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Wegweisende Studie zur E-Zigarette veröffentlicht

Ergebnisse nicht mehr wegzuwischen

In der vergangenen Woche wurde eine Studie in einem der ältesten und renommiertesten wissenschaftlichen Magazinen, dem Lancet, veröffentlicht. (Link unten)

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Eine Gruppe von Wissenschaftlern in den USA und Neuseeland hat untersucht, wie viel eines krebserregenden Stoffes ein Nutzer von E-Zigaretten im Vergleich zum Tabak aufnimmt.

Die Ergebnisse dürften dabei wenig überraschen.
Überraschend ist eher, wer die Studie bezahlt hat. Und mit welcher Sorgfalt sie durchgeführt wurde.

Es ist ein Beispiel dafür, welche Ergebnisse tatsächlich herauskommen, wenn Studien sorgfältig und nach den strengen, wissenschaftlichen Regeln durchgeführt werden. Und dass auch die Gegner der Tobacco Harm Reduction sie dann nicht leugnen können.

Nikotin nicht entscheidend

Die meisten Menschen glauben nach wie vor, dass Nikotin der entscheidende, gesundheitsschädigende Stoff in Tabak ist. Und damit auch in E-Zigaretten.
Das wird vor allem daran liegen, dass Nikotin bis vor wenigen Jahren immer nur in Verbindung mit Tabak gesehen wurde. Weil dies die einzige Konsumform war.

Nikotin alleine wurde nie eingehender beforscht. Obwohl vorherige Untersuchungen bereits zeigten, dass nicht das Nikotin der riskante Bestandteil ist. Sondern die Verbrennungsstoffe, die beim Rauchen inhaliert werden.
Suchtforscher ordnen das Nikotin inzwischen irgendwo bei Coffein ein. Was nicht selten zu Staunen und Ungläubigkeit führt.

Tabakspezifischen Nitrosamine

Die gefährlichsten Stoffe im Tabak, wenn man das überhaupt so sagen kann, sind die so genannten „tabakspezifischen Nitrosamine“. Der Rädelsführer dieser Nitrosamine ist ein Stoff mit dem eingängigen Namen 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanol, oder kurz NNAL. Es entsteht durch die Umwandlung von NNK. Und das kommt wiederum nur in Tabak vor.

Man kann also feststellen, ob jemand Tabak konsumiert hat, wenn man NNAL in seinem Körper nachweist. Und man kann sogar messen, ob Menschen Passivrauch ausgesetzt waren.
NNAL ist also nicht nur krebserregend und brandgefährlich, sondern auch ein guter Indikator, ob jemand einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist oder war.

Messen im Menschen, nicht in der Petrischale

Prof. Dr. Jonathan Foulds von der PennState. (Foto: PennState)

Deshalb kam ein Team von Forschern des Penn State College of Medicine und der Virginia Commonwealth University unter Professor Jonathan Foulds auf die Idee zu messen, wie viel NNAL Probanden im Blut haben. Und das zwischen Zigaretten und E-Zigaretten in verschiedenen Stärken zu vergleichen.

Dazu wurden 520 Raucher über 24 Wochen regelmäßig getestet. Beziehungsweise ihr Urin.
Die Nutzer von E-Zigaretten konsumierten entweder 0, 8 oder 36 mg/ml Nikotin. Also in einer Konzentration, die in Europa schon gar nicht mehr zugelassen ist.

Die Versuchsanordnung war randomisiert. Als Probanden wurden nur Raucher zwischen 21 und 65 Jahren angenommen, die mindestens neun Zigaretten pro Tag rauchten. Und die bisher noch keine E-Zigaretten verwendet hatten.

Die Untersuchung folgt damit strikt den Regeln der Wissenschaft und dürfte nicht anzufechten sein.



Ergebnisse eindeutig

Das Ergebnis war eindeutig.
Bei den Probanden, die E-Zigaretten verwendet haben, war die Konzentration von NNAL im Urin signifikant reduziert.
Auch bei denen, die mit 36 mg/ml eine mit der Zigarette vergleichbare Menge Nikotin aufgenommen haben. Und sogar bei denen, die in der Zeit weiter Tabakzigaretten konsumiert haben.

„Diese Studie zeigt, dass wenn Raucher, die an einer Reduzierung interessiert und mit einer E-Zigarette mit einer der Tabakzigarette vergleichbarer Nikotinabgabe ausgestattet sind, sie wahrscheinlicher eine signifikante Senkung in tabakspezifischen Giftstoffen erreichen.“

Prof. Dr. Jonathan Foulds, Penn State Cancer Institute, 12. April 2021

Die Forscher bezeichneten das Ergebnis als wichtigen Beitrag zur Forschungslage zur E-Zigarette. Denn die Ergebnisse legen gleich mehrere Rückschlüsse nahe.

Zum ersten ist die Nikotinmenge für die Gesundheitsschädlichkeit eher unbedeutend. Zum zweiten hilft die E-Zigarette nachweislich dabei, die Aufnahme von Karzinogenen signifikant zu reduzieren.
Und zum dritten scheint das gebetsmühlenartig vorgetragene Argument einiger Forscher und der Harm Reduction Gegner schlicht falsch zu sein: Man muss nicht vollständig umsteigen, um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren. Auch der so genannte Dual Use reduziert das Risiko bereits messbar.

„Nicht die offizielle Sicht“

Überraschend ist, wer die Studie finanziert hat: das National Institutes of Health NIH und die Food an Drug Administration FDA.

Diese beiden Organisationen finanzieren viele Studien zur E-Zigarette. Diese Studien werden jedoch sehr häufig geradezu schlampig durchgeführt. Bei einigen muss man den Eindruck gewinnen, dass ein vorher gewünschtes Ergebnis erzielt werden sollte.
Unter anderem wurde die bekannt gewordene und spektakulär verzerrte Studie von Professor Stanton Glanz durch die FDA finanziert, die inzwischen zurückgezogen wurde.

Diese aktuelle Studie ist jedoch so seriös und handfest gemacht, dass es nichts zu kritisieren gibt. Da können auch FDA und NIH nichts mehr deuteln.
Wahrscheinlich steht deshalb in einigen berichten zu der Studie zu lesen, dass die Ergebnisse „nicht notwendigerweise die offizielle Sicht der FDA und des NIH“ wiedergeben.



Studie im Original: https://www.thelancet.com/journals/lanres/article/PIIS2213-2600(21)00022-9/fulltext

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Joey Hoffmann

Joey Hoffmann

Begründer und inhaltlich Verantwortlicher bei vapers.guru
Freier Redakteur, zuvor angestellter und selbstständiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und Wordpress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes und des Bündnis für Tabakfreien Genuss.