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Revvo von Aspire

Revvolution der Fertigcoiler?

Mit dem Revvo Tank geht die Firma Aspire interessante, neue Wege. Die ARC Coils sind ein Novum.
Der Tank ist ein sogenannter RDTA, welcher das Liquid aus einem Reservoir unter dem Coil bezieht. Die Konstruktion und die Dampfmenge richten sich hierbei klar an Freunde des Lungenzugs.
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Die chinesische Firma Aspire wurde 2013 in Shenzen gegründet und produziert seitdem E-Zigaretten und deren Zubehör.
Aspire bezeichnet sich selbst auf ihrer Homepage als Pionier im Dampferbereich und hat seit der Gründung viele interessante Geräte entwickelt.

Den Anfang machte damals der CE5 BDC MTL Clearomizer, welcher auf das Ego-Gewinde passt. Der große Durchbruch gelang Ende 2013 mit dem Nautilus MTL Clearomizer welcher bei traditionellen Dampfern auch heute noch sehr beliebt ist.
Gegen Ende 2014 kam dann mit dem Atlantis Clearomizer der erste Subohmtank der Firma auf den Markt. 2015 folgten Atlantis Mega und der Atlantis 2.

Ab 2016 stieg Aspire dann in die Produktion von Akkuträgern ein. Der Pegasus war der erste eigenständige Akkuträger und bot eine Leistung von 70 Watt.
Bis heute folgten viele weitere Tanks und Akkuträger. Einer der neuesten Tanks ist der Revvo, welcher erneut mit einer innovativen Technik aufwartet.

Der Revvo

Der Revvo Tank ist ein sogenannter RDTA und hat einen Durchmesser von 25 Millimetern. RDTA steht für Rebuildable Dripper Tank Atomizer.
Die Bauform vereint die Vorzüge eines Tröpflers (Geschmack, bei Selbstwicklern Platz und Deck) mit denen eines Tanks (größeres Füllvolumen).

Diese Art von Atomizern gibt es bereits lange am Markt, jedoch ist Aspire eine der ersten Firmen, welche diese Tanks mit Fertigcoils anbietet.
Bis dato war man fast immer gezwungen, selbst Hand anzulegen und zu wickeln. Nicht so beim Revvo.

Aspire Revvo
Der neue Aufbau des Revvo von Aspire. (Foto: Aspire)

Möglich machen dies die speziell entwickelten ARC Coils. Diese sehen aus wie kleine Herdplatten und liegen horizontal im Deck.
Die Watte ist hierbei unter den Coils im Kreis verlegt und schließt die Liquidkammer von oben ab. Die Airflow ist, wie bei RDTA üblich, recht weit oben angebracht und frei regulierbar. Durch die enorme Oberfläche der Coils entsteht ein sehr dichter, aromatischer Dampf.
Die Befestigungsschraube dient hierbei durch ihre Glockenform gleichzeitig als Spritzschutz.

Befüllt wird die Liquidkammer durch ein in der Befestigungsschraube angebrachtes Ventil.
Dieses wird mit der Spitze der Liquidflasche leicht hinunter gedrückt und kann dann sehr simpel befüllt werden. Das Befüllen des zwei Milliliter großen Tanks dauerte knapp drei Sekunden und ist auch gut im Laufen zu bewerkstelligen.

Wie üblich muss die Coil vor dem ersten Zug befeuchtet werden. Dies gestaltet sich recht simpel, muss man doch lediglich ein paar Tropfen im Kreis verteilen.
Die Menge an Liquid, welches die Watte speichern kann, reichte bei mir grob für drei bis vier Züge.

Keine Liquid Zuführung

Spätestens dann fällt einem der erste große Nachteil dieses Tanks auf. Die Watte hat keinerlei Verbindung zum Liquid im Tank und läuft dadurch schnell trocken. Erst, wenn man den Tank über Kopf hält oder in einem Winkel von ca. 60 Grad dampft, ist ein Nachfluss gewährleistet.

Wer also nicht permanent im Liegen dampfen möchte oder merkwürdig die Dampfe von schräg oben zum Mund führt, muss aufpassen. Hier hätte Aspire anders bauen müssen.
Viele RDTA im Selbstwickelbereich bieten die Möglichkeit, die Watte als Schnur in den Tank zu verlegen. So ist ein permanenter Nachfluss gewährleistet. Beim Revvo jedoch läuft man sehr schnell Gefahr, das Befeuchten einmal zu vergessen. Was dazu führt, dass die Watte verkokelt.
Bei 70 Watt und 0,15 Ohm passiert dies schneller, als einem lieb ist.

Generell ist die Lebensdauer der Coils recht kurz. Nach drei Tagen Dauernutzung musste getauscht werden. Sicherlich sind süße Liquids generell Coilkiller, jedoch halten die Coils anderer Tanks, zum Beispiel des Uwell Crown III, hier deutlich länger bei vergleichsweise gutem Geschmack.

Ebenfalls als Nachteil sehe ich das nicht wechselbare Drip Tip. Dieses dient als oberer Verschluss der Top Cap und ist sehr groß. Logischerweise ist dieser Durchmesser bei der großen Dampfmenge angebracht, jedoch mag nicht jeder die konische Form oder nutzt generell gern eigene Drip Tips. Hinzu kommt noch die Problematik, dass das Drip Tip bei einem Schaden nicht einfach ausgetauscht werden kann.

Geschmackliches Spitzenfeld

Beim Thema Geschmack befindet sich der Revvo im Spitzenfeld und brauch sich auch vor Selbstwicklern nicht verstecken. Die große Oberfläche macht ihn zu einem sehr gut schmeckenden Fertigcoiler.
Es entsteht ein sehr dichter, warmer Dampf welcher gerade Gebäck und süße Aromen sehr gut zur Geltung bringt. Fruchtige Noten fielen in meinem Test etwas ab, Kühle wie von Menthol oder Koolada traten hervor.




Diese Effekte können durch das regulieren der Airflow noch verstärkt werden. War diese beispielsweise halb geschlossen, entstand ein so dichter Dampf, dass ich das Gefühl hatte, Vanillesauce im Mund zu haben. Lästige Liquidspritzer kamen dank der Glocke nicht vor, was ich ebenfalls als sehr angenehm empfunden habe.

Sobald die erste Coil verbrannt war, wollte ich sie gegen die zweite in der Packung liegende tauschen.
Nach Abschrauben der Topcap und der Glocke gestaltete sich dies jedoch schwieriger, als angenommen. Die Coil ist mit einer Gummidichtung versehen und lässt sich durch ihre geringe Höhe (knapp 2 Millimeter) nur schwer greifen.
Ich habe sie dann mit einem Messer herausgehebelt, jedoch hat bestimmt nicht jeder unterwegs ein Werkzeug dabei. Eine Einkerbung oder Erhebung am Rand der Coil würde dies wesentlich einfacher machen.

Selber Wattieren

Als ich die Coil draußen hatte, sah ich mir einmal den Aufbau genauer an. Unten sind diese offen und die Watte ist im Kreis unter die Heizplatte gestopft. Also beschloss ich, die Coil einmal neu zu wattieren.
Diesen Tipp erhielt ich von Rochus „Rocky“ Knobel, einem Bekannten, der uns auf den Revvo aufmerksam gemacht hat.

Aspire Revvo
Die ARC Coils können selber wattiert werden. (Foto: Aspire)

Mit einer Pinzette habe ich also die verbrauchte Watte herausgeholt. Das heißt, ich wollte es. Leider war diese dank der Sucralose der Liquids mit der Heizplatte verschmolzen.
Nach etwas Arbeit und vorsichtigem Ziehen gelang es dann aber doch. Danach habe ich die Coil ohne Watte erneut eingesetzt und diese vorsichtig ausgebrannt. Und „vorsichtig“ ist hier ernst gemeint. Durch das sehr dünne Geflecht der Heizplatte besteht die Gefahr, diese komplett zu zerstören.
Bei 25 Watt ließ ich diese also aufglühen und befreite sie von den verkohlten Resten. Empfehlenswert ist hierbei, vorher dass Liquid aus dem Tank zu entfernen, da ansonsten die verbrannten Reste in dieses herabrieseln.

Nach dem Ausglühen habe ich dann neue Wickelwatte im Kreis verlegt und festgedrückt. Auch hierbei ist Vorsicht geboten, da man die Heizplatte sehr leicht nach oben biegen kann.
Nach dieser Prozedur wurde die Coil erneut befeuchtet, eingeschraubt und der Tank befüllt. Es funktioniert tadellos und ohne Probleme.

Somit ist der Revvo auch für Leute interessant, welche selbst Wickeln und das nötige Geschick mitbringen, die doch sehr fragilen Coils erneut zu wattieren. Die Kosten sinken hierdurch dramatisch.
Drei ARC Coils kosten momentan zwischen zehn bis dreizehn Euro, ein neu wattierter Coil liegt bei ungefähr zehn Cent.

Zur Revvolution hat es nicht gereicht

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Revvo ein sehr guter Fertigcoilverdampfer ist.

Er bietet einen sehr guten Geschmack gepaart mit der Möglichkeit, die Coils auch selbst neu zu Wattieren. Gerade bei der kurzen Lebensdauer der Coils ist das eine schöne Alternative.

Wäre die Handhabung leichter und gäbe es die Möglichkeit, das Drip Tip zu tauschen, wäre Aspire hier wahrscheinlich ein großer Wurf gelungen.
So jedoch reiht sich der Revvo knapp hinter dem Crown III ein, welcher momentan noch die Referenz für Fertigcoiler darstellt.

Wer mit den angesprochenen Nachteilen klar kommt, erhält hier für geringes Geld einen sehr guten Verdampfer.


Review der neuen Aromen von Dampflion: https://www.vapers.guru/2018/08/16/checkmate-von-dampflion/
Die derzeit wohl beste AIO: https://www.vapers.guru/2018/08/02/die-vox-von-lynden/

Colossal von Asmodus

Revvo von Aspire

8.3

Geschmack

9.0/10

Verarbeitung

8.0/10

Dampfentwicklung

10.0/10

Design

6.0/10

Pros

  • Sehr guter Geschmack und Dampfentwicklung
  • Gute Befüllmöglichkeit
  • Gut verarbeitet und durchdacht
  • Coils selbst wattierbar

Cons

  • Sehr kurze Lebensdauer der Coils
  • Umständliche Handhabung (Liquidnachfluss)
  • Drip Tip nicht austauschbar
  • Coilwechsel schwierig
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Sebastian Hackauf

Freier Redakteur bei vapers.guru
Arbeitet als Fachberater, Entertainer, Kumpel, Dolmetscher und Seelsorger in einem Berliner Dampferladen. Hobbymäßiger Schreiberling, Steampunker und Bastler, der schon in vielen Gesellschaftsbereichen gearbeitet hat.

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