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Verband prüft Maßnahmen gegen E-Zigaretten-Händler

Wie Einzelne eine ganze Branche schädigen können

  • Einzelhändler verkauft an Jugendliche, Mutter schaltet die Stadtverwaltung ein
  • Neue Westfälische veröffentlicht die Vorgänge
  • Initiative eines Händlerverbandes versucht zu vermitteln, Klarstellung durch den Redakteur heute veröffentlicht

Ein Lehrstück über die Arbeit der Medien und rücksichtslose Händler wird derzeit in Bünde in Ostwestfalen aufgeführt.

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In der Kleinstadt ist auch der Händler Dampfalarm beheimatet. Da dieser auch im Händlerverband BfTG Mitglied ist, wurden auch in Bünde zwei Plakate aufgehängt.
Die Kampagne „E-Zigaretten sind keine E-Joints“ sollte der Desinformation um die Toten in den USA durch gepanschte THC Liquids zum Ende des Vergangenen Jahres entgegenwirken.
„Bis zu 95% weniger schädlich“ prangt in großen Lettern auch in dem 45.000 Seelen Ort.

Eine besorgte Mutter fand vor einigen Wochen eine E-Zigarette bei ihrem 14 jährigen Sohn. Und war alarmiert.
Der Sohn berief sich als Entschuldigung nämlich auch auf besage Plakate. Die Mutter sah es als „irreführende Werbung“. Dabei wird weder für ein Produkt geworben, noch wird eine falsche Aussage getroffen.

Sogar die Stadtverwaltung wurde eingeschaltet. Die jedoch gegen das Plakat keine Handhabe sah, da es auf Privatgelände hing.
Die Sprecherin der Stadtverwaltung riet der Mutter dazu, das Ordnungsamt einzuschalten und den Werberat zu informieren.

Veröffentlichung in der Zeitung

Auf diese Geschichte stieß dann der Redakteur der Neuen Westfälischen, Gerald Dunkel. Oder wurde gestoßen.
Und so wurde am 6. Februar ein Artikel veröffentlicht, der die Vorgänge als Aufhänger nahm. Und Gelegenheit bot, die bekannten Studien und Aussagen von Gegnern der Harm Reduction zu kommunizieren. Von Kokelstudien bis Stanton Glantz, natürlich ohne Quellennachweise.
Es ist unwahrscheinlich in Bielefeld einen Redakteur zu finden, der sich detailliert mit der E-Zigarette auskennt.

Einen Tag nach der Veröffentlichung schaltete sich der Händlerverband BfTG ein. Denn sein Plakat war ja Stein des Anstoßes gewesen.
In Gesprächen mit dem Redakteur wurden einige Dinge klargestellt. Und auch Gespräche mit der Mutter fanden statt. Diplomatische Aufklärungsarbeit wurde geleistet.

Dabei kam heraus, dass es sich bei dem Händler um einen kleinen, alleinstehenden Händler handelt, der ein Ladenlokal in der Bündener Innenstadt betreibt. Er hatte dem Minderjährigen die E-Zigarette verkauft.
Der Verband suchte auch das Gespräch mit dem Händler, der sich offenbar auch einsichtig zeigte.

EDIT 29.02.: Inzwischen erreichte mich die Nachricht, dass bei dem Bündener Händler Smokeless Beschwerden und Kritik eingegangen sind.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um den erwähnten und namentlich nicht genannten Händler um den es hier geht.

Eine Nachfrage bei Dampfalarm ergab, dass der lokale Mitbewerber bereits für Unregelmäßigkeiten bekannt ist. Man wolle sich dazu nicht weiter äußern, geschäftliche Beziehungen unterhalte man nicht mehr.

Allerdings betonte der Geschäftsführer, dass in den Vape Shops von Dampfalarm sehr auf Volljährigkeit geachtet würde. Minderjährige hätten nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten überhaupt Zutritt. Man verkaufe nicht einmal Produkte an Erwachsene, wenn der Eindruck entsteht, diese wollen sie weitergeben.

Man ist über die Vorgänge sehr verärgert, denn letztendlich falle das in der Kleinstadt auch auf Dampfalarm zurück.



Versehen oder Ignoranz?

Auch beim Verband kamen immer mehr Informationen an. Offenbar haben sich viele Jugendliche der Kleinstadt bei eben jenem Händler eingedeckt. Ein Versehen ist also unwahrscheinlich, der Konkurrenzdruck durch den großen Händler im Ort macht ein bewusstes Vorgehen wahrscheinlich.

Eine kurze Recherche ergab: Der besagte Händler ist auch mit einem eigenen Account auf Facebook und Instagram vertreten. Und auch da ignoriert man regelmäßig Regulierungen, das Werbeverbot scheint nicht zu gelten.

Der Verband prüft nun, ob er gegen den Einzelhändler vorgehen wird. Auch Dampfalarm schloss entsprechende Maßnahmen in Zukunft nicht aus.

Durch ein solches profitorientiertes und eigennütziges Verhalten schädigen kleine Händler die angeschlagene Branche. Sich offenbar nicht über die Folgen für alle oder die Konsequenzen für ihr eigenes Geschäft bewusst.

Die Geschichte um den 14 Jährigen und die Veröffentlichung in der Neuen Westfälischen ist nur eine mögliche Folge solcher Vorgänge. Wird die örtliche Ordnungsbehörde auf solche Vorgänge aufmerksam, kann das zur Schließung führen.

Klarstellung durch Folgeartikel

Der konstruktiven Kontaktaufnahme durch das BfTG mit dem Redakteur ist es zu verdanken, dass die Neue Westfälische heute einen weiteren Artikel veröffentlicht hat. Und der Zugänglichkeit von Gerald Dunkel und der Chefredaktion.

Unter der Überschrift „E-Zigaretten: Verband will besseren Schutz für Jugendliche“ wird Klarstellung betrieben.

„Das Bündnis für Tabakfreien Genuss, als Verband von kleinen und mittelständigen Unternehmen […] und ohne Beteiligung der Tabakindustrie, sieht es als oberste Priorität, dass E-Zigaretten nicht an Jugendliche verkauft werden.
E-Zigaretten sind eine weniger Schädliche Alternative zum Tabakkonsum für erwachsene Raucher.“

Philip Drögemüller, Sprecher BfTG, Neue Westfälische, 18.02.2020

So wird auch zitiert, dass die Toten in den USA nicht durch handelsübliche E-Zigaretten zu beklagen sind. Sondern durch „illegale und mit Drogen versetzte Schwarzmarktprodukte“, so Drögemüller.
Der Verband wolle nicht hinnehmen, dass durch fehlerhafte Berichterstattung und fehlende Aufklärung durch den Staat umsteigewillige Raucher verunsichert würden.


Nachweis einer erdachten Epidemie: https://www.vapers.guru/2020/02/05/forscher-entlarven-panikmache-durch-die-regierung/

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.