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Vapewunder: Liquids im Abo

Überraschungspakete für Experimentierfreudige

Vapewunder bietet seit Längerem eine sogenannte Liquidbox im Abonnement an. Genau wie bei der HelloFresh-Box oder der Loot-Box wird hierbei nach Kundenwünschen angepasst und geliefert.
Inhalt der Liquidbox sind jedoch keine Kochzutaten oder Merchandising, sondern Liquids und Aromen für E-Zigaretten.
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Gegründet wurde die Firma Vapewunder von den beiden Freunden Ellen und Jolien im Oktober 2015.
Nachdem beide für drei Jahre in Berlin gelebt und beobachtet hatten, wie das Dampfen einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft einnahm, fassten sie einen Entschluss. Sie wollten den noch recht eintönigen und standardisierten Markt für Liquids in Deutschland grundlegend verändern.

Der Plan war, eine Art Abonnement für internationale Liquids anzubieten und diese für den deutschen Markt zugänglich machen.

Die ersten beiden Jahre bot die Firma nur eine Box an, die Wundertüte.
Diese enthielt eine Mischung verschiedenster Liquids in der Größe 10-15 ml. Bis 2017 die TPD2 in Kraft trat und nikotinhaltige Liquids auf 10ml begrenzt wurden.
Die Box wurde den neuen Regulierungen angepasst und zwei weitere Boxen mit ins Sortiment genommen.

Vier Überraschungspakete zur Auswahl

Aktuell werden vier Boxen angeboten, welche alle unterschiedliche Inhalte und Preise haben. Ebenfalls arbeitet die Firma momentan – unterstützt durch Kundenumfragen – daran, ein System zu entwickeln, welches Fehlkäufe bei Liquids minimieren soll.
Wie dies realisiert werden soll, ist bis dato noch offen. Jedoch soll dieses System Mitte 2019 umgesetzt sein.

Nachdem ich von einem Bekannten auf den Service der Firma aufmerksam gemacht wurde, war ich natürlich neugierig geworden.
Als langjähriger Dampfer und vor Allem als jemand, der sehr viele unterschiedliche Liquids dampft, hörte sich die Abobox sehr interessant an.

Wie bei fast allen Onlineshops war der erste Schritt das Erstellen eines Accounts. Sobald ich auf der Hauptseite das Banner für die Abobox geklickt hatte, bekam ich eine Auswahlmöglichkeit, welche der vier verschiedenen Boxen ich bestellen möchte.
Zur Auswahl standen eine Liquidbox mit sieben 10ml Liquids für 39.99€, eine DIY Aroma Box mit fünf Aroma Shots für 44,99€ und eine Shake & Vape Box mit drei oder fünf 60ml prefilled Liquids, jeweils 54,99€ oder 79,99€.

Der Preis pro Liquid oder Aroma orientiert sich hierbei grob am Marktdurchschnitt.
Was mir sofort negativ auffiel war, dass der Preis pro Liquid sehr groß, der Gesamtpreis der Box jedoch sehr klein dargestellt wurde. Der gewollte Effekt ist klar, will man doch von dem Gesamtpreis der Box erst einmal ablenken und die Wahrnehmung des Kunden auf den sehr niedrig anmutenden Einzelpreis lenken.
Absolut legal und auch oft im Einzelhandel genutzt, beispielsweise auch bei der großen Elektronikkette, die uns weißmacht, dass wir nicht blöd sind. Besser wäre es meiner Meinung nach, den Gesamtpreis einfach groß darzustellen. Alles andere wirkt manipulativ.

Das Geschmacksprofil

Nachdem ich meine Box ausgewählt hatte, führte mich die Seite zu den Einstellungen des Geschmacksprofils. Hier konnte ich eine grobe Auswahl in fruchtig, sahnig, Dessert, Süßigkeiten und Menthol/Minze treffen.
Die Kategorien unterteilen sich in “liebe ich”, “mag ich”, “probier ich” und “nicht für mich” und werden in Form bekannter Bewertungssymbole aus Social Media symbolisiert.

Die ganze Prozedur ist sehr gut erklärt und intuitiv. Ebenfalls erklären kurze Beispiele, was Vapewunder in diese Kategorien einbezieht.
Tiefer in die Materie ging es dann auf der folgenden Seite. Zusätzlich zu der vorherigen groben Auswahl bietet sich hier die Möglichkeit, aus über 200 Geschmacksrichtungen ein genaues Profil zu erstellen.
Dies erfolgt durch die Eingabe des Geschmacks oder eine Auswahl an Vorschlägen. Je ausgefeilter und komplexer diese Auswahl ist, desto genauer sind dann am Ende die gelieferten Liquids auf dieses Profil abgestimmt. So weit, so gut.
Wer jetzt aber glücklich ist und meint, er hätte alles geschafft, der irrt gewaltig.




Erneut öffnete sich ein Fenster mit Auswahlmöglichkeiten. Diesmal jedoch ging es um das Ausschließen von Geschmäckern, die einem gar nicht zusagen.
Dinge wie Kümmel oder Eisenkraut und Estragon übernahm ich ungefragt aus den Vorschlägen. Diese geben an, welche Aromen oft von anderen Kunden ausgeschlossen werden.

Nachfolgend kann bei der 10ml Liquid Box ausgewählt werden, mit wie viel Nikotin man dampft. Zur Auswahl stehen 0mg, 3mg und 6mg. Was für die meisten Dampfer sicherlich ausreichend ist, mich jedoch enttäuschte. Für MTL – Nutzer, oder für die gerade so beliebten Podsysteme, reichen 6mg möglicherweise nicht aus.

Auf der letzten Seite konnte ich dann entscheiden, welches Mischungsverhältnis für mich interessant ist. Dies lässt sich über einen Slider für fast jedes beliebige Verhältnis in Zehnerschritten anpassen, bei 90/10 ist jedoch logischerweise Schluss.

Eingeschränkte Zahlungsoptionen

Nach nunmehr fast 20 Minuten Konfiguration kam ich endlich in den Kassenbereich mit den Zahlungsoptionen und dem Aboplan.
Es standen lediglich Paypal oder Kreditkarte zur Verfügung. Als Begründung dafür wird angegeben, dass “E-Zigaretten-Firmen, sowie alle Tabakindustrie-Firmen, von Finanzinstituten als risikoreich eingestuft werden, sodass die Auswahl an Zahlungsverwaltungs-Instituten, die mit uns arbeiten wollen, stark eingeschränkt ist.”
Wieso es aber bei anderen Onlinehändlern auch mit Rechnung, ELV oder Nachnahme funktioniert, bleibt mir ein Rätsel.

Wer also weder Paypal noch Kreditkarte besitzt, hat die ganzen Einstellungen umsonst getätigt und kann die Box leider nicht bestellen. Ein Hinweis auf der Hauptseite zu diesem Umstand wäre hier meiner Meinung angebracht.
Glücklicherweise ist Paypal für mich ein steter Begleiter im Onlinehandel und somit stand dem Abschluss der Bestellung nichts im Wege.

Als Aboplan habe ich mich für monatlich entschieden. Wer möchte, kann hier zwischen wöchentlich, alle zwei Wochen oder eben monatlich wählen. An den Kosten für die Box ändert dieser Zeitraum nichts. Auch lässt sich das Abo jederzeit abändern, pausieren oder kündigen.

Die Lieferung

Nach zwei Tagen hielt ich die erste Box in meinen Händen und die Erwartungshaltung, welche Liquids ich vorfinden würden, war groß. Schließlich konnte diese jedes x-beliebige Liquid enthalten, welches in mein Profil passte.
Das Gefühl war ein bisschen wie zu Kindheitstagen, wo man eine Wundertüte oder eine Booster-Packung für ein Trading Card Game gekauft hat.

Die Box an sich sah eher schlicht aus: schwarz und mit dem Logo der Firma. Nach dem Aufklappen fand ich die Liquids in einzelnen Fächern vor, ähnlich einem Setzkasten, falls die noch wer kennt.
Obendrauf gab es eine Art “Speisekarte”, auf welcher die Liquids erklärt wurden. Durchaus sinnvoll, ist ein Erraten der Geschmäcker anhand der Labels oder Bezeichnungen doch schier unmöglich.

Als zweite Dreingabe fand ich einen Flyer mit den Liquids des Monats und einer Werbung dafür, dass ich mein Unboxing auf Instagram hochladen und mit etwas Glück einen 25 Euro Gutschein gewinnen könne. Dieses Vorgehen ist in der Branche scheinbar gängige Praxis und zielt mutmaßlich auf Influenzer oder solche, die es noch werden wollen.
Auf jeden Fall ist es ein kosteneffizienter Weg, um Reichweite und günstig Werbung zu generieren.

Ein Ausreißer war dabei…

Die Liquids waren in der Tat zu 80% auf mein erstelltes Profil angepasst und trafen meinen Geschmack recht gut.
Leider gab es jedoch ein Liquid, dass völlig aus dem Rahmen fiel. In meinem Profil hatte ich die Geschmacksrichtung Marshmallow ausgeschlossen. Traurigerweise enthielt eines der Liquids diese Nuance. Sehr schade, ich finde aber bestimmt einen Abnehmer dafür.
Schlimmer wäre es gewesen, wenn Estragon oder Kümmel dabei gewesen wären – die gehören in den Eintopf und nicht in Liquids.

Größtenteils überzeugt von der ersten Box machte ich mich daran, die anderen beiden zu bestellen. Diesmal sollten es die Shake & Vape Liquids und die DIY Aromenbox sein. Da mein Geschmacksprofil gespeichert wurde, entfiel der ganze Rattenschwanz an Voreinstellungen und ich konnte sofort bis zur Auswahl des Mischverhältnisses voranschreiten.
Der letzte Klick, welcher den Kassenbereich anzeigen sollte, öffnete stattdessen aber ein neues Fenster. Hier wurde ich darauf hingewiesen, dass ich die ausgewählte Box schon hätte.

Technische Probleme, guter Support

Moment mal. Ich hatte doch die 10ml Liquidbox bestellt und wollte nun die Shake & Vape und Aromen haben.
Mehrere Versuche inklusive einer Löschung des Browserverlaufs samt Cookies brachten keinerlei Besserung. Nach sechs Versuchen habe ich das Unterfangen dann abgebrochen. Woran genau es lag, ließ sich nicht evaluieren. Vielleicht lag ja ein Walfisch auf der Leitung oder der blonde Lord aus Übersee wollte die Dampftaliban zerschlagen. Ein Blick auf Twitter wird das bestimmt aufklären. Auf jeden Fall hoffte ich, dass dies ein Einzelfall war. Die Lösung meines Problems war dann, Vapewunder per Mail zu kontaktieren. Am nächsten Morgen bekam ich eine Antwort, dass mir die beiden fehlenden Boxen zugesendet wurden. Sehr löblich!

Auch diese beiden Boxen kamen am nächsten Tag an und präsentierten sich ähnlich.
Zusätzlich zu der bereits bekannten Werbung gab es noch Mischanleitung, wie die Aromen auf Empfehlung von Vapewunder gemischt werden sollten. Der Inhalt der beiden Boxen trifft, wie man so schön sagt, laut Beschreibung voll ins Schwarze. Hier wurde das Profil sehr gut übernommen und ich kannte auch noch keines der Aromen.

Bei den Shake & Vape gab es noch die passende Anzahl an Nikotinshots dazu.

Tolle Möglichkeit für Experimentierfreudige

Wer sich etwas Zeit nimmt, um sein Geschmacksprofil anzupassen und neugierig auf Liquids aus aller Welt ist, der ist mit den Aboboxen von Vapewunder sehr gut bedient.

Die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten lassen schier unbegrenzten Platz für Experimente und neue Erfahrungen.
Der Preis ist für das Gebotene angemessen und es gibt keinerlei Verpflichtungen oder Knebelverträge.

Die Aufmachung der Seite und die Präsentation der Boxen sind gut durchdacht und der Service bei Problemen sehr gut.

Lediglich die manipulative Auspreisung und die bei mir aufgetretenen Probleme bei der Bestellung trüben das Gesamtbild.
Durch die Beschränkung auf Premiumliquids gehen Anhänger des MTL Dampfens eventuell leer aus. Hier wäre für mischfaule Dampfer vielleicht eine MTL Abobox mit 12mg Nikotin eine Idee.

Der Plan, Liquidfehlkäufe zu minimieren macht mich neugierig und ich bin gespannt, wie dies realisiert werden wird.


Checkmate von Dampflion: https://www.vapers.guru/2018/08/16/checkmate-von-dampflion/
Liquids von Tom Klark: https://www.vapers.guru/2018/08/08/liquids-von-tom-klark/

Revvo von Aspire

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Sebastian Henke

Sebastian Henke

Freier Redakteur bei vapers.guru
Arbeitet als Fachberater, Entertainer, Kumpel, Dolmetscher und Seelsorger in einem Berliner Dampferladen. Hobbymäßiger Schreiberling, Steampunker und Bastler, der schon in vielen Gesellschaftsbereichen gearbeitet hat.
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