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Extreme von Vapor Giant

Topcoiler aus Österreich

Vor kurzem veröffentlichte die Firma Vapor Giant das neue Flaggschiff ihrer beliebten Tankverdampfer. Mit dem neuen Modell stößt die Familie Stijepic in neue Gefilde vor. Das übliche Tankdesign wird durch den Aufbau als Topcoiler verändert, ähnlich wie beim Corona von Steampipes.
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Für viele Dampfer ist die Firma Vapor Giant ein bekannter Name im Business. Weniger bekannt sind jedoch die Akteure, die hinter der Marke stehen.
Die Familie Stijepic, welche sich aus Niko, Mario, Stefan und dem Vater Franjo zusammensetzt, trifft man selten in der Öffentlichkeit.

Gegründet wurde die Firma im Jahr 2013 und hat sich seitdem zu einem festen Bestandteil im Hochpreissegment entwickelt.
Ebenfalls 2013 entstanden die ersten Entwürfe für einen Tankverdampfer, welcher dann unter dem Namen Vapor Giant V1 im Jahr 2014 auf den Markt kam.
Besonders war, dass dieser Verdampfer ein Luftloch in der Größe von drei Millimetern hatte, was es bis zu diesem Zeitpunkt vorher nicht gab.
Dem V1 folgten kontinuierlich neue und innovative Modelle, wie beispielsweise der Kronos oder der V3.

Durch den enormen Erfolg und immer neue Innovationen avancierte die Marke in Dampferkreisen sehr schnell zum Liebling vieler. Neben den Tankverdampfern brachte Vapor Giant 2014 auch einen Tröfpler heraus, den Uranos. Dieser gilt in beiden Ausführungen (32,5 mm und 23 mm) bis heute als Geheimtipp unter Dampfern.

Schon von Anfang an waren die Verarbeitungsqualität, der Geschmack und die Fertigung in Österreich maßgeblich mit dem Image der Marke verknüpft.
Mittlerweile hat Vapor Giant auch Fertigcoilverdampfer (Vapor Giant Go) und günstigere Selbstwickelverdampfer (Go Professional) im Portfolio. Bei letzterem handelt es sich jedoch um einen Tank, der nicht mehr in Österreich, sondern auswärts produziert wird. Bis auf den Vapor Giant Go sind alle Tanks Selbstwickler und zielen auf erfahrenere Dampfer ab.
Abseits der Tanks bietet die Firma auch noch mechanische Akkuträger sowie individuelle Drip Tips an.

Lange Erfahrung, neue Wege

Beim neuen Extreme bricht die Firma aus den etablierten Wegen aus und entwickelte einen Top Coil Verdampfer.
Hierbei liegt das Deck oberhalb eines Liquidtanks. Aus diesem wird über Dochte aus Stahl das Liquid durch den Kapillareffekt zu Deck und Watte transportiert.
Ähnliches gibt es bereits beim Steampipes Corona oder dem Stuttart Bogati – beides ebenfalls hochpreisige Produkte.

Der Aufbau des Extreme ist sehr gut durchdacht und man merkt, dass sich hier Zeit genommen wurde, um Neuerungen und Verbesserungen einzubringen.

Vapor Giant Extreme
Der Extreme zerlegt. (Foto: Vapor Giant)

Der Tank fasst fünf Milliliter Liquid, wirkt sehr robust und wird standardmäßig mit einem PEI Glas geliefert. PEI ist ein Hochleistungskunststoff und zeichnet sich durch seine Stabilität und Hitzebeständigkeit.
Kurzzeitig hält dieser Temperaturen von 200°C aus, was ihn gerade für Drip Tips und Tankgläser sehr interessant macht. Auch, wenn im Betrieb selten bis nie so hohe Temperaturen auf die eben erwähnten Komponenten wirken, bietet es doch ein in gewisser Weise beruhigendes Gefühl.

Im Liquidtank selbst befinden sich vier Dochte aus Stahl, welche über das Deck und die dort ausgefrästen Löcher eingeführt oder entfernt werden können.
Der Transport des Liquids funktionierte im Test tadellos und es gab keinen Dry Burn. Hier wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber man kann getrost von einer Optimierung dieses Designs sprechen.

Die Basis bietet einen verstellbaren Pluspol, welcher zur besseren Leitfähigkeit versilbert wurde. Durch die verstellbare Polschraube lässt sich der Tank sowohl auf geregelten Akkuträgern als auch auf Hybrid-Mods betreiben.
Natürlich passt der Extreme auch perfekt auf den firmeneigenen mechanischen Akkuträger, hat er doch – wie viele vorherige Modelle – ein Durchmaß von 23 mm.

Neuerungen beim Deck

Das Wickeldeck wartet ebenfalls mit einigen Neuerungen im Vergleich zu den vorherigen Modellen auf.
Traditionell setzte Vapor Giant mit wenigen Ausnahmen bei fast allen Modellen auf ein Singlecoil – Deck. Beim Extreme wurde nun ein Two-Post Deck, welches zwei Coils aufnimmt, verbaut.

Vapor Giant Extreme
Gut zu sehen: Die Öffnungen machen die Verwendung von flachen Drähten unmöglich. (Foto: Vapor Giant)

Hierbei handelt es sich um ein ähnliches Design wie bei dem bekannten und weit verbreiteten Velocity Deck.
Die Coils werden von beiden Seiten jeweils in eigene Löcher der Posts geschoben und mit Gewindestiften fixiert. Was jedoch mit Flachdrähten zu Problemen führt, da sich diese verdrehen können. Dennoch ist diese Art von Deck gerade für ungeübte Dampfer sehr einfach zu wickeln.

Hätte Vapor Giant hier ein Klammerdeck verbaut oder die Gewindestifte von oben gesetzt, gäbe es in diesem Bereich nichts zu beanstanden. Bei allen Vorteilen ist der Nachteil jedoch gleich mit eingekauft – es muss zwangsläufig mit zwei Coils gearbeitet werden. Da der Extreme jedoch nicht ohne Grund seinen Titel hat, sind zwei Coils für die Zielgruppe der Subohmdampfer in Ordnung.

Weitere Airflow für mehr Dampf

Bei der Airflow geht die Firma teilweise neue Wege.
Die vorherigen Tanks richteten sich größtenteils an traditionelle Dampfer oder jene, die einen restriktiveren Zug mögen.
Beim Extreme kommt eine sehr gut konzipierte, neue Variante zum Einsatz. Hierbei kann die Luft sowohl von den Seiten direkt auf die Coil oder alternativ von schräg unten (ähnlich Mad Dog RDA) anströmen.

Beide Varianten funktionieren sehr gut, setzen jedoch eine unterschiedliche Positionierung der Coils voraus. Mir hat die Variante von schräg unten besser gefallen, da diese mit meinen Test Coils einen besseren Geschmack erzeugte.
Ein hochohmiges Dampfen oder gar MTL ist mit dieser Airflow und dem Dual Coil Deck nicht mehr möglich.




Sehr schön fand ich im Test auch das Befüllröhrchen.
Bei vergleichbaren Tanks war es bis dato so, dass man an der Seite ein Loch hat, welches durch die Topcap und Dichtungen verschlossen wird. Über dieses Loch lässt sich dann das Liquid in den unteren Tank füllen.
Ein Nachteil bei dieser Art ist, dass die Spitzen vieler Flaschen zu breit sind und es zu einer ziemlichen Sauerei kommen kann.

Beim Extreme befindet sich diese Befüllmöglichkeit in Form eines Röhrchens mittig unter dem Drip Tip und lässt sich, ähnlich wie beim VGOD Elite RDTA, sehr gut befüllen.
Zwar wird das Röhrchen auch hier von der Topcap verschlossen, jedoch von oben durch eine Art “Korken”.
Das Befüllen mit Pipettenflaschen funktioniert ebenfalls sehr gut. Dies ist gerade für Freunde ausländischer Liquids entscheidend, da diese oft noch in Pipettenflaschen geliefert werden.

Kleine Kritikpunkte, vieles richtig gemacht

Geschmacklich bewegt sich der Extreme im oberen Segment und reiht sich in die Liga von Corona V8 oder Genius² ein.
Die bereits erwähnte angeschrägte Airflow leitet den Luftstrom optimal auf die Coils und bietet einen sehr angenehm offenen Zug. Die Dampfentwicklung ist enorm und der Geschmack bei den getesteten Liquids sehr klar und voll.

Vapor Giant Extreme
Adapter fürs Drip Tip ist dabei, Tankshields sollen kommen. (Foto: Vapor Giant)

Was mir negativ auffiel war, dass durch die Hitzeabstrahlung der Coils und die kompakte Bauweise der gesamte Tank sehr heiß wurde.
Für den Test habe ich übrigens nicht die beigelegten Coils sondern eigene genutzt. Konstruktionsbedingt war der Durchmesser meiner Coils von drei Millimetern zu groß und somit musste ich auf ein kleineres Durchmaß zurückgreifen. Dies lag daran, dass die Kammer durch das zentrale Befüllröhrchen und die 23 Millimeter Durchmesser recht wenig Platz bietet.
Alternativ könnte man auch einen weniger komplexen Draht auf drei Millimeter Durchmesser verbauen – es ging jedoch darum, die Grenzen auszuloten. Sehr schön fand ich auch, dass ein Adapter für 510er Drip Tips dabei liegt. So kann jeder das Drip Tip nutzen, welches ihm am besten gefällt.

Die Fertigungsqualität bewegt sich wieder auf dem bekannt hohen Niveau von Vapor Giant und ist sehr gut. Alle Teile sind akkurat gefräst und es gibt keine Kanten oder Spaltmaße.
Der verwendete Edelstahl hat eine gute Dicke und wirkt nirgends billig oder minderwertig.

Nach anfänglichen Problemen, den Tank komplett zu zerlegen, zeigte sich auch bei den Einzelteilen eine sehr gute Verarbeitung. Ein Zerlegen und anschließende Reinigung empfehle ich vor der Erstnutzung auf jeden Fall.
Die Stahldochte und das Interieur sollten von Produktionsrückständen wie Öl oder Spänen befreit werden. Diese können trotz guter Kontrolle immer zurückbleiben und sollten entfernt werden.

Geschmack und Verarbeitung hervorragend

Der Extreme macht seinem Namen in vielen Bereichen alle Ehre.

Geschmack und Verarbeitung sind hervorragend und lassen keinen Zweifel daran, dass Vapor Giant auch in Zukunft mit hoher Qualität aufwarten wird.

Für die Krone reichte es jedoch nicht ganz.
Das kleine Durchmaß des Tanks und der damit verbundene wenige Platz zum Wickeln sowie das verbaute Deck kosten Punkte. Das Dual Coil Deck richtet sich ganz klar an Dampfer, die große Dampfmengen und hohe Leistungen bevorzugen.
Die durch die Abwärme entstehende Temperatur des Tanks bewegt sich gerade noch im Bereich des erträglichen.

Das Konzept für die Befüllung geht sehr gut auf und der Liquidtransport aus dem Tank zum Deck funktioniert sehr gut.
Die fehlende Option für eine Single Coil Wicklung platziert den Extreme knapp hinter Corona V8 oder Bogati und ist für Vapor Giant ein gelungener Einstieg in das Segment der Top Coil Verdampfer.


Aio auch für dicke Wolken: https://www.vapers.guru/2018/08/02/die-vox-von-lynden/
Nebelwerfer für kleines Geld: https://www.vapers.guru/2017/12/13/konkurrenz-fuer-das-cloud-beast/

Revvo von Aspire

Extreme von Vapor Giant

Extreme von Vapor Giant
9

Geschmack

10.0 /10

Verarbeitung

10.0 /10

Design

8.0 /10

Preis/Leistung

8.0 /10

Pros

  • Sehr guter Geschmack
  • Hervorragende Verarbeitung
  • Gut durchdachtes Befüllsystem
  • Innovative Airflow

Cons

  • Dual Coil Zwang
  • Deck kann Flachdrähte verdrehen
  • 23 mm Durchmesser, wenig Platz am Deck
  • Im Betrieb teilweise sehr heiß
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Sebastian Henke

Sebastian Henke

Freier Redakteur bei vapers.guru
Arbeitet als Fachberater, Entertainer, Kumpel, Dolmetscher und Seelsorger in einem Berliner Dampferladen. Hobbymäßiger Schreiberling, Steampunker und Bastler, der schon in vielen Gesellschaftsbereichen gearbeitet hat.
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