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Endzeit Aromen vom Dampfwerk

Liquid Reihe aus dem Südwesten

Anfang 2018 brachte der Vape Shop Dampfwerk in Zusammenarbeit mit der Firma DKS E-Liquid GmbH aus Ludwigshafen acht sehr interessante Liquids auf den Markt.
DKS selbst ist ein Subunternehmen von DKS Aromatic S.r.l., welche seit über 40 Jahren Aromen für die Lebensmittelindustrie herstellen.
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Manchmal gibt es sie noch. Momente, in denen man als langjähriger Dampfer überrascht wird.
Neben dem ganzen Einheitsbrei der Premiumliquids kommen gelegentlich noch Liquids auf den Markt, welche sich abheben.
So auch die Endzeit Liquids des Dampfwerks.
Diese entstanden in Zusammenarbeit mit DKS E-Liquid.

Hier wird nicht nach der von mir vermuteten Formel 5% Aroma, 45% Sweetener und 50% Base gemischt.
Diese Liquids sind die sehr gute Kompositionen eines Erfahrenen Flavoristen – Alessandro Chiolini. Jemand, der seit vielen Jahren für die Lebensmittelindustrie Aromen entwickelt.
Man merkt jedem einzelnen Liquid an, dass hier jemand am Werk war der sein Handwerk versteht.

Blindverkostung

Sicher, es kann immer noch darüber diskutiert werden, was nun schmeckt und was nicht. Geschmack ist ja bekanntermaßen so individuell wie das genetische Profil einer Person. Dass die Liquids jedoch genau das abliefern, was beschrieben wird, habe ich selten.

Für die Verkostung habe ich sogar blind die Flaschen getestet. Soll heißen, ich habe die Etiketten abgeklebt und sie mir zufällig von meiner Frau geben lassen. Erst, nachdem ich mir mit den Geschmacksnuancen sicher war, habe ich nachgeschaut.
In sieben von acht Fällen lag ich hierbei richtig.

Dampfwerk
Das Dampfwerk hat inzwischen vier Filialen rund um die Region Landau.

Normalerweise gaukelt einem das Gehirn ja doch irgendwie vor, wonach etwas schmecken soll; und im Blindtest klappt dann gar nichts mehr. Dieser Effekt wird schon seit Jahrzehnten im Marketing genutzt.
Wysiwig – What you see is what you get, in unserem Fall: Was wir erwarten, schmecken wir auch. Die Tatsache, dass ich die Liquids blind identifizieren konnte, sorgte für die eingangs erwähnte Überraschung.

Geliefert wurden die Liquids in 60ml Gorilla Flaschen. Darin befinden sich 40ml Liquid, was ich persönlich sehr begrüße, da ich mit 6mg Nikotin dampfe.
Das vorgereifte Liquid ist so dosiert, dass es bei 60ml optimal schmeckt.

Angemischt habe ich die Liquids mit Bunkerbase. Den Rest habe ich dann mit normaler 70/30 Base aufgefüllt. Sämtliche Liquids werden laut Hersteller ohne Sweetener oder Koolada gemischt, was diese sehr coilschonend gestaltet.
Zusätzlich wird das Propylenglykol für die Liquids aus Mais statt wie üblich aus Rohöl gewonnen. Somit sind dies die weltweit ersten Liquids, welche zu 100% aus pflanzlichen Rohstoffen bestehen.

Optimale Liquids also für Fertigcoilverdampfer und Anwärter für den Titel “Allday”.

Süße Notration

Begonnen habe ich den Test mit der süßen Notration.
Dieses Liquid soll laut Hersteller nach gebrannten Mandeln, Cappuccino, Milch, Haselnuss und Kramell schmecken.

Als Liebhaber schwerer und dunkler Liquids überraschte mich die süße Notration positiv. Lässt der Name doch ein sehr süßes Liquid vermuten. Dies war jedoch nicht der Fall.

Sehr dominant war hier für mich der Kaffee herauszuschmecken. Nuancen von Mandel und Karamell konnte ich beim Ausatmen durch die Nase wahrnehmen.
Beim zweiten Zug atmete ich durch den Mund aus und nahm sehr stark Kaffee und Haselnüsse wahr. Milch könnte vorhanden sein, jedoch habe ich diese nicht wahrgenommen.

Ein sehr rundes und für mich gelungenes Liquid. Ein zweiter Durchgang erfolgte dann in meinem MTL Gerät. Hierbei überwogen Haselnuss und Kaffee, Mandel und Karamell kamen nicht mehr so gut zur Geltung. Die Milch konnte ich auch hier nicht schmecken. Ich vermute jedoch, dass die gefühlte Cremigkeit des Liquids auf das Milcharoma zurückzuführen ist.

Tizias Geheimnis

Weiter ging es mit Tizia’s Geheimnis.
Hierbei handelt es sich um einen Milchreis mit Krapfen und Schwarzkirsche.

Um Liquids mit Kirscharomen mache ich normalerweise einen weiten Bogen. Nicht, weil mir Kirschen nicht schmecken, ich esse sie sogar sehr gerne. Nur hat der Geschmack von Kirschliquids selten etwas mit dem Geschmack echter Kirschen zu tun. Eher schmecken sie fast alle wie Kirschbonbons oder, im schlimmsten Fall, wie Sekundenkleber.
Nicht jedoch Tizia’s Geheimnis.

Die Kirschnote wirkt sehr ausgewogen und natürlich. Leicht säuerlich und süß zugleich. Sehr lecker auf jeden Fall.
Die teigige Note des Krapfens ist tatsächlich wahrzunehmen und auch der Milchreis kommt durch.
Wieso können das nicht auch andere Hersteller? Das Kirscharoma hätte ich gerne pur – dann würde ich es wahrscheinlich sehr oft dampfen.
Vielleicht habe ich mit diesem Wunsch ja Anfang 2019 Glück. Dann kommen die MXN Aromen raus, welche ebenfalls vom Dampfwerk und DKS entwickelt werden.

Gesamt ist auch Tizia’s Geheimnis ein gelungenes Liquid, welches nicht zu süß oder aufdringlich schmeckt und die Nuancen sehr gut kombiniert. Tizia kommt übrigens aus dem Italienischen und bedeutet “die Glückliche”.
Ein guter Name für dieses Liquid, macht es mich doch glücklich, dass es auch noch Kirscharomen gibt, die schmecken können.

Eiserne Reserve

Hierbei handelt es sich um eine Kombination von drei verschiedenen Tabakaromen.

Es gibt unzählig viele Tabakliquids auf dem Markt und genauso viele schmecken wie ein Heuballen, den man mit heißem Wasser aufgebrüht hat. Genau diese Befürchtung hatte ich auch bei der eisernen Reserve.
Dazu kam, dass mein Großvater mir oft von den eisernen Reserven der Wehrmacht erzählt hat, was die Namenswahl für dieses Liquid gleich doppelt negativ konnotiert. Die Reserve bestand aus Schinkenwurst, Konserven, Kaffeepulver und Zwieback. Alles Dinge, die ich nicht in Kombination in einem Liquid schmecken will.

Dieses Liquid war übrigens jenes, welches ich nicht erraten konnte. In der Blindverkostung habe ich Schokolade oder Kakao geschmeckt, zusammen mit besagtem Heu.

Das Liquid schmeckt aber in keiner Weise schlecht. Es schmeckt tatsächlich nach Tabak. So, als wenn man eine Tüte Tabak aufmacht und das Aroma inhaliert.
Für mich als langjähriger Dampfer ungewohnt und einfach nicht mein Fall. Ich war nie ein großer Fan von puren Tabakliquids. Es schmeckt leicht bitter, etwas säuerlich und rauchig. Im Abgang fast schon nussig.



Morgenstund

…hat Gold im Mund, kommt sofort der alte Spruch in den Kopf.
Hierbei handelt es sich um das Zweite der Tabakliquids der Serie.

Dieses hat gegenüber der eisernen Reserve jedoch voll ins Schwarze bei mir getroffen. Tabak, Cerealien, Bananen und Haselnüsse. Der Tabak spielt hier eine untergeordnete Rolle und wird klar von Haselnuss und Banane dominiert. Eine leichte Getreidenote rundet das Ganze ab.

Gerade Banane hat ja oft das Problem, dass sie beim Dampfen wie diese ekeligen Geleebananen aus dem Supermarkt schmeckt. Oder muffig. Hier jedoch schmeckt es tatsächlich nach Banane.
Die Haselnuss ist wieder sehr dominant, wird jedoch im Zusammenspiel mit der Banane eher süß. Den Tabak habe ich nur beim Ausatmen im Hintergrund wahrgenommen.
Cerealien oder Getreide habe ich ebenfalls beim Ausatmen wahrgenommen. Ein sehr leckere Liquid, was besser schmeckt, als es der erste Eindruck vermuten lässt. Alles passt gut zusammen und wirkt sehr rund.

Gletscherspalte

Minze, Anis und Menthol. Drei Dinge, um die ich beim Dampfen mehr als einen weiten Bogen mache.

Wahrscheinlich sind daran ungewollt meine Eltern schuld, die mich als Kind bei Erkältungen mit genau diesen Dingen und einem PariBoy gequält haben.
Zusammen mit Him- und Blaubeeren erinnert mich die Zusammensetzung an ein berühmtes Liquid, welches mit dem Namen eines sehr bekannten Physikers daher kommt.

Man schmeckt die Komponente zu meinem Leidwesen sehr gut heraus. Anis und Menthol sind sehr dominant, die Minze sorgt für etwas Süße.
Die Beeren habe ich nicht getrennt wahrnehmen können.

Ich war nie ein Fan von solchen Liquids und werde es wohl auch nicht werden. Für mich persönlich das schlechteste Liquid der Serie. Was nicht heißt, dass es nicht schmeckt.
Sicherlich etwas für die Fraktion Red Astaire, für die es ohne Zweifel auch gemacht wurde.

Melonade Plus X

Wieder Menthol. Diesmal mit Honigmelone und Zitrone.

Kennt Ihr die Hustenbonbons von Wick?
Ich habe sie als Kind geliebt und esse sie auch heute noch hin und wieder.

Der erste Zug erinnerte mich stark daran. Das Menthol und die Zitrone sind hier sehr dominant. Die Honigmelone kommt eher schüchtern daher und rundet das Liquid ab.
Auch schmeckt diese sehr, wie der Fachmann sagt, naturidentisch.
Oft schmeckt Melone in Liquids ja wie Abbeizmittel oder Kaugummi. Hier wurde scheinbar eine gute Menge Aroma getroffen und es passt einfach.

Wie bereits erwähnt, bin ich kein Freund von Liquids mit Menthol, jedoch lässt sich dieses sehr gut dampfen. Die Frische ist nicht so stark, dass ich Druck auf der Lunge bekomme und das Zusammenspiel von Zitrone und Honigmelone ist sehr gefällig. Vielleicht nicht mein Favorit aber auf jeden Fall ein gutes Liquid.

Dezent Unheftig

Hier haben wir ein Liquid, welches mit Erdbeere, Zitrone und Vanille daher kommt.

Erdbeere und Zitrone harmonieren bekanntermaßen sehr gut, wie unzählige Liquids mit dem Namen Pink Lemonade zeigen. Aber Vanille?

In der Tat passt die leichte Süße der Vanille sehr gut zu den dominanten, sauren Früchten. Beim Inhalieren sticht die Zitrone in den Vordergrund, gefolgt von einer nicht zu süßen Erdbeere.
Die Vanille rundet das ganze ab und sorgt für eine dezente Süße als Gegenspieler. Auch wird das Liquid dadurch leicht cremig. Fast wie ein Root Beer, nur halt mit Früchten statt Kräuterauszügen.

Dezent Unheftig finde ich persönlich nicht passend, da die Früchte doch sehr potent im Vordergrund stehen. Vielleicht sollte es aber auch Dezent Un(d) heftig heißen?
Eventuell würde ein Schuss Koolada dem Liquid gut tun und ich werde dies einmal testen. In seinem Urzustand ein schönes Liquid, welches das Potential zum Allday hat, mir für diese Jahreszeit aber zu spritzig ist.

Gold im Mund

Milch, Kekse, Vanille und Erdbeere. Eine Kombination, welche mich schon mein gesamtes Leben begleitet.

Sei es die Erdbeertorte von Mutti oder unzählige Knabbereien, welche bereits deutliche Spuren im Äquator meines Körpers hinterlassen haben. Ich liebe es einfach.
Dieses Liquid könnte ich trinken, so gut schmeckt es mir.

Die Erdbeere ist leicht im Vordergrund und nicht zu süß. Die Vanille sorgt zusammen mit den Keksen für eine Butterkeksnote und auch die Milch ist irgendwie zu schmecken.
Aus mir bis jetzt unerfindlichen Gründen habe ich auch Kokos geschmeckt. Vielleicht wird ein ähnliches Aroma auch für Kokos genutzt.
Das Zusammenspiel und die Dosierung der Aromen ist jedenfalls spitze. Nicht zu süß, cremig, leicht säuerlich und teigig. Volltreffer.

Was Gebäck und cremige Liquids angeht würde ich mich fast schon als Experte bezeichnen, da diese einen Großteil meiner Alldays ausmachen.
Ich hoffe sehr, dass es dieses Liquid als Aroma geben wird, da es momentan einer meiner Lieblinge ist.

Nichts für Liebhaber von Bienenstich und Treibstoff

Mit der Endzeit Serie hat das Dampfwerk richtig gute Liquids am Markt, die auch langjährige Dampfer wie mich noch überraschen konnten.
Jedes der Liquids schmeckt auf seine Art gut bis sehr gut.

Auch, dass auf den übermäßigen Einsatz von Sweetenern verzichtet wurde finde ich sehr gut.
Durch das Zusammenspiel der Aromen entsteht trotzdem eine angenehme Süße und die Verdampferköpfe halten länger.

Sicherlich sind dies keine Liquids für die Fangruppe von Bienenstich oder Treibstoff.
Für alle diejenigen welche komplexe und ausgewogene Liquids bevorzugen, die auch noch nach der ersten Flasche schmecken, sind sie eine exzellente Wahl.

Meinen Favoriten werde ich bestimmt noch einmal nachbestellen und auch dies passiert mir bei den heutigen Liquids eher selten.
Einzige Ausnahme waren hier bis dato die Liquids von Bidzina Kanchaveli, vielen auch als Tom Klark bekannt.

Anfang 2019 werde ich mir dann die MXN Aromen vornehmen und bin sehr gespannt, ob diese ebenfalls so überzeugen können, wie die aktuellen Liquids.


Der Extreme von Vapor Giant: https://www.vapers.guru/2018/08/30/extreme-von-vapor-giant/
Das Liquid Abo von Vapewunder: https://www.vapers.guru/2018/11/07/vapewunder-liquids-im-abo/

Liquids von Tom Klark

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Sebastian Henke

Sebastian Henke

Freier Redakteur bei vapers.guru
Arbeitet als Fachberater, Entertainer, Kumpel, Dolmetscher und Seelsorger in einem Berliner Dampferladen. Hobbymäßiger Schreiberling, Steampunker und Bastler, der schon in vielen Gesellschaftsbereichen gearbeitet hat.
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