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Vom Konstruieren einer Epidemie – Teil 2

Wirtschaftliche Interessen gehen vor Gesundheit

  • Die zuständige Behörde verkündet eine Epidemie… und es gibt keine
  • Neue Informationen dokumentieren die gezielte und bewusste Desinformation durch die Behörden
  • Interessen der Behörden und der Pharmaindustrie gehen Hand in Hand

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Im ersten Teil dieses Themenschwerpunktes wurde die Situation in den USA erläutert. (Link unten)
In diesem Teil soll beleuchtet werden, woher die Desinformation durch die Behörde tatsächlich stammt.

Inzwischen sind Dokumente aufgetaucht, die zeigen, mit welchen Mitteln die Regulierungsbehörde die zuvor geschilderte Situation gezielt herbeigeführt hat. Und wer dabei geholfen hat.
Unbeachtet veröffentlicht wurden die Vorgänge auf dem Blog Tobacco Truth von dem anerkannten Medizinprofessor Brad Rodu von der University of Louisville.

Nur zwei Tage, nachdem Gottlieb im September 2018 in den Nachrichten sein dramatisches Bild malte, wurde auch Kathleen Crosby mit Aussagen über eine Epidemie zitiert.

Screenshot eines Videos der Kampagne “The Real Cost” vom September 2018. Das Wort “Epidemie” ist bereits eingebunden.

Kathleen Crosby ist die Directorin des Büros für Gesundheitskommunikation und Erziehung im zuständigen FDA Center for Tobacco Products.
Sie ist schon seit fünf Jahren die Leitfigur für die Kampagne „The Real Cost“, die inzwischen auch die E-Zigarette ins Visier genommen hat. Zufälligerweise geschah das ebenfalls im September 2018.

The Real Cost sollte durch Nutzung entsprechender Medien ursprünglich junge Menschen über die Gefahren des Rauchens aufklären. Vor allem mit Videos werden auf Social Media Jugendliche in sehr kurzen Trailern angesprochen.

Bekannt geworden ist die Darstellung von Jugendlichen, denen Würmer unter der Haut zu kriechen scheinen.
Doch es werden auch zeitgemäße Videos genutzt, in denen ein ebenfalls sehr junger Zauberkünstler einem scheinbar zufälligem Straßenpublikum Tricks mit E-Zigaretten vorführt.
Im Abspann dieser Videos ist die Aussage zu sehen, dass dampfende Teenager eher anfangen zu rauchen.
Eine Aussage, die vor allem auf die Propagandaschmiede des E-Zigarettengegners Prof. Stanton Glantz in San Francisco zurückzuführen ist. Und die wegen ihrer wissenschaftlichen Haltlosigkeit weltweit kritisiert wurde.

Die ersten Videos der Kampagne wurden spätestens ab dem 17. September 2018 veröffentlicht. Also nur zwei Tage nachdem Gottlieb von einer Epidemie sprach. Am gleichen Tag, an dem Kathleen Crosby in den Medien zitiert wurde.

Koordiniert und orchestriert

Dass eine solche Kampagne unmöglich innerhalb von zwei Tagen geplant und umgesetzt werden kann, dürfte einleuchten. Es legt also nahe, dass gezielt mit professionellen Marketinginstrumenten eine Epidemie erschaffen wurde.
Es muss bereits entsprechende Absprachen gegeben haben, bevor Gottlieb in den Nachrichten zur besten Sendezeit befragt wurde.

Noch brisanter wird der Vorgang durch die Power Point Präsentation, die auf den Servern des Food & Drug Law Institutes gefunden wurde. (Datei auf dem Guru Server gesichert, Link unten)

Kathleen Crosby, Direktorin der FDA, in einer Nachrichtensendung 2015.

Am 25, Oktober 2018 präsentierte die genannte Kathleen Crosby Verantwortlichen der FDA (bzw. des FDLI) die Kampagne gegen die E-Zigarette.
Die Folien sind teilweise in der Fußzeile mit dem Hinweis versehen, dass es sich nicht um offizielle Veröffentlichungen handelt oder dass die gezeigten Daten und Informationen nicht veröffentlicht wurden („unpublished data“).

Unter anderem wurde analysiert, mit welcher Motivation Jugendliche zur E-Zigarette greifen.
„Sie [die Jugendlichen, Anm. d. Red.] vergleichen die E-Zigarette mit anderen Substanzen mit dem Ergebnis, dass Dampfen mit das geringste Risiko beinhaltet“. (Folie 17)

Das bedeutet im Klartext nichts anderes, als dass die Jugendlichen die wissenschaftlich korrekte Risikoeinschätzung hatten. Und dass die FDA, eine staatliche Behörde, gegen diese richtige Einschätzung vorgehen wollte. Bewusst, geplant und strategisch koordiniert.

Und Erwachsene? Egal!

Im gesamten Vortrag finden sich ähnliche Bonmots.

Wegen der Brisanz soll die Folie 22 hier wörtlich übersetzt wiedergegeben werden. Denn sie zeigt, wie geplant vorgegangen wurde.

Die Anzeige wurde mit 300 Jugendlichen getestet

  • „Epidemie” hat einen Wertung „Gemessener Effektivität“ [„Perceived Effectiveness score“] von 4,17 von 5,017
  • Die Jugendlichen verstanden die Aussage der Anzeige und die Anzeige bewährte sich auch bei anderen Messungen
  • Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Möglichkeit das Wissen Jugendlicher über die Auswirkungen auf die Gesundheit zu steigern

Die Anzeige wurde mit 900 jungen Erwachsenen und erwachsenen Rauchern getestet, die der Nutzung von E-Zigaretten offen gegenüberstehen

  • Die Tests enthüllten mögliche unbeabsichtigte Folgen unter Erwachsenen
  • Die Einschätzung des Risikos wechselte dahin, dass E-Zigaretten für genauso schädlich wie, oder schädlicher als, Zigaretten gehalten wurden
  • Die Anzeige anzusehen beeinflusste den Willen oder die Motivation des Rauchers nicht mit dem Rauchen aufzuhören
  • Dennoch sind Erwachsene weniger interessiert die E-Zigarette zu nutzen, um aufzuhören zu rauchen
  • Basierend auf diesen gemischten Erkenntnissen wird die Anzeige gezielt ausgerichtet [„laser targeted“] um nur Jugendliche zu erreichen

Nur um das deutlich zu machen:
Die entsprechende „Anzeige“ (wörtlich “Ad”, wahrscheinlich ein Video) wurde mit 1200 Versuchspersonen auf ihre Effektivität getestet. Empirisch dokumentiert bis zur zweiten Nachkommastelle.

In der Argumentation wird bereits alternativlos davon ausgegangen, dass die E-Zigarette einen Schaden verursacht. Entgegen jeder wissenschaftlichen Beweislage.
Es wird nicht von einem möglichen Schaden gesprochen. Geschweige denn, dass er in Relation zur Tabakzigarette gesetzt wird.

Teil der internen Powerpoint Präsentation: Desinformation der Erwachsenen wird in Kauf genommen

Darüber hinaus dokumentiert die Präsentation deutlich, dass diese Videos bei erwachsenen Rauchern dazu führen, dass die E-Zigarette dadurch als mindestens genauso schädlich, oder sogar schädlicher, wie die Tabakzigarette eingeschätzt wird.

Die FDA wusste das. Sie hat es intern sogar dokumentiert.
Sie nimmt also in Kauf, dass erwachsene Raucher weiterhin rauchen und vom Umstieg auf die deutlich und nachgewiesen geringer schädliche Alternative abgehalten werden.

Die Behörde des Gesundheitsministeriums nimmt billigend in Kauf, dass ihre Desinformation dazu führt, dass weiterhin Menschen an den Folgen des Tabaks sterben. Um Jugendliche vor einer vermeintlichen und weit geringeren Gefahr –  soweit sie überhaupt vorhanden ist – zu schützen.

Die Lobby dahinter

Harm Reduction (Schadensminimierung) bedeutet, dass man Menschen, die ein für sie schädliches Verhalten nicht unterlassen wollen oder können, eine weniger schädliche Alternative anbietet.
Dieses Mittel hat sich unter anderem bei der Gabe von Methadon an Heroinabhängige und Kondomvergabe in der AIDS Welle bewährt.

Und es ist genau das, was Scott Gottlieb bei seiner Antrittsrede 2017 bestärkte. Raucher müssen weiterhin die deutlich weniger riskante Alternative der E-Zigarette nutzen können.

Irgendetwas muss also innerhalb der FDA dazu geführt haben, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Oder dass zumindest der Ansatz der Harm Reduction in den Wind geschrieben wurde.
Auch da gibt die Präsentation von Kathleen Crosby einen Hinweis.

Als weiterer Präsentator wird zu Beginn Mark Greenwold genannt, ein Senior Consultant („Chef Berater“) der Camaign for Tobacco-Free Kids.

Dieser Mark Greenwold ist im Netz nur schwer zu fassen. Was man nicht von jemandem annehmen sollte, der als Berater für eine staatliche Gesundheitsbehörde tätig ist.
Das liegt sicher daran, dass er ein Lobbyist ist. Und die halten sich gerne etwas bedeckt.

Greenwold ist praktizierender Anwalt in Washington, der im Auftrag der Regierung Prozesse gegen große Tabakkonzerne führt. Und er ist Professor am Georgetown Law Center.
Er war einer der Köpfe hinter dem Tobacco Master Settlement Agreement von 1998.



Der Sündenfall

Das Tobacco Master Settlement Agreement war der Sündenfall. Der viel Gegenwehr gegen die E-Zigarette durch staatliche Behörden in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Im Jahr 1998 einigten sich die größten Tabakkonzerne und die Behörden auf verschiedene Maßnahmen. Nach vorangegangenen Gerichtsprozessen.
Unter anderem wurden bestimmte Regeln für die Werbung vereinbart.

Darüber hinaus wurden die Konzerne gezwungen, in den kommenden 25 Jahren insgesamt 206 Milliarden an verschiedene staatliche Empfänger zu zahlen.

Viele Bundesstaaten waren knapp bei Kasse. Allen voran Kalifornien und Florida. So kamen sie auf die Idee, so genannte Tobacco Bonds zu verkaufen.
Das sind Anleihen, die einer Rente gleichkommen. Man konnte sie vom Staat erwerben und bekam dann aus den staatlichen Einnahmen durch die Milliarden von den Konzernen Geld ausgezahlt.

Einige davon sind durch andere Legitimationen abgesichert.
Würde beispielsweise ein Tabakkonzern pleitegehen, müssten die Bundesstaaten weiterhin die entsprechenden Renten aus anderen Quellen auszahlen.

Ein seltenes Bild des Lobbyisten Mark Greenwold, hier im Kreise des Yale School of Public Health Leadership Council.

Als Maßgabe für die Höhe der Zahlungen durch die Konzerne wurden die Umsätze von 1997 herangezogen. Den Konzernen wurde das Recht eingeräumt, dass wenn die Umsätze unter diese Marke fallen, sie auch weniger an die Staaten zahlen müssten.
Und genau die Situation ist eingetreten.

Die Staaten haben sich Geld geliehen. Als Sicherheit wurden die Einkünfte aus dem Verkauf von Tabak genommen. Und nun fallen die Umsatzzahlen in den USA seit Jahren kontinuierlich.
Genau in diese Situation kommt dann auch noch die E-Zigarette. Die in den USA inzwischen geschätzte 16 Millionen Konsumenten hat.
Das sind 16 Millionen Dampfer, die weniger oder gar nicht mehr rauchen. Neben dem eh vorhandenen Rückgang.

Das stürzt diese Staaten natürlich in einen Interessenkonflikt. Denn einerseits sollen sie die Gesundheit ihrer Bürger schützen. Andererseits kostet sie das sehr viel Geld.

Und einer der Berater, die hinter diesem Deal standen, ist nun ausgerechnet der Berater der FDA, wenn es um die Bekämpfung der E-Zigarette geht.

Die tabakfreien Kids

Doch der umtriebige Lobbyist Geenwold ist nun in seiner Funktion als Berater der Capaign for Tobacco-Free Kids tätig.
Bei genauerer Betrachtung setzt das den Vorgängen die Krone der Absurdität auf.

Die Campaign for Tobacco-Free Kids ist der stärkste Gegner der E-Zigarette in den USA.
Dieser Verein vermarktet sich gerne mit bunter, kindlicher Schrift und organisiert Demonstrationen von besorgten Eltern und moralisch integren Schülern. Doch dahinter steht tatsächlich ein Millionenunternehmen und ein bundesweit agierender Lobbyverband.

Demonstration der Tobacco-Free Kids in San Francisco im Juni 2018

Die Stiftung mit dem sperrigen Namen Johnson & Johnson’s Robert Wood Johnson Foundation lobt jedes Jahr mindestens 400 Millionen Dollar im Bereich der Gesundheitsfürsorge für Organisationen aus. Die Tobacco-Free Kids wurden praktischerweise direkt von ihr selber gegründet.

Diese Stiftung ist ein direkter Ableger des Pharmariesen Johnson & Johnson, dem Hersteller der Nicorette.
Insgesamt gingen bis 2016 mindestens 117 Millionen Dollar an die Kampagne. Alleine im Jahr 2016 erhielten die Tobacco-Free Kids von Johnson & Johnson über 45 Millionen Dollar.

Im Jahr 2002 spendete die Stiftung auch 10 Millionen Dollar, um das „Center for Smoking Cessacion“ (Zentrum für Rauch-Entwöhnung) an der Universität San Francisco zu gründen. Das inzwischen vom bereits erwähnten Prof. Stanton Glantz geleitet wird. Dessen Aussage sich nun am Ende einiger Videos der FDA findet.

Unterm Strich bedeutet das also nichts anderes, als dass der Lobbyist und Rechtsanwalt Mark Greenwold, der maßgeblich an der Vereinbarung mit den Tabakkonzernen mitgewirkt hat, nun als Berater einer Behörde fungiert. Als Funktionär einer Lobbyorganisation, die von dem Pharmariesen Johnson & Johnson gegründet und finanziert wurde.

Sowohl Greenwold, wie auch die Behörden, wie auch die Pharmaindustrie und ihre Handlanger haben gar kein Interesse daran, die Gesundheit der Bürger zu schützen.

Wie erschafft man eine Epidemie?

Wie erschafft man eine Epidemie?

Man nimmt Zahlen einer Statistik und legt sie wie gewünscht aus. Man malt das Bild einer Bedrohung. Und kommuniziert das öffentlich.

Dieses Bild legt man dann durch Lobbyarbeit der zuständigen Behörde ans Herz. Die aufgrund der Interessen vieler anderer eigentlich gar nicht daran interessiert ist, eine tatsächliche Gefahr abzuwenden.
Eine Situation die tatsächlich überhaupt erst durch genau die Lobbyisten entstanden ist, die nun Hilfe anbieten.

Die Behörde übernimmt dann bereitwillig die Funktion des Steigbügelhalters. Sie lanciert Informationskampagnen, die wissentlich das genaue Gegenteil von dem bewirken, was den Tatsachen entspricht. Und die genau denen helfen, die sie vorgibt zu bekämpfen.

Und alle sind glücklich.
Die Pharmaunternehmen, die ihre wirtschaftlichen Interessen dadurch schützen können.
Die Tabakkonzerne, denen dadurch unliebsame Konkurrenz aus dem Weg geräumt wird.
Die Stakeholder, die dadurch Geld sparen.
Die Behörde, die sich ihrer Wichtigkeit versichern und dadurch Geld von der Regierung fordern kann.

Leidtragende sind die vielen kleinen und mittelständigen Unternehmen, die sich ein Auskommen dadurch aufgebaut haben, andere vom potentiell tödlichen Rauch abzubringen.
Schätzungen gehen davon aus, dass in diesem Jahr dadurch zehntausende Arbeitsplätze wegfallen werden.

Doch die eigentlichen Leidtragenden sind die vielen Raucher. Die durch diese Desinformation auch weiterhin an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Krebs sterben werden.

Einen Schuldigen gibt es nicht. Denn sie werden es ja nie erfahren.
Dafür sorgt die Behörde des Gesundheitsministeriums.


Themenschwerpunkt:
Vom Konstruieren einer Epidemie – Teil 1
Vom Konstruieren einer Epidemie – Teil 2


Überwachungsvideo beweist Ahnungslosigkeit von Forschern: https://www.vapers.guru/2020/02/04/ueberwachungsvideo-beweist-ahnungslosigkeit-von-forschern/

Forscher entlarven Panikmache durch die Regierung

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.
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