gute Sachen einfallen. Zum Beispiel die Stoptober Kampagne.

TV Spot Stoptober: Keine Krebswarnungen, sondern motvierte Menschen laden zur Community Challange

Kern der Kampagne ist die Erkenntnis, dass wer 28 Tage nicht raucht, eine fünfmal höhere Chance hat es ganz zu lassen.
Hinzu kommt, dass sehr viele Raucher die Befürchtung haben, dass ihnen etwas fehlt, wenn sie dauerhaft nicht mehr rauchen. Das lieb gewonnene Ritual entfällt. Deshalb zielt der NHS nicht direkt darauf ab, die Menschen komplett vom Rauchen abzubringen. Sondern lediglich 28 Tage ohne Tabak auszukommen. Es ist eine Challange. Ein Ansatz, der sich fundamental von den Ansätzen der WHO, des DKFZ oder anderer Gesundheitsorganisationen unterscheidet. Denn die zielen ja bekanntlich auf den Rauchstopp und verkünden bereits Erfolge, wenn in einem Jahr die Raucherzahlen um wenige Prozentpunkte fällt.

Kostenlose Hilfe

Die Menschen werden durch ein vielfältiges Angebot zum Mitmachen animiert. So gibt es eine kostenlose App für Mobilgeräte und Online Angebote.
Zusätzlich werden alle zivil organisierten Stop Smoking Services, die über ganz Großbritannien verteilt sind, an der Kampagne beteiligt. Sie bieten auch kostenlose persönliche Beratung und Begleitung an. Online Angebote einer Community runden das Angebot ab.
Dadurch fühlt der Raucher sich nicht nur mitgenommen. Sondern er wird Teil einer Gemeinschaft, die versucht in einem Rauch Ramadan zumindest eine 28 tägige Enthaltsamkeit zu schaffen.
Der NHS verfolgt genau das, was Suchtexperten weltweit raten.

E-Zigaretten werden gefördert

In diesem Jahr: E-Zigaretten auf Platz 1

Aufsehen erregte bereits die letztjährige Stoptober Kampagne, da sie E-Zigaretten als Mittel zum Rauchstopp empfohlen hat. Auch zu ihr wurden Informationen angeboten.
NHS kann diese zwar nicht gezielt verschreiben. Nur zwei Produkte haben eine entsprechende Lizenz beantragt. Aber viele der Stop Smoking Services sind dazu übergegangen, für Interessierte E-Zigaretten kostenfrei bereit zu stellen.
Der NHS hat inzwischen sogar eine Internetseite online, auf der E-Zigaretten erklärt und empfohlen werden.

Hälfte der Teilnehmer haben E-Ziagrette genutzt

In der diesjährigen Kampagne steht die E-Zigarette sogar als erstes Produkt der Empfehlungen auf der Agenda, noch vor Nicotinersatzprodukten.

„E-Zigaretten sind hierzulande inzwischen der populärste Weg aufzuhören und die Hälfte der Teilnehmer des letzten Stoptober haben eine E-Zigarette benutzt.
Die Beweise sind klar – Dampfen ist viel weniger gefährlich als Rauchen, ein Bruchteil des Risikos.“
Prof. Dr. John Newton, Director of Health Improvement, NHS

Nach eigenen Angaben haben in Großbritannien durch die Stoptober Kampagnen seit 2012 bereits über eine Millionen Menschen aufgehört zu rauchen. Die Anzahl der Raucher ist auf den Inseln die niedrigste, seit diese Zahlen erhoben werden.

Mehr Dampfer zu erwarten

Diese rasante Entwicklung könnte im folgenden Jahr zu einer weiteren Erhöhung des Anteils der Dampfer in der Bevölkerung von Großbritannien führen. Sie ist mit über drei Millionen Vaper derzeit die führende Dampfnation Europas.
Die Gesundheitssysteme anderer Länder werden sich diesen Ergebnissen nicht mehr lange verschließen können.


Homepage Stoptober (NHS): https://www.nhs.uk/oneyou/stoptober
Seite zur E-Zigarette auf smokefree (NHS): https://www.nhs.uk/smokefree/help-and-advice/e-cigarettes
Artikel zur 95% Studie: https://www.vapers.guru/die-studie/

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.
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