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Uploadfilter beschlossen!

Das kann die Dampfer-Szene nachhaltig verändern

Heute Mittag wurde die Urheberrechtreform vom EU Parlament verabschiedet. Damit sind die Upload Filter beschlossene Sache und eigentlich durch.
Das kann nicht nur das Internet, sondern auch die Dampfer Szene grundlegend verändern.
Ein Erklärungsversuch. Und ein persönliches Auskotzen.
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Kurz vor 13:00 Uhr wurde heute Mittag die Urheberrechtreform der EU mit 348 zu 274 Stimmen beschlossen. Das Parlament beschloss damit eine sehr grundlegende Änderung der Regularien des Internets, auch wenn es von den Befürwortern gerne heruntergespielt wird.

Es geht dabei weniger um ein konkretes Gesetz. Denn die Folgen sind derzeit noch gar nicht absehbar.
Deshalb sind die meisten Berichte in den großen Medien dazu eher wage und bieten nur Informationen zu den Vorgängen und die Argumente der beiden Seiten.

Ich möchte in diesem Blog Beitrag auch für die nicht so Netzaffinen und Digital Natives einmal versuchen zu erklären, was das nun tatsächlich bedeutet. Und was es für das Dampfen bedeuten kann.
Doch um deutlich zu machen, was es damit auf sich hat, beginnt man am besten bei Ästchen und Stöckchen.

Das Urheberrecht

Es gibt viele Wege, mit kreativer Arbeit Geld zu verdienen. Beispielsweise mit Musik und dem Verkauf von Tonträgern, dem Schreiben und Veröffentlichen oder dem Malen und Verkauf der Bilder.

Mache ich ein Foto, so habe ich das Urheberecht daran. Ich darf entscheiden, was damit geschieht und wer es veröffentlichen darf. Das ist durch verschiedene Gesetze gesichert.
Doch in Zeiten von Netz 2.0 klappt das nicht mehr so gut. Denn jeder kann ja Content nehmen und auf Social Media Plattformen selber wieder verteilen. Jeder kann also mein Bild kopieren und selber hochladen.
Das ist ein unbestrittenes Problem. Denn viele Kreative verdienen damit ihr Geld. Filmemacher, Grafiker und viele mehr.

Die Befürworter der Urheberrechtsreform sagen nun, diese Kreativen müssen davor geschützt werden, dass ihr Inhalt „geklaut“ wird.
Deshalb haben sie sich eine angeblich zeitgemäße Neuregelung überlegt.

Die größte Diskussion ist um den so genannten Artikel 13 entbrannt. In der nun beschlossenen Version ist es der Artikel 17.
Daneben gibt auch der Artikel 11 Anlass zu Protesten, doch der soll in diesem Kontext weniger interessieren.

Das Gesetz besagt nun, dass nicht mehr nur der jeweilige Rechtsbrecher haftbar gemacht werden soll. Also derjenige, der mein Foto nimmt und selber hochlädt. Sondern auch die Plattform, auf die es hochgeladen wird.

Für normale Nutzer nicht erklärbar

In den meisten Artikeln zu dem Thema werden nur schwammige Aussagen darüber getroffen, was tatsächlich in dem Artikel steht. Das ist allerdings halbwegs verständlich. Aus drei Gründen.

Erstens ist der endgültige Text, also das was heute offiziell verabschiedet wurde, noch gar nicht veröffentlicht. Von Einzelnen, wie der Abgeordneten der Piratenpartei Julia Reda, wurden vorläufige Texte veröffentlicht, wie sie aus den Trilogverhandlungen gekommen sind. Und die sind natürlich auf Englisch.
Zweitens kann noch niemand die tatsächlichen Auswirkungen absehen. Dazu weiter unten mehr.
Und drittens sind diese Gesetzesvorgaben so verkopft und theoretisierend formuliert, dass man ohne jede Polemik wirklich sagen muss, dass sie am tatsächlichen Leben und Erleben eines Nutzers von Social Media völlig vorbei laufen.
Das was dort beschlossen wurde, kann man dem durchschnittlichen Nutzer eigentlich kaum begreiflich machen.

Bei aller Mühe um neutrale und sachliche Widergabe möchte ich versuchen das zusammenzufassen:

Der Betreiber einer Plattform (wie Facebook, Instagram oder YouTube) muss den Nutzern kenntlich machen, wenn es sich bei hochgeladenem Inhalt um Copyright geschützten Inhalt handelt.
Dazu sollen die Plattformen Vereinbarungen mit den Rechteinhabern treffen.

Das besagt der erste Absatz des Artikels 13 (jetzt Artikel 17) der heute beschlossenen Direktive.
Kann man erst mal sacken lassen.

Lizenzen für alles

Uploadfilter
Der Initiator und Abgeordnete der CDU Axel Voss nach der ersten Abstimmung.

Ähnlich wie die TPD wird diese Direktive nun an die Mitgliedsstaaten übersendet. Mit der Verpflichtung, sie als nationales Gesetz umzusetzen.
Dabei erwartet uns nun das erste Chaos. Denn jedes Land kann das anders umsetzen, solange der Kern stimmt. Direktiven von der EU sind immer nur eine Mindestanforderung.
Einen Eindruck davon gibt es im Dampfen nach der TPD2 sehr praktisch. In Deutschland sind Verdampfer mit 4ml Tank erlaubt, in Großbritannien nicht. Die TPD fordert das nicht, das haben die Briten selber gemacht.

Das zweite und wohl schlimmere Chaos ist, wie die Betreiber von Social Media Plattformen das nun umsetzen werden. Und das ist auch die größte Befürchtung der Gegner dieser Reform. Das so genannte Over-Blocking.

Wie soll ein Betreiber wie Facebook, YouTube oder Instagram feststellen, ob ich die Rechte für den von mir hochgeladene Content habe?
Die Antwort ist einfach: Das kann er nicht.
Hier findet durch die Reform eine Umkehr statt. Und das ist der eigentliche Kritikpunkt, an dem sich die ganze Diskussion bricht.

Bevor ich das selber versuche zusammenzufassen, kopiere ich die Stichpunkte, welche die bereits erwähnte EU Abgeordnete Julia Reda von der Piratenpartei auf ihrer Seite veröffentlicht hat. (Ich bin recht sicher, sie ist copyrightmäßig damit einvertanden.)

  • Kommerzielle Webseiten und Apps, wo Nutzer*innen Beiträge veröffentlichen können, müssen „bestmögliche Anstrengungen“ unternehmen, vorab Lizenzen zu erwerben für alles, was ihre Nutzer*innen möglicherweise posten könnten – also: alle Inhalte der Welt, die unter das Urheberrecht fallen. Eine unmögliche Aufgabe.
  • Zusätzlich müssen alle Dienste außer die allerkleinsten und allerneuesten alles in ihrer Macht stehende tun, um Inhalte von Vornherein zu blockieren, bei denen es sich um unerlaubte Kopien handeln könnte. Sie müssen aktiv nach Kopien von Werken (und Teilen davon) Ausschau halten, die Rechteinhaber bei ihnen hinterlegt haben. Das geht nur mit Uploadfiltern, die naturgemäß sowohl sehr teuer als auch sehr fehleranfällig sind.
  • Sollte ein Gericht jemals feststellen, dass ein Dienst nicht genügend Anstrengungen zur Lizensierung oder Filterung unternommen hat, wird dieser für Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer*innen direkt haftbar gemacht, als ob die Betreiberfirma sie selbst begangen hätte. Diese Drohung wird dazu führen, dass Dienste bei der Befolgung des Gesetzes sogar überschießen werden, um auf der sicheren Seite zu sein – mit um so mehr Einschränkungen für unsere Redefreiheit.

Ich habe diese Stichpunkte neutral und liberal geprüft, sie sind richtig. Den Wortlaut des Artikels lade ich auf den Server und verlinke das PDF unter diesem Artikel.

Was der Anbieter tun kann ist, diese Lizenzvereinbarungen, die er mit einigen Urhebern geschlossen hat, zu überprüfen. Und alles andere zu blockieren.

Beispiele was passieren kann

Es sind noch viele Unwägbarkeiten auf dem Weg. Aber malen wir einmal den Teufel an die Wand und gehen einige Beispiele aus dem Dampferbereich durch. Damit klar wird, wie weitreichend die Folgen sein können.

  • Ich mache ein Foto mit meinem Handy und möchte das auf Facebook hochladen. Facebook hat jedoch keine Lizenzvereinbarung mit mir und kann daher nicht wissen, ob ich der Rechteinhaber über das Bild bin. Zur eigenen Sicherheit blockt Facebook mein Bild, ich kann es nicht hochladen.
  • Dadurch werden Plattformen wie Instagram, die durch das Verteilen üblicherweise durch das Urheberrecht geschützter Inhalten leben, impraktikabel und in allen Ländern abgestellt, in denen diese Reform als Gesetz umgesetzt wird.
  • Ich möchte einen Kanal für Reviews auf YouTube machen und lasse mir dazu ein Intro erstellen. Dafür habe ich die Rechte, ich habe sie von dem Ersteller gekauft. Doch YouTube hat keine Lizenzvereinbarung mit mir und wird mein Video nicht hochladen.
  • Ich habe einen Shop und ein neues Aroma im Angebot. Der Hersteller stellt dafür Pressefotos zur Verfügung. Eins davon möchte ich als Werbung auf Facebook hochladen. Da Facebook nicht weiß, dass der Rechteinhaber das Foto zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt hat, wird es blockiert.
  • Ich mache einen Live Stream mit mehreren Personen (Hang out), den ich durch eine Plattform wie YouTube oder Twitch übertragen lasse. Bei einem der Teilnehmer läuft im Hintergrund das Radio. Zur eigenen Sicherheit beendet die Plattform die Übertragung, weil sie nicht feststellen kann, ob die Übertragung der Musik im Hintergrund urheberrechtlich zulässig ist.
  • Ich möchte live oder aufgezeichnet von einer Messe berichten. Bei der Aufnahme läuft im Hintergrund die Musik von einem Stand oder von einer Bühne. YouTube oder Facebook blockieren den Upload aus den gleichen Gründen.

Eine 500 Jahre alte Geschäftsidee

Die Grundidee mit vervielfältigtem Content Geld zu verdienen ist so alt wie die Druckerpresse. Von Flugblättern im Dreißig Jährigen Krieg über die ersten Massenmedien im vorletzten Jahrhundert bis zur heutigen Situation hat sich eine Industrie um dieses Geschäftsprinzip entwickelt.

Die Grundlegende Idee dahinter ist nicht nur, für das handwerkliche Produkt Geld zu verlangen. Also für das Buch oder das Erstellen einer Homepage. Sondern auch für den immateriellen Wert der Serviceleistung der kreativen Arbeit.

Dagegen ist grundsätzlich nichts zu sagen. Ich kenne das sehr gut. Ich habe eine Affinität zur Mukker Szene und einigen Kumpels zeitweise ein bisschen beim „Marketing“ ihrer Band geholfen. Die Leute wundern sich häufig, dass es einige hundert Euro kostet eine Amateur-Band auf einer Fete spielen zu lassen. Aber die Band muss ja nicht nur auf dem Event etwas rumzupfen. Sie muss die Instrumente einpacken, zum Gig kommen und gerissene Seiten ersetzen. Sie hat selber Ausgaben, auch wenn es nur Hobby ist.
Doch die kreative Leistung, die vielen Jahre lernen und üben, sind damit noch nicht abgegolten.



Selbst eine erfolgreiche Band kann nicht mehr so viel Geld mit ihrer Musik verdienen wie früher. Der kreative Teil wird nicht mehr so gut bezahlt.
Doch die Musik ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie es dennoch funktionieren kann. Viele Bands gründen eigene Labels und verdienen ihr Geld weniger mit der Musik alleine, sondern mehr durch Konzerte und Merchandising.
Es gibt sogar Bands, die ihre komplette Musik kostenlos zum Download bereitstellen. Einige von den Bands hatten Auseinandersetzungen mit den Verwertungsgesellschaften. Weil sie gesagt haben “die angebliche Hilfe, die Ihr anbietet, wollen wir gar nicht”. Streikbrecher, nur anders.

Die Zeiten, in denen einige Wenige eine Druckerpresse hatten, sind endgültig vorbei. Durch das Netz 2.0 kann jeder Content einstellen und im Zweifel damit auch Geld verdienen.
Doch es ist naheliegend, dass diejenigen, die bisher ein Monopol darauf hatten, sich dagegen wehren. Das hat nichts Verschwörerisches, es liegt in der Natur der Sache.

Die großen Zeitungen, Musikgesellschaften oder Verlage sind nun natürlich bemüht, an diesem alten Modell festzuhalten. Und nicht zu vergessen sind die Verwertungsgesellschaften wie die Gema. Sie haben nur eine Daseinsberechtigung, so lange das Geschäftsmodell des bezahlten Content funktioniert.

Dabei ist das meiner Meinung nach gar nicht gefährdet. Und vapers.guru ist dafür ein gutes Beispiel.
Der Wert des Inhalts ist dafür entscheidend, ob die Leute etwas konsumieren wollen oder nicht. Es gibt sehr viele Aspekte.
Beispielsweise wird ein Journalist, der tief in einem Thema recherchiert, immer seinen Inhalt verkaufen können. Ebenso ein Journalist, der sich in Krisengebiete wagt. Oder eben ein First-Level-Influencer, der etwas Quatsch über ein Nischenthema veröffentlicht.
Eine Band, die Credibilty hat, wird immer ihre Mark machen können. Das Gleiche gilt für Kinos und Filmfirmen, die nach wie vor ihr Schnäppchen machen. Sie werden nicht wirklich durch illegale Streaming Angebote bedroht. Ganz einfach weil der Gang in ein Kino ein Erlebnis an und für sich ist.
Sie alle Verkaufen ein Produkt. Doch dieses Produkt kann sich eben auch durch das Alleinstellungsmerkmal Einzigartigkeit, Emotion, Qualität oder Spezialisierung verkaufen.
Letztendlich haben die Erfahrungen der letzten Jahre mit Twitch, Kickstarter, Patreon und anderen Portalen auch gezeigt, dass Konsumenten durchaus bereit sind für Content Geld zu zahlen.

Doch das Geschäftsmodell des bezahlten und massentauglichen Contents wird den Bach runter gehen. Musiker, die über Computer generierte Lieder einsingen und diese dann über Verwertungsgesellschaften bezahlt an Radiosender vertickern. Große Medienhäuser, die Pressemitteilungen aufkaufen und verwursten, was dazu führt, dass plötzlich zwanzig Zeitungen den gleichen Inhalt mit erschreckend ähnlichem Inhalt veröffentlichen. Durch das Informationszeitalter dem Untergang geweiht.

#niemehrcdu

Auch eine Petition mit knapp fünf Millionen Unterzeichnern und Demonstrationen mit zehntausenden Teilnehmern in vielen Städten konnten die Befürworter der Reform höchstens dazu bewegen, die Demonstrationsteilnehmer als bezahlt darzustellen. Ein Argument, dass bisher eigentlich eher den Rechtspopulisten vorbehalten war. Ist aber unglaublicherweise so geschehen.

Es wurde auch argumentiert nur Leute die noch nicht wählen dürften hätten protestiert. Was ebenso haltlos ist.
Es ist ein Informationskrieg ausgebrochen, in dem Google (als Betreiber von YouTube) ganzseitige Anzeigen gegen die Reform geschaltet hat. Was den Befürwortern das Argument lieferte, dass die Gegner nur im Namen der großen „Tech-Konzerne“ sprechen würden.
Obwohl sogar Datenschützer das verneinen und im Namen der Verbraucher davor warnen. Denn nur die wirklich ganz Großen wie Googel können derzeit die Technologie solcher Upload Filter bereitstellen und würden sie sich auch entsprechend bezahlen lassen.
Die Datenkraken müssten sogar noch mehr Daten sammeln und speichern.
Die Feindbilder funktionieren nicht.

Uploadfilter
Die CDU kennst sich aus mit Internetz. Und Memes. Und alles.

Ein beeindruckendes Beispiel ihrer Fachkompetenz zeigte die CDU, als sie eine Anfrage auf Twitter hämisch beantwortete.
Auf die Befürchtung hin die Upload Filter, die wahrscheinlich von den Plattformen eingesetzt werden, könne nicht zwischen einem Meme und einem Copyright geschützten Inhalt unterscheiden, antwortete die CDU mit einem Screenshot.
Darin zu sehen ist aber eben nicht die Filterung als Meme, sondern die Auswahl der beliebtesten Suchwörter. Facepalm deLuxe.

Doch zu diesem Bonmot gibt es einen weit wichtigeren Hintergrund.
Im Koalitionsvertrag, den die CDU mit der SPD geschlossen hat, wurden Upload Filter eindeutig als „unverhältnismäßig“ ausgeschlossen.
Offenbar ist die SPD aber nicht geneigt, dafür auf Bundesebene ein Fass auf zu machen. Obwohl ihr Vertragspartner ganz klar gegen die Vereinbarungen verstoßen hat.
Es kann der Frömmste nicht in Ruhe regieren, wenn’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Uploadfilter
Das Abstimmungsverhalten der deutschen Abgeordneten. Man sieht sich bei der nächsten Wahl. Dank an die sehr gute Die Partei (Vollauflösung bei Klick)

Scham essen Seele auf

Üblicherweise vermeide ich aus Gründen der Unantastbarkeit und der Seriosität wirklich persönliche Einblicke. Aber drauf geschissen, das ist hier ein Blog Beitrag.
Mich treibt gerade etwas anderes um: Die Scham.
Und deshalb werde ich mich gehörig vollaufen lassen. Und während ich dies tippe, habe ich bereits damit begonnen.

Ich gehe auf die 50 zu. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung halte ich mich für einen Digital Native.
Als Kind hatte ich den Übersetzer von Texas Instruments, der auch im Film E.T. auftaucht. Ich habe schon beim Marathon von Wintergames Joysticks geschrottet, da haben andere noch nicht einmal die Wolle aus dem Teddy gezupft. Ich habe Informatik Unterricht gehabt, als die Schul-Computer weniger Rechnerleistung hatten als ein Akkuträger heute. Und 20 Jahre nachdem die Nasa für die erste Mondlandung weniger Rechnerkapazität hatte als in einem Nokia 3210 verbaut waren.
Ich gehöre zu der Generation, die das Internet zu dem gemacht hat, was es heute ist. Nicht die Millennials und Duttträger. Nicht chirurgisch tiefergelegten Influencerinnen und die dusseligen Handsprechpuppen, die auf Instagram etwas Fame dafür abgreifen, dass sie sich Liquids vor die Titten halten.

Aber ich gehöre auch zu der Generation, die es gerade so dermaßen verkackt.
Zehntausende junger Menschen schwänzen Schule und Studium, um für den Umweltschutz auf die Straße zu gehen. Und einigen Kanisterköpfen fällt nix Besseres ein, als irgendetwas von Schulpflicht rumzujammern.
Nach Jahrzehnten von Arbeit und Einigung findet Europa langsam zusammen, und einigen Ewiggestrigen fällt nichts Besseres ein, als über die Vergänglichkeit von Nationalstaaten zu heulen.
Nach Jahrhunderten von Aufklärung und Kampf für die Menschenrechte fällt einigen nix Besseres ein, als ängstlich nach Arabien zu gucken, weil wir angeblich überrannt werden. Während China halb Afrika und griechische Häfen kauft und wahrscheinlich demnächst aus Sachsen eine Shopping Mall macht.

Und jetzt verkackt meine Generation auch noch so dermaßen bei der Einschätzung was das Netz 2.0 bedeutet. Und versucht sinnlos an alten Geschäftsmodellen festzuhalten. Für den Preis den Fortschritt, die Kommunikation und wohlmöglich die freie Meinungsäußerung für Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – auszubremsen.

Der CDU Abgeordnete Voss, der Initiator der Reform, ist nach der Abstimmung im Parlament aufgestanden und hat jubelnd den Applaus entgegen genommen. Ich glaube nicht dass er überhaupt verstanden hat, was die da heute gemacht haben.

Allen Jüngeren kann ich gerade nur sagen:
Ich mag nicht, wenn nach mir einer aufräumen muss. War nicht der Plan.
Es tut mir leid. Prost.


Inoffizieller Wortlaut des Artikel 13 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung: https://www.vapers.guru/wp-content/uploads/2019/03/Art_13_unofficial.pdf
Wohltätiger Verein Beschiss: https://www.vapers.guru/2019/02/03/dampfer-gegen-krebs-ein-einziger-beschiss/
Die Sache mit der alternativen Medizin: https://www.vapers.guru/2019/01/17/die-sache-mit-der-alternativen-medizin/

Das Ende des Internet wie wir es kennen

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Joey Hoffmann

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Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Vollzeit-Guru, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.
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