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Kleiner Ausblick auf Guru 2019

Markenrechtsstreit, Reviews und eigene Liquids

Um mehr Transparenz und Offenheit einzubringen, möchte ich Euch gerne darüber informieren, was gerade „hinter den Kulissen“ (fünf Euro fürs Phrasenschwein) abgeht.
Denn seit ca. sechs Monaten kommen neue Artikel ja eher unregelmäßig und in Intervallen.
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Anfang Januar habe ich die Redakteure und einige andere informiert, was gerade so los ist.
Zwei Redakteure hatten schon gefragt, ob ich überhaupt noch Interesse an Reviews habe.
Einige Werbepartner wissen auch Bescheid.

Ich möchte das hier einmal offen und öffentlich darlegen. Damit Ihr das selber einordnen könnt.
Das erspart vielleicht auch wieder irgendwelche Diskussionen und Fehlwahrnehmungen.

Ende 2017 habe ich den Sprung gewagt und mich mit vapers.guru selbstständig gemacht. Nachdem vapers.guru zuvor zwei Jahre lang nicht nur irgendwie gemacht habe, sondern dafür sogar meinen eigentlichen Job runtergefahren habe und finanzielle Einbußen in Kauf genommen habe.

Das Ziel war immer, eine offene Plattform zu schaffen. Ein Informationsportal für E-Zigaretten und für Harm Reduction. Sowohl für Umsteiger, wie auch für alte Dampfer und Leute aus dem Business.
Meine eigenen Interessen liegen dabei eindeutig in den Bereichen Politik, Medien und Wissenschaft.

Der Guru als offene Plattform

Ich hatte nie die Vorstellung, so etwas wie einen YouTube Kanal für Reviews zu schaffen oder Instagram Influencer zu werden.
Ohne YouTuber per se diskreditieren zu wollen. Es gibt außerhalb der E-Zigarette unheimlich viele Kanäle die wirklich toll und spannend sind. In YouTube und Wikipedia habe ich inzwischen einige Lebensjahre versenkt.

Doch leider geht die Bewegung bei der E-Zigarette gerade Richtung bezahlter Influencer Kanäle. So wie ich es schon vor zwei Jahren prognostiziert und kritisiert habe.
Deutlich zu sehen war es gerade wieder an einem neuen Produkt, das von einigen Reviewern gelobt wurde. Bis einem alten Hasen aus Bayern der Arsch geplatzt ist, er das Produkt verrissen hat und mal etwas in die Kamera schreien musste. (Kudos, Link unten, für Norddeutsche Übersetzung erforderlich… „Ja das des dampft des woas i a!“)

Das, und nur das, war für mich der Grund, in der Vergangenheit Influencer zu kritisieren und mich mit einigen Leuten in der „Szene“ anzulegen. Weil sie im Grunde bezahlte Werbung für ein Produkt machen und so tun als wenn sie neutral wären.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass ich die Leute grundsätzlich für gekauft halte.
Beispielsweise wird Thomas „Steamshots“ Frohnert, dem größten deutschsprachigen YouTube Reviewer im Bereich der E-Zigarette, häufig vorgeworfen, dass er gekauft sei. Gerade da kann ich einen solchen Vorwurf aber so gar nicht nachvollziehen. Weil er sehr häufig Produkte kritisiert und sogar kaputte Geräte vor die Kamera hält oder vor laufender Kamera kaputt macht.

Ihr solltet immer davon ausgehen, dass der- oder diejenige, der oder die ein Produkt in die Kamera hält, mindestens das Produkt gestellt bekommen hat. Oder sogar dafür Geld bekommt.
In wie weit das dann noch glaubwürdig ist, muss dann jeder selber entscheiden.

Ein gutes Beispiel ist Roman „Dampflion“ Hallier, mit dem ich mich sehr gut verstehe und an seinem Projekt Charitylion mitarbeite. Der macht zum Beispiel fast nur gute Reviews. Einfach weil er den Leuten Empfehlungen mitgeben will und schlechte Produkte gar nicht erst reviewt. Ähnlich wie seinerzeit Obi.
Oder Martin Dampfwolke Hartkopf. Der das, wie seine Dampfersammlung im Hintergrund es vermuten lässt, aus Enthusiasmus und Spaß macht und dem das eh scheiß egal ist, was andere von ihm halten.



Ich für meinen Teil halte sämtliche Instagram Sternchen die mit Kussmund ein Aroma in die Kamera halten für gekauft. Mindestens mit dem Zeug, das sie in die Kamera halten. Selbstdarstellung in Kombination mit Product Placement.
Um es im Militärjargon zu umschreiben: Wenn die mir erzählen, dass der Himmel voll Titten hängt, gucke ich nichtmal nach oben.
Aber das kann man eben nicht verallgemeinern und jeder muss sich sein eigenes Urteil bilden.

Vielleicht führte gerade das am Anfang zu Unverständnis. Meine differenzierte Einstellung. Wenn ich offen gesagt habe, dass Geräte für Reviews bei vapers.guru manchmal gestellt werden. Aber eben nicht immer.
Manchmal sagen die Redakteure auch nur, welches Produkt sie interessieren würde, und dann besorge ich das. Manchmal zum vollen Preis, teilweise sogar anonym bestellt.
Fragt ein Unternehmen an, dann wird das Bereitstellen selbstverständlich vorausgesetzt. Und auch mal abgelehnt. Wie bei Handys und Computern und allem anderen auch.

Dazu geht gerade ein großer Rechtsstreit in die nächste Runde, weshalb ich sicher in diesem Jahr noch auf das Thema Werbung und Influencer zurückkommen werde.

Tits Guru

Es wäre leicht gewesen, ein reines Review Portal zu machen. Sogar leichter als so wie es jetzt läuft. Die Idee war aber ein offenes Informationsprotal.
Dass vapers.guru dann tatsächlich derartig erfolgreich ist konnte keiner ahnen.

Dabei ist die Idee eine professionellen Blogs sicher nicht neu.
Es gibt ganze Internet Seiten und Kanäle, die sich nur mit Spiele Apps für Handy auseinandersetzen. Das tatsächlich Neue war, das in Deutsch für Harm Reduction und E-Zigaretten zu machen.

Und die Auseinandersetzungen der ersten Jahre haben gezeigt, dass das von vielen überhaupt nicht verstanden wurde.
Nicht nur, weil Deutschland in dem Bereich Social Media deutlich hinterherhinkt. Sondern weil viele die E-Zigarette und das Dampfen als Identifikationsmerkmal ihrer Person annehmen und sich durch eine Kritik persönlich angegriffen fühlen.

Wer vapers.guru etwas verfolgt, hat sicher meinen Beef mit der IG-ED oder einigen Bloggern mitbekommen. Oder die ewigen, aus meiner Sicht völlig albernen Diskussionen, ich würde mich selber jetzt für einen Guru halten. Nur weil die Seite so heißt.
Mal ganz abgesehen von Seiten wie dem „Tits Guru“ oder dem „Datenschutz Guru“ haben die Leute das englischsprachige Konzept nicht verstanden, dass man seinem YouTube Kanal, seinem Blog oder seiner „Show“ einfach einen Namen gibt, der unabhängig vom Betreiber ist.

Die Basis ist da

Glücklicherweise haben einige Leute aber trotz meiner lakonischen Art und rheinischen Kodderschnautze erkannt, was ich mir vorstelle. Und was dahinter steckt.
Ich bin diesen Menschen sehr dankbar, ohne sie wäre vapers.guru nicht das, was es inzwischen ist.

Die Kontakte des Händlerverbandes haben mir sehr viele Türen geöffnet und Gespräche und Informationen gebracht. Und das obwohl die Leute wissen, dass ich journalistisch tätig bin. Es ist einfach eine Vertrauensfrage.
Respektvoller und unprätentiöser Umgang haben es ermöglicht, Zugang zu Informationen zu bekommen, die ein normaler Konsument sonst nicht hat.
Und am Ende des Tages bin ich auch nichts anderes als genau das. Ein Dampfer.

Doch wenn eine Firma, und nichts anderes ist vapers.guru ja nun, eine gewisse Größe erreicht, dann muss man auch in der „höheren“ Liga spielen.

Die größte Plattform

Es wäre hier zu viel und für die meisten zu uninteressant, die Feinheiten von Online Marketing und Social Media zu besprechen.

Diese Seite hat pro Monat ca. 50.000 Leser und 120.000 Zugriffe. Das ist ungefähr die Größe einer Lokalzeitschrift.
Es hat keinen Sinn, das irgendwie hoch zu lügen. Denn diese Zahlen sind für Internetseiten sehr leicht einsehbar. (Anders als bei Social Media. Likes und Abonnenten geben nur bedingt eine Reichweite wieder.)
Hinzu kommt Facebook. Twitter und Instagram sind eher ein Nebenkriegsschauplatz.
Deshalb bezeichne ich vapers.guru nach wie vor als größte deutschsprachige Plattform dieser Art.
Inzwischen hat vapers.guru vergleichbare englischsprachige Seiten eingeholt hat.

Doch wenn man sich damit selbstständig macht, dann kommen die nächsten Probleme.
Gerade in Deutschland ist sehr viel zu erledigen und zu organisieren. Und damit kommen wir zum eigentlichen Punkt dieser Plauderei.

Eigentlich habe ich mir einen neuen Beruf erfunden. Dampf Blogger, deutsch, Schwerpunkt Politik, Wissenschaft, Medien; nicht IHK geprüft.
Aber für den Unfug muss man genauso viel machen wie jeder andere Selbstständige auch.

Inzwischen hat vapers.guru eine Steuerberaterin, die Buchführung ist zum größten Teil outgesouced.
Ab dem laufenden Jahr muss ich auch Umsatzsteuer ausweisen, also auch monatlich Vorsteuer machen.
Hinzu kommen solche Kleinigkeiten wie die Einrichtung eines Geschäftskontos und dem Umschreiben der Rechnungen, eine private Krankenversicherung, Altervorsorge und so weiter.

Ich wusste das vorher. Aber es nervt mich trotzdem an. Denn das alles hält mich davon ab, womit ich tatsächlich mein Geld verdiene. Mit Kreativität und Schreiben. Mit dem Aufbereiten von Informationen.

Werbung bedeutet nicht käuflich zu sein

Es ist aber nicht schlimm, wenn mal weniger veröffentlicht wird und dadurch weniger Traffic auf der Seite ist. Auch das möchte ich an dieser Stelle noch einmal sehr klar sagen.

Diese Seite ist werbefinanziert. Aber das läuft wie bei einer Monatszeitung. Es gibt kein Affilate und kein pay per klick.
Um es zu überspitzen: Wir können hier schreiben was wir wollen, die Kohle ist schon drin.

Deshalb finde ich es immer sehr albern, wenn einige Blogs dann „gesicherte“ Beiträge von vapers.guru verlinken. Es ist mir völlig egal, ob mal 500 Leute mehr oder weniger auf einen Artikel klicken. Ich merke es nicht einmal.

Dieses Geschäftsmodell vertrete ich nach bestem Wissen und Gewissen. Auch wenn ich sehr häufig Anfragen nach Klicks auf ein Banner oder ähnliche Daten bekomme.
Ein “Kauft das!” ist bei E-Zigaretten eh verboten.
Das garantiert die Seriosität, die ich den Lesern bieten will. Und wofür vapers.guru stehen soll. Eher mache ich die Bude dicht, als dass ich von irgendwelchen Firmen meine Meinung kaufen lasse.
Und gerade deshalb ist Werbung auf vapers.guru gute Werbung. Denn ich nehme nicht jeden an. Und die drin sind gehen selten wieder raus. Einige Werbepartner begleiten mich nun seit drei Jahren.

Wer die Werbung auf vapers.guru blockt, sollte sich klar machen, dass er damit das ausblendet, was es überhaupt erst ermöglicht, dass er die angebotenen Informationen konsumieren kann.

Fairerweise muss ich auch sagen, dass bis heute nie jemand ernsthaft versucht hat, auf den Inhalt eines Artikels Einfluss auszuüben.
Reden kann man über alles. Und ich bin vor allem gegenüber deutschen Händlern verständnisvoll und empathisch. Aber es gibt eine rote Linie, die ich selbstbewusst bewache.

Eigentlich finde ich es für Händler und Hersteller sehr einfach.
Ihr wollt nichts Schlechtes über euer Unternehmen oder eure Produkte lesen? Dann verhaltet euch einfach korrekt gegenüber euren Kunden und bringt keine Scheiße auf den Markt.

Markenrechtsstreit und eigene Liquids

In diesem Jahr soll die Review Sparte gestärkt werden.
Ziel soll es aber nach wie vor nicht sein, immer das neuste Gerät aus China zu besprechen. Sondern gute, sinnvolle oder spannende Produkte vorzustellen. Und Umsteigern eine Orientierung anzubieten.

Gerade bin ich aber wieder etwas mit anderen Dingen beschäftigt. Auch wenn ich die Hoffnung hatte, dass sich das langsam lässt.

Neben einem Rechtsstreit wegen einer Verletzung von Bildrechten befinde ich mich gerade in einer anwaltschaftlichen Auseinandersetzung wegen Markenrechten. Eigentlich mache ich gerade genau das mit, worüber ich im Zusammenhang mit Nico Liquids berichtet habe.
Wenn man eine gewisse Größe erreicht, werden auch Konzerne auf einen aufmerksam. Ich nehme es als Kompliment und sportlich.

Nebenbei, und ich denke soviel darf ich inzwischen verraten, habe ich dem BfTG Hilfe zugesagt eine neue Kommunikations-Plattform aufzubauen. (Woran ich eigentlich arbeiten sollte, während ich dies hier tippe.) Gleichsam als ausführender Berater, was ich ja vor vapers.guru im Kern beruflich gemacht habe.
Und ganz nebenbei arbeite ich mit einem Hersteller an einer eigenen Liquid Linie. Mit der ich aber ein wenig etwas anderes erreichen und umsetzen möchte, als es auf den üblichen Kanälen der Online-Dampfer-Blase sonst propagiert wird.

Aber man, was gäbe es gerade alles zu berichten und zu erzählen.
In den USA wird es gerade richtig eng für die Dampfe. Ich habe zwei spannende, neue Studie vorliegen, die wie zu erwarten von den großen Medien ignoriert wurden. Und auf meinem Rechner sind drei Artikel von Guru Redakteuren, die redigiert werden sollen.

Darüber hinaus steht gerade die Jahresplanung an.
Natürlich werde ich auf meiner offiziellen Lieblingsmesse dabei sein, in Stuttgart. Und sicher werde ich mir auch anschauen, was die Organisatoren in Hamburg vorhaben.
Ich bin nach Polen und nach Irland eingeladen und muss in diesem Monat schon nach München.

Zwei große chinesische Hersteller haben Interesse an Kooperationen angemeldet. Wobei mein größtes Anliegen dabei ist, auch etwas für die Redakteure herauszuschlagen.
Denn mit Verlaub, in meinem Weltbild ist es nicht ok, dass jemand zweihundert Euro und mehr für ein Video und ein Instagram Bild bekommt, aber ein Redakteur der lange testet und stundenlang dafür schreibt geht leer aus.

Unterm Strich ist es also nicht so, dass ich nachlasse und Netflix restlos die Kontrolle über mein Leben übernommen hat. Auch wenn gerade wieder/immer noch wenig Neues kommt.
Es ist eher die Ruhe vor dem Sturm. Stürmchen. Wind. Eine anhaltende, dauerhafte Brise. Von vorne.

Ich sehe es tatsächlich so, wie bereits gesagt:
Es ist die Erfindung eines neuen Berufsbildes. Das geht leider nicht von heute auf morgen.

Getreu meines Lebensmottos: Erst sehen was sich machen lässt, dann machen was sich sehen lässt.

Da geht noch was. Es ist noch was zu erwarten.
Stay tuned.

Danke für Euer Interesse und Eure Unterstützung in den vergangenen drei Jahren.


Video der bayrisches Eskalation: https://youtu.be/zXRYF6I5Xao
Gewinnspiel zur Hall of Vape 2019: https://www.vapers.guru/vapetrip-hov19/

Kleine Anfrage: Regierung hat keine Ahnung von der Umsetzung der TPD

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.