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Profiteure der Angst – Teil 4: Schwarzbrenner und Baptisten

Ein Wiedersehen mit einer alten Bekannten

In diesem vierten Teil des Themenschwerpunktes soll es darum gehen, welche anderen Interessen Anti-Tabak-Aktivisten in Deutschland vertreten. Und welche Mittel sie dafür benutzen.
Als ein Beispiele treffen wir eine alte Bekannte wieder.
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Der Wirtschaftswissenschaftler Bruce Yandle formulierte 1983 das Modell der Schwarzbrenner und Baptisten. (Bootleggers and Baptists)
Dieses wurde nicht nur von Michelle Minton in ihrer Arbeit aufgegriffen, um die es vor allem in Teil 2 dieses Themenschwerpunktes ging. (Link unten) Sondern es wurde bereits von Aaron Biebert in seiner Kino Dokumentation zur E-Zigarette A Billion Lives verarbeitet.
Dieses Modell ist exemplarisch, um sich die Zusammenhänge um die Konspiration gegen die E-Zigarette deutlich zu machen.

In der Prohibitionszeit blühten Schmuggel und Schwarzbrennen von Alkohol.
In eingängigen Mafia Filmen werden die Auseinandersetzungen in Städten wie Chicago und New York häufig thematisiert. Doch kaum jemand weiß hierzulande, woher der Alkohol kam.

Die Südstaaten waren eins der Epizentren der unerlaubten Herstellung. In Staaten wie Mississippi und Kentucky fanden sich haufenweise kleine, illegale Destillen, in denen der so genannte Moonshine gebrannt wurde.
Die Vertreter der Kirche protestierten dagegen. Vor allem die streng anti-alkoholischen Baptisten Prediger. Ihnen schlossen sich lokale Politiker an.
Doch unerwartet wurden sie ausgerechnet von den Schwarzbrennern sogar unterstützt. Denn die saßen als angesehene Bürger in den sonntäglichen Gottesdiensten. Sie wussten, die Anfeindungen der Prediger konnten ihr Geschäft nicht kaputt machen.

Sie profitierten sogar davon. Denn durch die Moralapostel wurde die Öffentlichkeit mobilisiert. Und diese übte weiter Druck auf die Politiker aus. Das sicherte den Schwarzbrennern das Geschäft.
Wäre Alkohol wieder erlaubt worden, hätten sie ihr Geschäft verloren. Große Brennereien hätten die Produktion wieder aufgenommen und die Preise wären abgestürzt.
So hatte jeder etwas davon. Die Politiker erhielten Spenden, teilweise von den Bootleggern selber. Sie wurden geschmiert und bestochen, und ihre Einnahmen stiegen rasant. Die Prediger hatten die Kirchen voll und auch ihre Spenden stiegen an. Und die Schwarzbrenner konnten sich sicher sein, dass sie auch weiterhin Geld scheffeln konnten.
Es ist systemisch. Der einzige Verlierer war die Öffentlichkeit. Die Geld in das System pumpte und glaubte, es würde zu ihrem Besten geschehen.

Das gleiche System finden wir bei der E-Zigarette.
Alle profitieren. Die Politiker, die sich für den Jugendschutz einsetzen können und somit Wählerstimmen der besorgten Helikoptereltern bekommen. Die Gesundheitsorganisationen, die sich dadurch finanzieren. Die Medien, die ihre Schlagzeilen verkaufen können. Die Tabak und Pharma Lobby, die der Industrie lästige Mitbewerber vom Hals hält.
Verlierer ist die Öffentlichkeit, die das System durch Steuergelder aufrechterhält. Und die Raucher, die an Lungenkrebs sterben, weil sie nicht über die weniger schädliche Alternative des Dampfens informiert werden.

Eine Verschwörung ist das nicht. Es ist eine komplexe und fein abgestimmte Maschine, in deren Mechanik sich jedes Zahnrad aus ganz unterschiedlichen, eigennützigen Motiven dreht.

Die E-Zigarette ist das schwächste Glied

Die Ursünde des Widerstandes gegen die E-Zigarette ist das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs.
Das ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der 2003 von 168 Mitgliedsstaaten angenommen wurde. Er fordert viele Maßnahmen zur Begrenzung des Rauchens in den unterzeichnenden Mitgliedsländern. Und auf dieses FCTC (Framework Convention on Tobacco Control) beruft sich jede Gesundheitsorganisation, die jemals ihre Stimme gegen die E-Zigarette erhoben hat.

Daraus ergibt sich auch ein ausgezeichnetes Druckmittel gegenüber der Regierung.
Im Jahr 2011 hatten die Deutsche Krebshilfe, das Aktionsbündnis Nichtrauchen und das Deutsche Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer scharf kritisiert, sie hätten hinsichtlich der Umsetzung zu wenig erreicht.

Der Ruf der WHO ist in weiten Teilen nach wie vor tadelsfrei. Sie hat in der Vergangenheit viel geleistet.
Doch die WHO ist nicht mehr die Organisation, die sie im vergangenen Jahrhundert gewesen war.
Etwa drei Viertel ihrer Einkünfte kommen nicht mehr aus den Beiträgen ihrer Mitglieder. Sondern aus freiwilligen Spenden.
Experten gehen sogar davon aus, dass inzwischen etwa 80% des benötigten Geldes aus Spenden kommen. Davon soll wiederum über die Hälfte aus den USA kommen.
Größter Einzelspender ist die Stiftung von Microsoft Gründer Bill Gates. Doch auch die großen Pharma Konzerne sind mit hunderten Millionen beteiligt. Die größten Hersteller von Nikotinpräparaten und Entwöhnungs-Medikamenten Pfizer, GlaxoSmithKline und Novartis gehören zu den jährlichen Großspendern.



Auf der letzten Mitgliederversammlung in Genf forderte die WHO nun sogar das Verbot von E-Zigaretten. Denn, so die Vorsitzende des Sekretariats der Anti-Tabak-Konvention Vera Luiza da Costa e Silva, sie habe „keinen Nutzen für die Menschheit“.
Auf diesen Versammlungen sind die Medien nicht gerne gesehen. Bei einer Versammlung in Delhi wurden die eigens angereisten Journalisten im vergangenen Jahr einen Tag vor Beginn einfach ausgesperrt.

Tieferen Einblick erlaubte jedoch ein Artikel des indischen Dr. S. K. Akora, Gesundheitsdirektor in Delhi. Er war im Jahr zuvor mit dem World No Tobacco Day 2017 Award ausgezeichnet worden, für sein „außergewöhnliches Engagement für die Tabak Kontrolle“.
In dem Artikel, der in der indischen Mail Today unter dem Titel „E-Fluppen sind genauso tödlich“ erschien, sagte er wenige Tage nach der WHO Versammlung Tabak müsse verboten werden. „Daran besteht kein Zweifel“. Da die E-Zigarette als neues und damit schwächstes Glied in der Kette erscheint, müsse man dieses als erstes verbieten. Damit sie sich nicht in die Liste der anderen nikotinhaltigen Genussmittel einreiht.

Martina Pötschke-Langer

Die bekannteste Figur der Dampfgegner dürfte im deutschsprachigen Raum sicherlich Frau Dr. Martina Pötschke-Langer sein.
Vielen Dampfern ist sie vor allem bekannt, weil die umtriebige Frau Doktor Zeit lange gerne durch Medienauftritte und Veröffentlichungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Doch ihr Einfluss reicht sehr viel weiter, als es in der Öffentlichkeit und bei Dampfern wahrgenommen wird.

Zunächst studierte Pötschke-Langer Geschichte und Germanistik, bevor sie auch noch ein Studium der Medizin dran hing. Promoviert hat sie an der Universität Heidelberg, wo sie auch an der Universitätsklinik tätig war.
Doch offenbar zog es sie sehr schnell in administrative Tätigkeitsbereiche. So hatte sie die Leitung des nationalen Bluthochdruckprogrammes beim Institut für Bluthochdruckforschung inne, später für die deutsche Hochdruckliga. Im Jahr 1992 wurde sie Mitarbeiterin des DKFZ in Heidelberg. Was praktisch ist, denn alle Stationen ihres Werdegang sind eng mit Heidelberg verknüpft.

Beim Deutschen Krebsforschungszentrum übernahm sie 2002 die Stabsstelle Krebsprävention.
Unter ihrer Leitung wurde daraus dann ein Kollaborationszentrum der WHO für Tabakkontrolle. Das Thema scheint immer mehr an Gewicht gewonnen zu haben, denn viel mehr war von den Aktivitäten der Abteilung von da an nicht zu hören.

„Die elektrische Zigarette, im Vergleich natürlich zu jeder normalen, traditionellen Tabakzigarette, ist in der Tat viel viel weniger gefährlich. Das können wir mit Sicherheit sagen.
Dr. Martina Pötschke-Langer, Telemed Magazin des Rhein-Neckar Fernsehen, 12.03.2012

Nach anfänglich gemäßigten Klängen verschärfte sich der Ton gegen die E-Zigarette zunehmend. Dafür wurden die üblichen Argumente verwendet. Fehlende Langzeitstudien, Krebsgefahr, Renormalisierung.
Gemäß des argumentativen Wandels in den USA konzentrierte man sich auch in Heidelberg zunehmend auf den Jugendschutz.

E-Zigarette
Dr. Martina Pötschke-Langer, hier als Expertin für die CDU vorm Bundestagsausschuß zur TPD.

Pfiffig war das Münchner Unternehmen iSomkeSmart, das mit positiven Aussagen von Pötschke-Langer aus der Anfangszeit für die E-Zigarette warb. Dafür wurde es vom DKFZ verklagt.
Da das Zentrum nichts gegen das Recht auf Verwendung der Zitate unternehmen konnte, verklagte es den bayrischen Händler kurzerhand wegen Verstößen gegen den Markenschutz. Es dürfe nicht mehr die Begriffe DKFZ und den Namen Martina Pötschke-Langer verwenden.
Die Klage scheiterte 2015, das Unternehmen durfte weiter mit ihr werben

Verfolgt man den Werdegang von Pötschke-Langer, kann man die Eskalation förmlich beobachten.
Ab dem Zusammenschluss mit der WHO und der Verschärfung dessen Tonfalls kamen auch aus Heidelberg immer schärfere Töne.

Im Jahr 2016 wurde Pötschke-Langer dann in ihrer Funktion der Leiterin der Kollaborationsstelle abgelöst. Ihre Nachfolgerin Dr. Ute Mons schlägt deutlich versöhnlichere und wissenschaftsbasierte Töne an. Und rügt auch schon mal die Junk Science eines Stanton Glantz öffentlich auf Twitter. (Siehe Teil 2)

Die Bezahlkommandos

Der Höhepunkt der Eskalation fand bereits ein Jahr zuvor statt. Und er macht deutlich, mit welchen Mitteln die Gesundheitslobby ihre Ziele Verfolgt.

Auf der jährlichen Konferenz für Tabakkontrolle des DKFZ stellte Frau Dr. Silke Kuhn von der Universität Hamburg eine Umfrage unter Dampfern vor. Die sehr saubere und wissenschaftlich tadellose Arbeit kam zu durchweg positiven Ergebnissen. Was Dr. Pötschke-Langer offenbar nicht so ganz passte.
Daraufhin daraufhin sagte sie:

„Wenn man ‘online’ zulässt und entsprechende Bezahlkommandos losschickt, die es ja gibt, insbesondere auch in Deutschland und auch in anderen Ländern, ist das überhaupt kein Problem, so etwas zu verfälschen, ist doch ganz klar. Es ist doch das einfachste von der Welt.“
Dr. Martina Pötschke-Langer, Konferenz für Tabakkontrolle des DKFZ, Dezember 2015

Eine verärgerte Dampferin beschwerte sich daraufhin förmlich beim Leiter des DKFZ Dr. Boutros. Der Chef wies Pötschke-Langer daraufhin an, sich dazu zu äußern. Diese verwies in einer Antwort darauf, dass die Dampferin selber nicht anwesend gewesen sei und die Vorwürfe falsch seien.

Trotz des Verbotes von Aufnahmen hatte jemand die Konferenz jedoch mitgeschnitten.
Im Audio ist klar zu hören, dass Frau Dr. Pötschke-Langer die Aussage wörtlich getroffen hat. (ab ca. 1:50)

Dr. Martina Pötschke-Langer, Konferenz für Tabakkontrolle des DKFZ, Dezember 2015

Rauchentwöhnung als Kassenleistung

Doch damit war die Karriere von Pötschke-Langer keineswegs beendet.
So ist sie Mitglied im Wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung e. V.
Und da wird es dann schwierig. Denn entgegen der Regulierungen in den USA muss ein eingetragener Verein seine Bilanzen nicht offenlegen. Das bedeutet, man kann in Deutschland von einem Verein nur schwer sagen, woher er seine Gelder bekommt oder wer ihn finanziert.

E-Zigarette
Dr. Tobias Rüther, Leiter der Spezialambulanz Tabakabhängigkeit München, bei seinem Vortrag in Berlin.

Doch die Süddeutsche Zeitung deckte in einem großen Artikel unter dem Titel „Wie die E-Zigarette ausgebremst wird“ 2016 auf, dass der genannte Verein von der PR Agentur Klienksiek gegründet wurde. Das geschah im Auftrag des Pharma Riesen Novartis in den 1990ern, um für das Produkt Nicotinell „Meinungsbildnerarbeit, Gewinnen von spokespersons, Fach- und Publikumsmedienarbeit“ zu betreiben.
Den Umsatz von Nikotinersatzprodukten schätzt die Süddeutsche übrigens alleine in Deutschland auf 100 Millionen jährlich. Da ist es völlig nachvollziehbar, wenn im Jahr mal ein oder zwei Millionen in solche strategischen Maßnahmen investiert werden.

In dem Verein finden sich viele bekannte Mitglieder.
Beispielsweise war der Leiter der Spezialambulanz Tabakabhängigkeit des Klinikums der Uni München Dr. Tobias Rüther gerade erst bei der Podiumsdiskussion der eGarage in Berlin zu Gast. Wo er sich in seinem Vortrag nicht nur die Zeit nahm, Halbwahrheiten über die Juul weiterzugeben. Sondern auch mehrfach darauf hinwies, dass die Patienten die Tabakentwöhnung selber zahlen müssten, weil es keine Kassenleistung ist.

Einen ähnliche Entwicklung in der Einstellung zur E-Zigarette scheint auch das Mitglied Dr. Thomas Hering durchlaufen zu haben. Hatte er im Januar des vergangenen Jahres noch in einem Social Media Live Stream für den Sender N24 sehr positiv über die E-Zigarette gesprochen, scheint das alles vergessen zu sein. Anfang April äußerte sich der in Medien scheinbar gern gesehene Gast in einem Beitrag der Nachrichten von Sat1/Pro7 deutlich für ein Werbeverbot.
Auch der Lungenspezialist Hering gibt als Tätigkeitsschwerpunkt Tabakentwöhnung an.

E-Zigarette
Lungenfacharzt, Rauchentwöhner und umtriebiger Mediengast Dr. Thomas Hering. (Foto: Screenshot)

Diese Protagonisten verschleiern wenig, dass es nur sekundär um die Gesundheit geht. Sondern um Geldverdienen mit Gesundheit.
Es geht darum, dass die Rauchentwöhnung von den Krankenkassen als Leistung übernommen wird. Bei etwa 25% Rauchern unter den Erwachsenen wäre das ein Markt, der jährliche Umsätze im doppelt- und dreistelligen Millionenbereich verspricht.
Ein erfolgversprechendes Ersatzmittel wie die E-Zigarette, die frei gehandelt und für wenige Euro erhältlich ist, könnte das zunichtemachen.

Vor diesem Hintergrund muss man verstehen, warum Oliver Martine, „Director Government Affairs & Policy“ des Pharma Konzerns Johnson & Johnson, auf der erwähnten Podiumsdiskussion in seiner Wortmeldung fragte, warum es Nikotintherapien nur in der Apotheke gebe und die E-Zigarette frei gehandelt würde.
Johnson & Johnson ist größter Hersteller von Nikotinersatzprodukten weltweit.

“Wenn ein Raucher die E-Zigarette nutzen möchte, wäre der Gang zum Arzt der richtige Weg, um fachlich fundierte Informationen zu bekommen.”
Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Bündnis 90/Die Grünen, eGarage Insight Berlin, 01.04.2019

Im Sinne seiner Mitglieder versucht der WAT nun eine Klageinitiative, um die Erstattung der Tabakentwöhnung durch die Krankenkassen gerichtlich zu erzwingen.
Es liegt auf der Hand, dass eine E-Zigarette da nur stören würde. Denn es würden sicher weniger Menschen eine Tabakentwöhnung über einen Facharzt und die Krankenkasse versuchen, wenn eine deutlich weniger schädliche Alternative um die Ecke im nächsten Vape-Shop wartet.

Der Lobbyverband Nichtrauchen

Doch der Werdegang von Martina Pötschke-Langer ist auch mit diesem von der Pharma Industrie gegründeten Lobby-Verein WAT noch nicht beendet.

Nach ihrer Ablösung beim DKFZ übernahm Pötschke-Langer den Vorsitz im Aktionsbündnis Nichtrauchen.
Das ist ein ebenso lupenreiner Lobby Verband von „15 bundesweit tätigen Gesundheitsorganisationen, um die politischen Aktivitäten im Bereich Förderungen des Nichtrauchens und Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens“ zu bündeln. So das Bündnis selber über sich.

Mitglieder sind Organisationen wie der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, die Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin und – wen wird es verwundern – das DKFZ aus Heidelberg.
Auch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin ist Mitglied. Sie hatte vor kurzem ebenfalls öffentlichkeitswirksam ein Werbeverbot für E-Zigaretten gefordert. Bei ihr finden wir das Modell der amerikanischen Tuberkulosegesellschaft aus dem zweiten Teil dieses Themenschwerpunkts wieder. Nachdem die Tuberkulose als ausgestorben galt, hat sie sich einfach umbenannt und kümmert sich jetzt um alles was die Lunge betrifft. Das ist zukunftssicherer als eine einzelne Krankheit.

Dieses Aktionsbündnis hat aktuell für Aufsehen gesorgt, als es ein Positionspapier zur E-Zigarette herausgegeben hat. Die Zeitliche Nähe zu zwei eingebrachten Anträgen der Grünen und der Linken zum Werbeverbot war dabei sicher nicht zufällig.
Auffällig ist, dass nur auf die E-Zigarette, nicht aber auf die Tabakzigarette eingegangen wird.

  • Schutz der Jugend durch konsequenten Vollzug des Jugendschutzgesetzes und Verbot von Produktbeschreibungen, die Jugendliche in besonderem Maße ansprechen
  • Verbot des Zusatzes von suchtsteigernden Substanzen; kontinuierliches Monitoring und Prüfung von Zusatz- und Aromastoffen hinsichtlich gesundheitsschädlicher und suchtsteigernder Wirkung
  • Umfassendes Werbeverbot für E-Zigaretten
  • Verwendungsverbot in Nichtraucherbereichen
  • Besteuerung von E-Zigaretten deutlich über dem Mehrwertsteuersatz
  • Übernahme der Entsorgungskosten für die durch den Konsum von E-Zigaretten entstehenden Abfälle durch die Industrie
  • Politische Einflussnahme der Hersteller und Händler von E-Zigaretten, sowie ihrer Lobbygruppen transparent machen und eindämmen

Es wäre begrüßenswert, wenn das Aktionsbündnis Nichtrauchen seine eigenen Forderungen erfüllen würde. Und die politische Einflussnahme ihrer Mitglieder sowie ihrer Lobbygruppen transparent machen würde.

Das Bündnis hatte im Februar 2015 gefordert, den Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche zu verbieten. Im Herbst des gleichen Jahres wurde das in der hohen Politik vor allem von der Bundesfamilienministerin Schwesig von der SPD thematisiert. Kurz darauf erfolgte die Verabschiedung des Gesetzes.

In Manuela Schwesig hatte der Lobby Verband einen guten Ansprechpartner gefunden. In der ersten Lesung zu dem Gesetzes Entwurf erwähnte Schwesig ausdrücklich „wissenschaftliche Erkenntnisse des DKFZ“. Zu diesem Zeitpunkt war Frau Dr. Pötschke-Langer noch dort beschäftigt.
Die Rede war ein Abgesang der üblichen Argumente. E-Zigaretten würden die jungen Lungen am Wachsen hindern, sie würden nach Schokolade schmecken und wären ein Einstieg in das Rauchen.
Wie bestellt, so geliefert.

Ein gern gesehenes Mittel der Gesundheitsaktivisten ist es, mit dem Finger auf andere zu zeigen und sie mit dem negativ besetzten Begriff der Lobby zu verbinden.
So wird auch die E-Zigaretten-Branche gerne als „Industrie“ bezeichnet und die Interessensvertreter und Dampfer als „Lobby“. Was nicht nur wenig zutreffend ist, denn E-Zigaretten werden von wenigen klein- und mittelständigen Unternehmen gehandelt. Produziert werden sie meist in China, wo die Hersteller sehr wenig von den Marktregulierungen in Europa mitbekommen.
Die Einnahmen selbst eines gesamten Händlerverbandes liegen deutlich unter dem Gehalt eines CEO eines der großen Pharmaunternehmen. Das als „Industrie“ zu bezeichnen ist eher abenteuerlich. Es ist Framing.
Damit wird verschleiert, dass man selber tatsächlich nichts anderes als eine Lobby ist. Mit Finanzierung aus der Pharma, aus anderen Organisationen, aus Steuergeldern und mit eigenen, sehr handfesten Interessen.


Profiteure der Angst – Themenschwerpunkt

Es gibt keinen Gateway: https://www.vapers.guru/2019/04/04/weltweit-groesste-analyse-es-gibt-keinen-gateway/
Gesundheitsexperten fordern mehr Nikotin: https://www.vapers.guru/2019/02/20/gesundheitsexperten-fordern-fuenffache-nikotinmenge/

Podiumsdiskussion zur Dampfe: Der Wind dreht sich

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Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.

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